Sturmflut
Eine Sturmflut ist ein durch Sturm mit auflandigen Winden erhöhter Tidenstrom. Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn der Tidenhöchststand das mittlere Tidenhochwasser um mehr als einen Meter übersteigt.
Die Opfer der Sturmfluten von 1953 (vor allem in den Niederlanden) und 1962 (vor allem in Deutschland und Dänemark) waren Anlass für umfangreiche Küstenschutzmaßnahmen, z.B. die Deltawerke.
Diese massive Investitionen in den Küstenschutz, insbesondere durch Deichbau und Sperrwerke, haben dafür gesorgt, dass die jüngsten Sturmfluten weitaus weniger Schäden verursachten als frühere, niedrigere Sturmfluten.
Im Zuge der globalen Erwärmung durch den verstärkten Treibhauseffekt wird allerdings mit einer Erhöhung der Sturmflutgefahren durch drei Effekte gerechnet: Erhöhte Sturmwahrscheinlichkeit, Erhöhung der Sturmintensitäten und genereller Anstieg des Meeresspiegels.
Große Sturmfluten
an der deutschen Nordsee-Küste:
- um 340 v. Chr "Cimbrische Flut"
- um 120 v. Chr Eine Sturmflut, die die jütländische Halbinsel verwüstete und viele Todesopfer gefordert haben soll
- Februar 1164 "Julianenflut"
- 1216 Es sollen 10.000 Menschen gestorben sein
- 16. Januar 1219 "1. Marcellusflut"
- 1287 "Luciaflut"
- 16. Januar 1362 "Groote Mandränke", auch "2. Marcellusflut" genannt. Über 100.000 Todesopfer. Rungholt geht unter, der nordfriesische Küstenverlauf wird massiv verändert
- 1400 "Friesenflut"
- 1. November 1436 "1. Allerheiligenflut"
- 1532 "2. Allerheiligenflut" ??
- 1558 Middeldorp - auf der Insel Busen geht unter
- 1. November 1570 "3. Allerheiligenflut"
- 1572 "Kornflut"
- 1. Dezember 1615 "Große Schadensflut"
- 26. Februar 1625 "Hohe Eisflut"
- 11. Oktober 1634 "2. Groote Mandränke". 8.000 bis 15.000 Todesopfer. Untergang der Insel Strand. Überreste sind Pellworm und Nordstrand, der nordfriesische Küstenverlauf verändert sich deutlich
- 12. November 1686 "St. Martins-Flut"
- 24 bis 26. Dezember 1717 "Weihnachtsflut"
- 3/4. Februar 1825 "Februarflut"
- 13. März 1906 "Märzflut"
- 1953 "Hollandflut"
- 17. Februar 1962 "Hamburger Sturmflut" mit über 300 Todesopfern
- 23. Februar 1967 "Zweite Niedrigwasser-Orkanflut", Windstärken (bis zu 14 Beaufort, entspricht über 140 km/h)
- 3. Januar 1976 "Jahrhundertflut", 6,45 Meter über NN am Pegel St. Pauli, 6,25 m über NN bei Schulau, 5,16 m in Büsum und 5,66 m in Husum.
- 24. November 1981 "Nordfrieslandflut"
- 26 bis 28. Februar 1990 In Büsum wurden Windgeschwindigkeiten von 162 km/h gemessen. Die Küste erlebte in den drei Tagen zwei Sturm-, zwei Orkanfluten und eine Windflut.
- 10. Januar 1995 Sturmflut mit Wasserständen ähnlich wie 1962
In den letzten Jahren (2004) ist in der Nordsee eine Veränderung der Sturmflutcharakteristik beobachtet worden, die die auf empirischen Verfahren basierende Vorhersage für Hamburg schwieriger macht. Möglicherweise ist dies auf veränderte Bahnen der Tief- und Hochdruckgebiete über Island bzw. den Azoren zurückzuführen. Diese veränderten Bahnen könnten mit der globalen Erwärmung zusammenhängen.
siehe auch: Eidum
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