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Stereotyp

Der Begriff Stereotyp tritt in verschiedenen Zusammenhängen mit unterschiedlicher Bedeutung auf. Allen Bedeutungen ist gemeinsam, dass ein bestimmtes gleichbleibendes oder häufig vorkommendes Schema bezeichnet werden soll. Ein Stereotyp kann als eine griffige Zusammenfassung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufgefasst werden, die häufig einen hohen Wiedererkennungswert hat, dabei aber in aller Regel für sich genommen den gemeinten Sachverhalt sehr vereinfacht.

Der Rest dieses Artikel geht insbesondere auf die sozialwissenschaftliche Bedeutung des Stereotyp-Begriffes ein.

In die Literatur eingeführt wurde der Begriff 1922 von Walter Lippmann. Seine Arbeit "Public Opinion - die öffentliche Meinung" war bahnbrechend für die Stereotypenforschung.

Der Begriff ist nur schwer vom Begriff des Vorurteils zu unterscheiden.

Das Stereotyp ist ein interdisziplinäres Problem verschiedener Fachrichtungen (Psychologie, Soziologie, Linguistik). In der Literatur kann man sich nicht darauf einigen, zu was Stereotypen gehören sollen: Sind es besondere Haltungen, Überzeugungen oder verbale Ausdrücke von Überzeugungen? Einig ist man sich dagegen, was die Merkmale von Stereotypen anbelangt:

In der Psychologie übernimmt das Stereotyp verschiedene Aufgaben, als: Außerdem gibt es in Bezug auf Gruppen verschiedene Theorien:
  1. Komplexitäts-Extremitäts-Theorie: Je mehr Dimensionen ein Urteilsgegenstand hat, desto weniger extrem ist das Gesamturteil. Stereotype haben wenige Dimensionen und fallen deshalb eher extrem aus (positiv oder negativ).
  2. Reizklassifikationstheorie: Beim Zuordnen von Gegenständen in vorgegebene Kategorien wird der Unterschied in der Kategorie verkleinert, während er zwischen den Kategorien größer wird. Da Stereotype auf einer Urteilsverzerrung beruhen, tritt eben dieser Effekt auf.
  3. Theorie der vermuteten Merkmale: Den Mitgliedern der eigenen Gruppe werden eher positive, den Mitgliedern anderer Gruppen eher negative Merkmale zugeordnet. Stereotype heben die positiven Eigenschaften einer Gruppe noch hervor (oder auch die negativen).
  4. theoretischer Ansatz der Erwartungsabweichung: Es gibt bestimmte Merkmale, die man Gruppenmitgliedern zuschreibt - bei einer Abweichung ändert man seine Einstellung in die erfahrene Richtung. Stellt ein Beobachter fest, dass eine andere Person positiv von seiner Erwartung abweicht, wird er sie noch positiver beurteilen.

Beispiele: Computerfreaks sehen genauso aus wie die Pizza, die sie jeden Abend essen. Japaner würden sich eher eine Hand abhacken lassen, als ein schlechtes Wort über ihre Firma zu verlieren.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.