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Dass die historische Rolle Wyatt Earps meist überschätzt wird und er oft zur Legende hochstilisiert wird, hat er dem Schriftsteller Stuart N. Lake zu verdanken, dem er seine stark ausgeschmückte Lebensgeschichte erzählte und der daraus den Bestseller "Wyatt Earp, Frontier-Marshal" machte.
Wyatt Earp versuchte sich als Farmer, Saloonbesitzer, Pferdedieb, Ordnungshüter und Eisenbahnarbeiter, und es deutet auf ein unstetes Wesen hin, dass er bis 1880 versuchte, nacheinander in den Bundesstaaten Missouri, Iowa, Kalifornien, Kansas, New Mexico und Arizona Fuß zu fassen. In New Mexico befreundete er sich mit Doc Holliday. Mehrfach bewarb er sich um das Amt des Sheriffs, so auch im Cochise-County, Arizona, jedesmal erfolglos. 1880 ging Wyatt Earp mit seinen Brüdern James, Morgan, Virgil und Warren nach Tombstone, Arizona, um dort eine Machtstellung aufzubauen. Virgil Earp wurde Deputy-Marshal und Wyatt Saloon- und Spielhallen-Besitzer. Schon bald kam es zur Rivalität mit der Clanton/McLaury-Gruppe, einer Bande von Viehdieben und Postkutschen-Räubern. Als am 31. März 1881 bei Tombstone die Postkutsche überfallen wurde, wobei 80.000 Dollar erbeutet und zwei Menschen erschossen wurden, verdächtigten sich die Clantons und Earps gegenseitig der Täterschaft. Der Streit der beiden Gruppen kulminierte schließlich in dem berühmten Gunfight at the O. K.-Corral am 26. Oktober 1881. Bei dieser Schießerei traten Ike und Billy Clanton, Tom und Frank McLaury sowie Billy Claiborne gegen Wyatt, Virgil und Morgan Earp sowie Doc Holliday an. Obwohl Ike Clanton und Tom McLaury unbewaffnet waren, wurden in kurzer Zeit 17 Schüsse gewechselt, wobei Tom und Frank McLaury sowie Billy Clanton getötet wurden. Ike Clanton und Billy Claiborne konnten flüchten. Bei einem Racheakt am 18. März 1882 wurde Morgan Earp hinterrücks erschossen.
Wyatt Earp, der alle Schießereien unverletzt überstanden hatte, verließ Tombstone und zog wieder ziellos durch den Westen der USA, wobei er sich nun auch als Goldsucher und Ringrichter bei Boxkämpfen betätigte. Erst 1928, 80 Jahre alt, erzählte er dem Schriftsteller Stuart N. Lake von seinen Taten, und erst durch dessen Buch wurde Wyatt Earp zur Berühmtheit. Es wurden zahlreiche Filme über ihn gedreht, und noch heute wird in Tombstone/Arizona der berühmte Gunfight at the O.K.-Corral jedes Jahr für Touristen nachgespielt.
Filme über Wyatt Earp:
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