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1 Gewinnung 2 Reinigung 3 Beschaffenheit 4 Verwendung |
Gewinnung
Zur Gewinnung der zwischen Holz und Rinde oder in besonderen Hohlräumen gebildeten Ausscheidungen macht man entweder durch die Rinde senkrechte rinnenartige Einschnitte, an deren unterem Ende die Masse in besonderen Vertiefungen oder untergestellten Gefäßen aufgefangen wird, oder man bohrt die Stämme an und läßt aus den mit Pfropfen verschlossenen Löchern von Zeit zu Zeit den Balsam ausfließen. Das Anhauen oder Anbohren der Bäume erfolgt im Frühjahr, das Ausfließen dauert bis in den Herbst, und zwar am reichlichsten bei der Sonne ausgesetzten Bäumen mit dicker Rinde (siehe auch: Pecherei).
Reinigung
Die gesammelten, oft durch Erde oder Sand, Nadeln und Rindenstückchen verunreinigten Massen werden durch Schmelzen bei gelindem Feuer verflüssigt, durch grobe Tücher oder eine Strohschicht geseiht und auf Fässer gefüllt. In den Vereinigten Staaten setzt man sie einfach in Fässern mit durchlöchertem Boden der Sonnenwärme aus, worauf der reine Terpentin von selbst abtropft. Auch in Frankreich wird Terpentin auf diese Weise gereinigt und Pâte de térébenthine au soleil, als dickflüssige, oder à la chaudière, als dünnflüssige Sorte, genannt.Beschaffenheit
Die Terpentine sind honigdicke, sehr zähflüssige, je nach der Herkunft klare oder trübe, aromatisch riechende und schmeckende Massen, die, obschon im allgemeinen von gleicher Zusammensetzung, doch in Konsistenz, Färbung, Geruch und Ölgehalt Abweichungen zeigen und nach den Ursprungsländern in folgende Handelssorten unterschieden werden:Verwendung
Terpentin dient hauptsächlich dazu, Harze weicher und geschmeidiger zu machen, und wird daher als Zusatz für Siegellacke, Harzfirnisse, Lacke, Kitte und Ätzgründe verwandt. Zur Herstellung von Lack kann nur die wasserfreie Venetianer Sorte benutzt werden, da sonst trübe Lacke entstehen. Sie verbrennt im Gegensatze zu dem gewöhnlichen wasserhaltigen Terpentin ohne prasselndes Geräusch. Weiter wird Terpentin als Zusatz zu Salben, Pflastern und Hufkitt sowie in der Medizin viel verwandt. Auch bildet er den Rohstoff zur Darstellung des Terpentinöls, des Kolophoniums und des Isoprens (für Kautschuksynthese).
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