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1 Vokalquantität im Deutschen 2 Vokalquantität in anderen Sprachen 3 Vokalquantität als metrische Grundlage der antiken Dichtung |
Vokalquantität im Deutschen
Im Deutschen kann man die kurzen und langen Vokale einander als sechs Paare gegenüberstellen:
Damit ist nicht gesagt, dass sich die Vokale eines Paars nur durch ihre Quantität unterscheiden; zumindest o, ö und ü werden in der kurzen Variante offen, in der langen Variante geschlossen artikuliert.
Das kurze ä wird meistens als e geschrieben:
Somit hat die deutsche Sprache sieben kurze und acht lange Vokalphoneme. Die Diphthonge werden zu den langen Vokalen gezählt.
Die Einteilung in kurze und lange Vokale ist nicht an eine bestimmte physikalische Dauer des Lauts geknüpft. Eines Sprechers lange Vokale können kürzer sein als eines anderen Sprechers kurze Vokale. Zur Verständigung erforderlich ist nur, dass ein Sprecher überhaupt eine hörbare Unterscheidung zwischen kurzen und langen Vokalen macht.
Bei Worten, in denen sich die Vokalquantität nicht durch paarweise Gegenüberstellung ermitteln lässt, greift Analogiebildung.
In der deutschen Orthographie wird ein kurzer Vokal oft durch Verdoppelung des nachfolgenden Konsonanten angezeigt. Das Schriftbild verleitet viele erwachsene Sprachbenutzer zu falschen Rückschlüssen auf die Phonetik ihrer Sprache; in diesem Fall zu der Vermutung, es gebe kurze und lange Konsonanten. Tatsächlich gibt es im Deutschen keine phonemisch relevante Konsonantenquantität.
Vokalquantität in anderen Sprachen
Eine zweiwertige Einteilung in kurze und lange Vokale gibt es auch in vielen anderen Sprachen. Oft sind die kurzen und die langen Vokale jedoch im Vokaltrapez so unterschiedlich angeordnet, dass die Opposition kurz - lang immer mit einem deutlichen Unterschied der Artikulation einhergeht.
Im Englischen beruht der minimale Kontrast in dem Paar
Im Englischen wird die Situation noch dadurch kompliziert, dass stimmhafte Konsonanten am Silbenende in einigen Aussprachevarianten ("accents") eine Vokallängung zur Folge haben, so dass sich der Unterschied in diesen speziellen Fällen fast nur noch auf die Qualität beschränkt. Hier ein Beispiel:
Im Japanischen wird in der Silbenschrift die Vokalquantität explizit ausgedrückt. Jeder der fünf Vokale kann gelängt vorkommen, dabei ist in vielen Fällen die länge eines Vokals bedeutungsentscheidend. Ein Beispiel:
Es gibt auch Sprachen, in denen die Vokalquantität als Unterscheidungsmerkmal gar nicht verwendet wird, etwa Spanisch und Neugriechisch.
Vokalquantität als metrische Grundlage der antiken Dichtung
Im Altgriechischen und Lateinischen beruht die gesamte Dichtung nicht wie im Deutschen auf Wortbetonung und Reim, sondern auf der Vokalquantität.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |