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Es ist ein Phosphorsäureester und von der Struktur her vielen Pflanzenschutzmitteln ähnlich. Es ist farblos und riecht nach Fisch. Bei seinem Einsatz kann Blausäure entstehen. Die Summenformel lautet: C5H11N2O2P
Das Molekulargewicht beträgt 162,12 g/mol. Der Schmelzpunkt liegt bei -50 °C. Der Siedepunkt bei 246 °C.
Geschichte
40 km nördlich von Breslau in Dyhernfurth begann 1940 die deutsche Wehrmacht und die SS mit dem Bau einer Chemiewaffenanlage zur Herstellung von vor allem Tabun. Dort wurden ca. 12.000 Tonnen Tabun erzeugt und hauptsächlich von KZ-Häftlingen verarbeitet. Otto Ambros, der Vorstandsvorsitzende der Anorgan, einer IG-Farben Gesellschaft, war einer der Hauptverantwortlichen für das Werk.
Tabun ist das älteste der drei so genannten G-Kampfstoffe (Code: GA) neben Soman und Sarin. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahmen die USA und Großbritannien die Fertigung dieses Kampfstoffes. Die Sowjetunion hingegen zeigte kein großes Interesse an Tabun und konzentrierte sich mehr auf Soman. Tabun wurde außerdem von Saddam Hussein im Iran-Irak-Krieg und 1988 gegen die eigene Bevölkerung im kurdischen Nordirak eingesetzt.
Wirkungsweise
Die Aufnahme von Tabun ist über die Haut und die Atmung möglich. Nur ein Ganzkörperschutz verhindert sicher eine Aufnahme des Stoffes. Im Körper blockiert Tabun die Acetylcholinesterase. Diese ist Bestandteil der Kommunikationsvorgänge im Nervensystem.
Daher kommt es je nach Stärke der Vergiftung zu folgenden Symtomen: Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen, Augenschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Zucken der Muskulatur, unkontrollierter Harn- und Stuhlabgang, Atemnot, Angstzustände, Spannungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein.
www.m-ww.de/pharmakologie/giftstoffe/tabun.html
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