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Um das Problem zu erläutern, ist ein kleiner Ausflug in die Mathematik und in die Physik nötig: Mit dem Fahrrad fährt man auf der Straße oder auf einem Weg oder auf sonst irgendeinem Untergrund, den man, ohne die Allgemeingültigkeit zu verletzen, zu einer Ebene (im Sinne der Mathematik) abstrahieren kann. Aus den Mathematik-Schulbüchern weiß man vielleicht noch, dass man zur eindeutigen Definition einer Ebene drei Punkte braucht.
Ein Radfahrer, der an der Ampel steht, berührt die Straße, also die Ebene, auf der er fährt, an drei Punkten: Mit dem Vorderrad, mit dem Hinterrad und mit dem Fuß, mit dem er sich abstützt, damit er nicht umfällt. Die Ebene ist aus Sicht des Radfahrers eindeutig definiert.
Dann wird die Ampel grün, der Radfahrer steigt in die Pedale und fährt los, und jetzt berührt er nur noch in zwei Punkten die Straße, bzw. die Ebene, auf der er sich bewegt. Die Ebene scheint aus Sicht des Radfahrers nun nicht mehr eindeutig definiert, da zwei Punkte zur Definition einer Ebene nicht ausreichen. Zum aufrecht bleiben später mehr.
Wenn auf einen Hebel eine Kraft ausgeübt wird, definiert der Physiker dabei das Drehmoment M als
,
wobei F die auf die Pedale ausgeübte Kraft und l der Abstand zwischen Pedal und Tretlagerachse bedeuten. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, das sowohl die Kraft F als auch die Kurbel, d.h. der Hebel, eine Richtung haben (freilich ändert sich die Richtung des Hebels infolge der Krafteinwirkung). Sowohl F als auch l sind also Vektoren, so dass die Gleichung umgeschrieben werden muss:
Das Drehmoment ergibt sich jetzt als ein Vektor, der eine Richtung hat. ist hier das Ergebnis eines Vektorproduktes, und das bedeutet, das sowohl auf als auch auf senkrecht steht.
Das Drehmoment wird durch den Zahnkranz, die Kette, das Ritzel (und evtl. ein Getriebe) auf das Hinterrad, mithin auch auf das Vorderrad übertragen. steht also auf den Rädern des Fahrrades senkrecht, und damit auch auf der Fahrtrichtung senkrecht.
Jedoch muss der Radfahrer sein Fahrrad, wenn er die Richtung ändern will, nicht wie einen Kinderwagen anhalten und neu ausrichten, bevor er weiterfahren kann. Vielmehr kann er sein Fahrrad während des Fahrens in eine neue Richtung lenken. Dass dies möglich ist, hat einerseits mit der Einleitung des Drehmomentes in die Rollebene zu tun, andererseits aber auch mit der drehbaren Montierung der Gabel für das Vorderrad (mit dem die Fahrtrichtung bestimmt wird).
Das Drehmoment ist ein Vektor, der sich durch eine Richtung auszeichnet. Die daraus resultierende Rotation der massebehafteten Räder geben diesen ein besonderes Beharrungsvermögen, d.h. die Rotation sucht ihre Richtung beizubehalten. Dieser vom Kreisel bekannte Effekt wird zum Beispiel auch in der Raumfahrt ausgenutzt, um Ausrichtung von Satelliten im Raum stabil zu halten.
Umgekehrt bedeutet dies, dass zur Änderung der Richtung von eine Kraft aufgewendet werden muss. Die Kraft, die die Richtungsänderung herbeiführen soll, wirkt selbst wieder über einen Hebel (den Lenker), d. h., die Richtungsänderung wird letztlich durch ein weiteres Drehmoment auf der Lenkachse hervorgerufen:
Das aus dem Vektorprodukt von und resultierende Drehmoment erklärt, was beim Lenken geschieht:
Die Drehachse der Gabel, in der das Vorderrad montiert ist, ist eine schräg nach vorne verlaufende Achse. Das bewirkt, dass sich der gedachte Schnittpunkt der Lenkachse auf dem Boden vor dem Reifenaufstandspunkt in günstigem Abstand für ein stabiles Fahrverhalten befindet, dem so genannten Nachlauf (Einkaufswageneffekt). Die Neigung der Lenkachse und ein nicht zu grosser Nachlauf bewirken, dass sich beim Einschlagen der Lenkung das Lenklager geringfügig hebt und durch das darauf lastende Gewicht bestrebt ist, wieder in die Geradeausstellung zurückzukehren. Um diese Einflüsse zwecks ausgeglichenem Fahrverhalten zu optimieren, sind die Gabelenden, an denen die Vorderradachse befestigt ist, nach vorne gebogen, so dass der Nachlauf nicht zu gross wird.
Durch den Kreiseleffekt der rotierenden Räder (neben dem Drehmoment ) wird eine zusätzliche Stabilisierung des Fahrrades erreicht: Das Fahrrad ist bestrebt, die eingeschlagene Richtung beizubehalten. Eine Richtungsänderung muss durch einen Kraftaufwand und/oder Gewichtsverlagerung eingeleitet werden, die mitsamt den Kurskorrekturen beim geübten Radler flüssig und unbewusst erfolgen.Vorwärtsbewegung
Das Fahrrad fährt, weil der Radfahrer es in Bewegung hält. Er oder sie tut dies, indem er in die Pedale tritt, d.h. es wird eine Kraft auf die Pedale ausgeübt, die in den Kurbeln festgeschraubt sind. Die Kurbeln sind mit einer Achse fest verbunden, die im Tretlager drehbar gelagert ist. Kurbeln und Tretlager können daher als Hebel angesehen werden.Um die Kurve und oben bleiben
Zur Definition einer Ebene sind, wie eingangs festgestellt wurde, drei Punkte nötig. Eine Ebene kann mathematisch jedoch auch durch zwei zueinander nicht parallele Vektoren definiert werden. Daher ist die Ebene, auf der der Radfahrer unterwegs ist, durch das Drehmoment und die Fahrtrichtung eindeutig definiert.,
wobei die zur Richtungsänderung aufgewendete Kraft und die Hebellänge des Lenkers bedeuten.,
d.h. steht sowohl auf als auch auf senkrecht. Da die letzteren beiden zur Fahrtrichtung senkrecht sind ( horizontal und vertikal), ist parallel zur Fahrtrichtung. Das bedeutet, dass sich das Fahrrad zur Seite neigen wird, wenn der Lenker unter der Fahrt eingeschlagen wird, und sich wieder aufrichtet, wenn der Lenker wieder in die Geraudeaus-Stellung zurückgedreht wird. Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass das Vorderrad sich um die Gabelachse zur kurveninneren Seite dreht, wenn der Radfahrer das Fahrrad durch Gewichtsverlagerung in die Kurve neigt, und erst wieder in die Geradeaus-Stellung zurückkehrt, wenn das Fahrrad wieder aufgerichtet wird, ein Vorgang bei dem zusätzlich zu den Kreiseleinflüssen auch das Unterfahren des eigenen Schwepunkts zum oben bleiben wichtig ist.
Im geneigten und an der Lenkachse eingewinkelten Zustand sind die Drehachsen von Vorder- und Hinterrad nicht mehr zueinander parallel, so dass das Fahrrad eine Kurve fährt.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |