Infos Home | Impressum | Original Artikel & Autoren Liste


Vokalharmonie

Im weiteren Sinn bezeichnet man mit Vokalharmonie jede Angleichung von Vokalen an den Artikulationsort oder die Artikulationsweise eines anderen Vokals. Es handelt sich also um einen Assimilationsvorgang, der die Aussprache erleichtert. Die Entstehung der deutschen Umlaute fällt in diese Kategorie.

Sprachen mit Vokalharmonie haben eine phonologische Regel, die verlangt, dass alle Vokale eines Wortes zu einer bestimmten Gruppe von Vokalen gehören. Häufig sind die Einteilung in gerundete bzw. ungerundete oder hintere bzw. vordere Vokale. Vokalharmonie herrscht vor, wenn alle Vokale eines Wortes entweder zur einen oder dann zur anderen Gruppe gehören. Zum Teil existieren auch neutrale Vokale.

Im Türkischen gibt es zum Beispiel zwei verschiedene Morpheme um den Plural anzuzeigen, nämlich -ler und -lar. Die Wahl des Morphems hängt vom Vokal in der vorangehenden Silbe ab. So heißt zum Beispiel "ev - evler" (das Haus, die Häuser), aber es heißt "kitaplar" (die Bücher).

Finnisch hat drei Klassen von Vokalen:

  1. Vordere Vokale: (/ä/, /ö/, /y/)
  2. Hintere Vokale: (/a/, /o/, /u/)
  3. Neutrale Vokale: (/i/, /e/)

Laut der Regel dürfen Vokale aus Gruppe 3 mit Vokalen aus jeweils einer der beiden anderen Gruppen kombiniert werden. Vokale der Gruppen 1 und 2 hingegen dürfen nicht im selben Wort vorkommen. Das bedeutet, das Bildungen wie [tytö], [työti], und [tutoti] den phonotaktischen Regeln des Finnischen genügen, *[tutöti] und *[tyto] hingegen nicht.

Bei Zusammensetzungen kann diese Regel verletzt werden. Im Finnischen werden die Suffixe an den hinteren Teil angepasst.

Zu den Sprachen mit Vokalharmonie gehören neben Türkisch und Finnisch unter anderem auch Ungarisch, Mongolisch, Koreanisch und einige Bantusprachen.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.