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| Wolf | ||||||||||
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1 Merkmale 2 Lebensraum 3 Taxonomische Struktur der Art 4 Lebensweise 5 Domestizierung 6 Volksglauben und 7 Forschung 8 Schutz 9 Sonstiges 10 Siehe auch 11 12 |
Die Färbung ist sehr variabel. Der in Nordamerika verbreitete Name "Gray Wolf" weist darauf hin, dass diese Wölfe ein graues Fell haben, doch obwohl das Beigegrau (sog. graue Phase) die häufigste Fellfarbe ist, gibt es eine Vielzahl weiterer. Im arktischen Norden gibt es vollkommen weiße Wölfe (sog. weiße Phase), und ebenfalls nicht selten sind vollkommen schwarze Wölfe (sog. schwarze Phase).
Merkmale
Die Maße und Gewichte von Wölfen unterliegen aufgrund des ausgedehnten Verbreitungsgebietes starken Schwankungen:
Die Gesamtkörperlänge der Weibchen beträgt durchschnittlich 87-98% der von Rüden, das Durchschnittsgewicht 80-85%.
Lebensraum
Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Herdenwirtschaft das am weitesten verbreitete und erfolgreichste Raubtier der Erde.
Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika verbreitet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada, Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche weniger als 100 Tieren) anzutreffen.
Diese Populationen werden in verschiedene Unterarten eingeteilt.
Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit lässt sie in den Eiswüsten der Arktis ebenso leben wie in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten Wölfe bewohnen Grasländer und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hatte.
Taxonomische Struktur der Art
Nach Bibikow ist die Unterartgliederung bis heute unbefriedigend; seit 1985 gibt es Versuche einer genetischen Revision der Unterarten des Wolfes (Mitochondrial DNA Method).
Zur Untersystematik zählen u.a.:
Ernährung
Der Wolf ist ein aktives Raubtier an der Spitze der Nahrungspyramide; seine Grundnahrung bilden Huftiere, Schalenwild und Aas, daneben fressen Wölfe auch pflanzliche Nahrung. Der Wolf spezialisiert sich in seinen Nahrungsbindungen auf die im jeweiligen Lebensraum am leichtesten erreichbaren Nahrungsmittel.
Wölfe jagen in ihren nördlichen Verbreitungsgebieten in Zusammenarbeit des Rudels Elche, Hirsche, Rentiere oder Rehe. Sie scheuen sich auch nicht, andere Raubtiere wie z. B. Luchse oder Bären von ihrer Beute zu vertreiben; manchmal jagen und fressen sie auch Füchse. Weiterhin leben sie von kleineren Tieren wie Hasen, Kaninchen und Kleinsäugetiere wie Wühlmäuse und Lemminge, die sie alleine jagen. In der Nähe von Menschen schlagen sie auch Schafe oder junge Rinder, teilweise auch Haushunde und Hauskatzen.
In nahrungsarmen Zeiten frisst der Wolf sowohl Aas als auch Abfälle; diese können frisch gerissene Beute gewichtsmäßig erheblich übertreffen.
Vitamine und Spurenelemente nimmt der Wolf nicht nur über den Verzehr pflanzenfressender Beutetiere auf, sondern er frisst auch selbst pflanzliche Nahrung. Zur vollwertigen Nahrung für Wölfe zählen auch Heidelbeeren, Preißelbeeren, Brombeeren, Wildobst sowie Blätter von Seggen und Gräsern.
Die sprichwörtliche Gefräßigkeit des Wolfes gehört ins Reich der Märchen und Legenden; nach aktuellen Forschungen liegt der jährliche Nahrungsbedarf des Wolfes zwischen 500 und 800 kg pro Individuum; der Wolf frisst täglich im Durchschnitt 2 kg, dabei sind aber auch längere Hungerperioden zu berücksichtigen, in denen keine Beute gemacht wird. In Ausnahmefällen kann ein Wolf bis zu 10 kg Fleich auf einmal verzehren, ein Teil davon wird jedoch wieder ausgewürgt und an anderen Stellen als Vorrat verscharrt.
Einzeltiere nehmen die geringsten Nahrungsmengen zu sich; ihre Tagesration liegt etwa bei einem Viertel dessen, was Rudeltiere durchschnittlich zu sich nehmen. Das Nahrungsdefizit wird überwiegend durch kleinere Tiere, Aas oder Haushunde gedeckt.
Jungwölfe verzehren auch verschiedene Insekten, insbesondere Käfer.
Domestizierung
Heute weiß man, dass der Haushund direkt vom Wolf abstammt. Hunderassen wie der Husky oder der Deutsche Schäferhund zeigen eine große Ähnlichkeit zum Wolf, sind aber mit ihm nicht näher verwandt als andere Rassen.
Eine gängige Annahme ist, dass sich vor etwa 14.000 Jahren Wölfe dem Menschen anschlossen, um seine Nahrungsreste zu vertilgen. Mit der Zeit wurden sie zutraulicher, und der Mensch erkannte ihren Nutzen. Eine andere Theorie ist, dass Wölfe zunächst als Fleischlieferanten dienten, ehe man herausfand, dass sie als Haustier anderen Nutzen haben konnten.
Über den Umweg des Haushunds stammt auch der australische Dingo vom Wolf ab.
Volksglauben und Literatur
Der Wolf ist ein Tier, das oft in Sagen, Mythen, Fantasy- und Horror-Geschichten vorkommt, z.B. als Fenriswolf, Werwolf oder Wolfskind.
Der Wolf tritt dabei in zwei gegensätzliche Rollen auf:
In der Mythologie der Römer werden Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt, ähnliches wird berichtet von den slowakischen Recken Waligor und Wyrwidub; auch der Gründer des alpersischen Reiches, Kyros, soll von Wölfen aufgezogen worden sein. In der germanischen Mythologie gibt es den Fenriswolf; vom Sagenheld Dietrichwird ebenfalls berichtet, er sei von Wölfinnen großgezogen worden.
Märchen und Literatur
Literarisch tritt der Wolf in vielen Tierfabeln (z.B. des Äsop) und in Märchen, wie dem Rotkäppchen der Gebrüder Grimm, auf.
Bekannte moderne Wolfsliteratur stammt von Rudyard Kipling (Die Dschungelbücher) oder Jack London (Ruf der Wildnis, White Fang), siehe auch den einzelgängerischen, allerdings menschlichen Steppenwolf Hermann Hesses.
Als eine der wichtigsten frühen Arbeiten gelten heute die von L. David Mech auf der Isle Royale im Lake Superior gemachten Langzeitbeobachtungen. Weitere wichtige Beiträge stammen beispielsweise von Adolph Murie (The Wolves of Mt. McKInley) und Henry S. Sharpe (Wolf and Man: Evolution in Parallel).
In Europa ist der Wolf gleich durch drei Richtlinien geschützt.
Dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of the Wild Fauna and Flora) vom 3. März 1973 gehören 152 Staaten an. Es stellt Richtlinien für den Handel mit geschützten Tieren und deren Erzeugnisse auf und schränkt die Ein- und Ausfuhr der Tiere oder Teile dessen (Felle, Schädel, Knochen...) ein. Der Wolf ist hier in Anhang II (gefährdete Tierart) gelistet, einige Subpopulationen sind vom Aussterben bedroht und in Anhang I gelistet.
In der Berner Konvention haben sich 45 Staaten auf die Erhaltung und den Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume verständigt. Der Wolf ist in Anhang II der Konvention gelistet.
Die FFH-Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, 92/43/EWG) wurde 1992 von der EU in Kraft gesetzt und soll europaweit die Ausweisung und Erhaltung von Lebensräumen und Wildtieren regeln. Der Wolf ist hier in Anhang IV gelistet, sein Lebensraum in Anhang II. Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umzusetzen.
In Deutschland wurde der letzte frei lebende Wolf am 27. Februar 1904 in der Lausitz erschossen. Er war mit 1,60 m Länge und einem Widerrist 80 cm sowie 41 kg Lebendgewicht ein sehr großer Wolf. Da es in der Gegend lange Zeit keinen Wolf mehr gegeben hatte, vermutete man erst hinter dem gerissenen Wild ein ausgebrochenes Zirkustier, weshalb er den Spitznamen "Tiger von Sabrodt" (Ort des ersten Auftauchens) erhielt.
Seit den 1990er Jahren sind immer wieder Wölfe über die polnische Grenze nach Deutschland eingewandert und hielten sich bevorzugt auf Truppenübungsplätzen auf. Obwohl sie streng geschützt sind, wurden sie immer wieder von Jägern geschossen - angeblich wegen Verwechslungen mit wildernden Hunden.
Trotzdem sind die ersten Wölfe in Sachsen schon heimisch geworden. Sie sind noch extrem bedrohte Seltenheiten, doch es scheint inzwischen möglich, dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch wird. Insgesamt ist der Wolf wieder in vielen europäischen Ländern auf dem Vormarsch z.B in: Italien, Frankreich, Österreich, Spanien, Slowenien, Kroatien, Schweiz.
Die im Juli 2002 aus einem Wolfsgehege bei Klingenthal in Sachsen entwischte Wölfin "Bärbel" wurde am 19. Januar 2003 in Niedersachsen erlegt und löste zahlreiche Diskussionen aus.
Der Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) sowie der im frühen 20. Jahrhundert ausgestorbene australische Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) sind keine echten Wölfe.
Der Wolf war das Tier des Jahres 2003.Forschung
Die wissenschaftliche Beobachtung des Wolfes, die über das Ausmessen gefangener Exemplare, kurzzeitige Beobachtungen und Vermutungen hinausgeht, begann erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie fanden vorwiegend in Nordamerika statt, da es dort noch große, naturbelassene Gebiete mit gesunden Wolfspopulationen gibt, und da durch populäre Romane und Berichte (etwa Farley Mowats Never Cry Wolf oder Lois Crislers Arctic Wild und Captive Wild) das Bild vom Wolf als dem Untier schon relativiert worden war.Schutz
In vielen Teilen der Welt, wo der Wolf heute (noch) vorkommt, wird er aktiv verfolgt.
Allerdings findet man vermehrt die Erkenntnis, dass der Wolf dem Menschen weniger gefährlich ist als allgemein angenommen, und dass der Wolf aus Naturschutzgründen ein willkommener Bestandteil der Fauna sein kann.Sonstiges
Dicht verwandt mit dem Wolf sind der Rotwolf (Canis rufus) aus Nordamerika (der vielleicht eine Hybride aus Wolf und Kojote darstellt), der Kojote (Canis latrans) und der Äthiopische Wolf (Canis simensis). Um den eigentlichen Wolf von diesen zu unterscheiden, wird er manchmal auch als Grauwolf bezeichnet - diese Bezeichnung ist allerdings im englischen Sprachraum ("Gray Wolf") verbreiteter als in der deutschen Sprache.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |