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Tempel

Tempel (v. lat. templum) ist die deutsche Bezeichnung von Gebäuden, die in vielen Religionen als Heiligtum dienen.

Inhalt
1 Ursprung
2 Die israelitischen Tempel
3 Der Tempelbau der Griechen
4 Der Tempelbau der Römer
5 Christentum
6 Übrige Weltreligionen
7 Tempel als touristische Anziehungspunkte
8 Siehe

Ursprung

Bei den Völkern des klassischen Altertums ein der Gottheit geweihter Bezirk, dann das auf demselben stehende Gebäude, zur Aufnahme der Götterbilder, des Altars und der Priester, aber nur selten des Volkes bestimmt.
Im Innern des eigentlichen Tempelhauses oder der Zelle (cella) stand die Bildsäule oder das Bild der Gottheit, welcher der Tempel gewidmet war, auf einem Postament an der dem Eingang gegenüberliegenden Mauer, vor ihm ein entweder runder oder viereckiger Opfer- und Betaltar.
Die Decke bestand aus Holz, selten aus Stein und war gewöhnlich eben, später bisweilen auch gewölbt. Der Fußboden war anfangs aus Steinplatten, später aus Mosaik hergestellt. Die Säulen des Portikus schmückte man oft mit erbeuteten feindlichen Schilden.

Stufen hatten die griechischen Tempel in der Regel, und zwar liefen sie stets ringsherum. Der dadurch geschaffene Stufenunterbau hieß Krepidoma.
Der Platz um den Tempel, soweit er der Gottheit geweiht war, hieß Peribolus. Mit einer Mauer umgeben, enthielt er Altäre, Statuen, Monumente aller Art.

Die israelitischen Tempel

Die Hebräer besaßen jeweils nur einen einzigen Tempel, zuerst den Zelt-Tempel (Stiftshütte), dann den salomonischen und den herodianischen Tempel, später den berühmten Tempel zu Jerusalem, ihr Nationalheiligtum.

Siehe Detailartikel Israelitische Tempel

Der Tempelbau der Griechen

Die höchste künstlerische Ausbildung erfuhr der Tempelbau durch die Griechen, welche, von der einfachsten Form ausgehend, allmählich zu einer Anzahl von Typen gelangten, die nicht nur für die Römer maßgebend gewesen sind, sondern auch auf die Baukunst der neuern Zeit Einfluss geübt haben.

Siehe Detailartikel Griechischer Tempel

Der Tempelbau der Römer

Im römischen Sakralbau vermischen sich etruskische und griechische Einflüsse.

Die etruskischen Tempel haben einen Sockel und heben sich somit deutlich von der Umgebung ab. Sie sind richtungsbezogen, haben also einen rechteckigen Grundriss. Eine Freitreppe an der Schmalseite führt in die Vorhalle, eine offene Säulenhalle, die vor der oft dreiteiligen Cella, dem Innenraum liegt. Der römische Architekt Vitruv untersuchte die Tempel und überlieferte die Proportionen Länge zu Breite: 6 zu 5; Länge von Vorhalle und Cella: je 1/2. Das ganze wird von einem flachen Satteldach mit Tonziegeln abgedeckt.

Die römischen Tempel übernehmen die etruskischen Vorbeilder, griechische Einflüsse werden aber im Laufe der Zeit (2.Jh.v.Chr.) immer stärker: der Grundriss wird in Längsrichtung gestreckt, die Cella wird im Verhältnis zur Vorhalle größer, ihre Dreiteilung wird zugunsten eines Großrams aufgegeben. Ein gut erhaltenes Beispiel aus der augusteischen Zeit ist die Maison Carreé in Nimes.

Christentum

Im Christentum spielte in der ersten Zeit der Jerusalemer Tempel noch eine Rolle. Da sich jedoch Jesus sehr kritisch gegenüber dem Tempel verhalten hatte und da der getaufte Mensch selbst als Tempel Gottes verstanden wurde, endete der Tempelkult im Christentum, fand jedoch ab Konstantin I. eine neue Form in den Kirchenbauten. Noch heute jedoch wird in den Lesungen zum Kirchweihfest der Text gelesen: "Der Tempel Gottes seid IHR". In Reiseführern begegnet zuweilen das Wort Tempel als Synonym für Kirche, vor allem dann, wenn die Texte aus dem Italienischen übersetzt sind, da hier das Wort templo immer noch als Synonym für chiesa (Kirche) gebraucht wird.

Auch in der Christlich-Orthodoxen Kirche werden die Gotteshäuser als Tempel bezeichnet, während das Wort Kirche nur für die Institution selbst verwendet wird.

Unter den kleineren christlichen Gemeinschaften sind die Mormonen für ihre teilweise extravaganten Tempelbauten bekannt.

Übrige Weltreligionen

Islam

Das arabisch Wort
Moschee bedeutet wörtlich übersetzt ebenfalls Tempel.

Asien

Einige der großen Weltreligionen, die Tempel als Heiligtümer haben, sind der

Tempel als touristische Anziehungspunkte

Die Tempel und Tempelruinen vergangener Kulturen wie die von
Babylon, Assyrien, Griechenland, Rom, der Azteken und Inka sind wichtige archäologische Denkmäler, die häufig auch touristische Anziehungspunkte sind.

Siehe


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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