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Die Schule des symbolischen Interaktionismus (auch Chicagoer Schule) wurde von George Herbert Mead begründet.
Die Begriffe "Zeichen" und "Symbol" werden häufig verwechselt oder synonym verwendet und lassen sich folgendermaßen unterscheiden: Umberto Eco fasste die Diskussion um die Begriffe 1977 zusammen, wobei zwischen Ikon, Index und Symbol unterschieden wird:
Diese Interpretation menschlichen Handelns lässt sich ebenso auf gemeinsames, kollektives Handeln anwenden, an dem eine Vielzahl von Individuen beteiligt ist. Gesellschaftliches Handeln (im wörtlichen Sinne, d.h. Handeln in einer Gesellschaft / einem sozialen Umfeld) lässt sich somit nach Blumer immer als soziales Handeln benennen. Da jedwedes gesellschaftliche Handeln immer aus Individuen besteht, ist es durch den symbolischen Interaktionismus möglich, dieses Handeln sowohl in seinem gemeinsamen, kollektiven Charakter zu betrachten wie auch in seinen individuellen, d.h. durch die symbolischen Interaktionen einzelner Individuen konstituierten Komponenten. Der symbolische Interaktionismus verheißt somit, auch komplexe gesellschaftliche Vorgänge zumindest theoretisch auf seine jeweils kleinste Einheit, das Individuum, herunter brechen zu können. Gemeinsames, kollektives Handeln stellt hierbei immer das Resultat bzw. den Verlauf eines Prozesses gegenseitig interpretierender Interaktionen dar.
Menschliches Zusammenleben besteht also „aus und in dem gegenseitigen Aufeinanderabstimmen der Handlungslinien durch die Beteiligten“, wobei der spezifische Charakter der gemeinsamen Handlungen in der Verbindung eben dieser selbst begründet und unabhängig von dem ist, was jeweils verbunden oder verknüpft wird.
Das gemeinsame Handeln, welches Blumer auch als das „verbundene Handeln der Gesamtheit“ bezeichnet, ist somit immer die Gesamtheit der Verkettungen / Aufeinanderabstimmungen einzelner Handlungen der Individuen und somit das Ergebnis eines fortwährend ablaufenden, niemals abgeschlossenen Entwicklungsprozesses.
Betrachtet man diejenigen Fälle, in denen das gemeinsame Handeln wiederkehrend und stabil ist (also gesellschaftlich gefestigte, sich wiederholende Muster gemeinsamen Handelns), so haben die an der jeweiligen Situation beteiligten Menschen im Voraus ein Verständnis davon, wie sie und andere handeln wollen und wahrscheinlich werden. Dieses Verständnis ergibt sich aus den gemeinsamen, schon bestehenden Deutungen dessen, was von der Handlung eines Teilnehmers einer Situation zu erwarten ist. Aufgrund eben dieses Verständnisses ist jeder Teilnehmer in der Lage, sein eigenes Verhalten auf der Grundlage dieser Deutungen zu steuern. Hierbei läuft der geneigte Leser Gefahr, Ursache und Wirkung dahingehend zu vertauschen, dass er zu dem Schluss kommen könnte, es sind also die Normenen, Regeln, Werte und Sanktionen welche das Handeln der Menschen determinieren, indem sie vorschreiben, wie Menschen in den unterschiedlichsten Situationen zu handeln haben. Jedoch werden laut Blumer die Interaktionen der Teilnehmer einer Situation nicht von den Werten und Normen determiniert; sondern die Werte und Normen werden erst durch das kontinuierliche Aushandeln von Bedeutungen in den Interaktionen der Teilnehmer konstituiert.
Dies gilt auch wenn die Handlungen konsistent bleiben! Denn auch wenn es sich um eine dauerhaft bestehende und wiederkehrende Form gemeinsamen Handelns dreht, muss jede einzelne Wiederholung einer solchen gemeinsamen Handlung erneut entwickelt werden. Wenn sich die Handlung wiederholt, so tun die Teilnehmer dies, indem sie dieselben wiederkehrenden und konstanten Bedeutungen benutzen. Hierbei könnte man allerdings erörtern, ob die jeweiligen Handlungen dann nicht dennoch eine einzigartige Qualität besitzen, da selbst bei konstant bleibenden Deutungen keine Situation genau wie die andere sein wird.
Die ständige Neubildung von Handlungen und Deutungen, auch wiederkehrender, anzuerkennen, bedeutet also quasi eine Verschiebung der Perspektive dahingehend, dass es nicht die gemeinsame Handlung selbst ist, auf die es ankommt und welche sich einer „über allem schwebenden“ Regel oder Norm unterordnet, sondern dass es die Aushandlungen der Bedeutungen sowie der Konstruktionsprozess der gemeinsamen Handlung sind, welche die Regeln und Normen erst entstehen lassen.
Sowohl wiederkehrende, „eingefahrene“ Handlungen als auch neue Formen gemeinsamen Handelns sind also als das Ergebnis eines durch Interaktion angetriebenen Interpretationsprozesses zu sehen.
Herbert Blumer, Der methodologische Standort des symbolischen Interaktionismus. In: Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen (Hrsg.), Alltagswissen, Interaktion und gesellschaftliche Wirklichkeit, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1973
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