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Suda

Die Suda (altgr. η Σουδα) ist das umfangreichste erhaltene byzantische Lexikon; es entstand vermutlich um 970 im 10. Jahrhundert.

Inhalt
1 Übersicht
2 Quellen
3 Titel
4 The Suda On Line (SOL)
5 Ausgaben
6
7

Übersicht

Die Suda enthält über 31.000 Lemmata und ist - im Gegensatz zu den meisten anderen Nachschlagewerken dieser Zeit - alphabetisch gegliedert und kann daher als sehr früher Vorläufer moderner Konversationslexika gedeutet werden.

Die Suda enthält zahlreiche Artikel über Leben und Werk antiker Autoren sowie über antike Geographie und Geschichte. Der Inhalt ist wenig verlässlich, da anscheinend viel aus dem Gedächtnis zitiert worden ist und die benutzen Quellen bereits ihrerseits unzuverlässig waren. Da das Lexikon viele in den Dunklen Jahrhunderten untergegangene Werke zitiert, ist es für die Klassische Philologie eine unersetzliche Quelle.

Dem humanistischen Philologen Justus Lipsius wird der Satz zugeschrieben: pecus est Suidas, sed pecus aurei velleris - Suidas ist ein Schaf, aber ein Schaf mit goldener Wolle.

Quellen

Das Werk wurde vermutlich von mehreren Autoren kompiliert aus älteren, überwiegend verloren gegangenen antiken Lexika von Eudemos, Helladios, Longinos, Eirenaios und Pamphilios sowie Scholien zu Werken klassischer Autoren wie Aristophanes, Homer, Sophokles, Thukydides, Lukianos.

Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass möglicherweise überwiegend jüngere Vorlagen verwendet wurden, so beispieslweise die Συναγωγη λεξεων χρησιμων und Harpokration. Die Hinweise auf antike Historiker gehen vermutlich ebenfalls nicht auf die Originaltexte zurück, sondern überwiegend auf Constantinus Porphyrogennetos.

Titel

Das Werk wird heute als Suda zitiert. Es wurde bis etwa 1930 einem Autor namens Suidas (auch Souidas oder Soudas) zugeschrieben, ein Autor dieses Namens ist aber sonst nicht bekannt; dieser Irrtum geht vermutlich bereits auf Eustathios zurück. Wahrscheinlich handelt es sich daher bei dem (fälschlich als Suidas gelesenen) Wort Suda in den Handschriften um den Titel des Werks, nicht um den Namen eines Verfassers. Der Titel bedeutet wahrscheinlich "Schanzwerk" oder "Befestigungsanlage".

The Suda On Line (SOL)

Die Suda steht teilweise in digitaler Form zur Verfügung; seit Januar 1998 erarbeitet eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern die web-basierte Edition The Suda On Line (SOL) unter www.stoa.org/sol/ www.stoa.org/sol/ (vgl. www.hist.net/archiv/kurse-und-projekte/webtg/suda/index.htm Präsentation); die Übersetzung und Kommentierung steht unter der Creative-Commons-Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike (creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/1.0/ ).

Ausgaben


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.