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Der Stellungskrieg geht immer auf einen militärischen Vorteil des Verteidigers zurück, wie ihn z. B. die Infanterie im 1. Weltkrieg durch das Maschinengewehr und die Unterstützung mit schwerer Artillerie erlangt hat. Erst wenn Verteidigung aussichtsreicher als Angriff ist, lohnt sich für Militärs das Ausweichen auf den Stellungskrieg, der im Gegensatz zum Bewegungskrieg keine großen Gebietsgewinne ermöglicht.
Anfänge des Stellungskriegs ließen sich bereits in Belagerungen des 17. und 18. Jahrhunderts erkennen, aber erst im Krim-Krieg und vor allem im Amerikanischen Bürgerkrieg zeigte sich, dass Grabenkrieg und infanteristische Kriegsführung die Reiterei hat wertlos werden lassen und jeden Angriff zu einem kostspieligen Risiko machte. Auch wenn die Deutschen Einigungskriege klassische Bewegungskriege waren, zeigte sich auch hier vereinzelt der Beginn eines neuen Zeitalters auf den Schlachtfeldern, so z. B. bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen oder der Belagerung von Paris.
Im Erster Weltkrieg erstarrte die Westfront bereits Ende 1914 zum Stellungskrieg, auch wenn an der Ostfront weiterhin weiträumige Operationen möglich waren. Durch die Grabenkämpfe in Nordfrankreich wurde der Erste Weltkrieg zum längsten und blutigsten Stellungskrieg in der Geschichte. Allein die Kämpfe vor Verdun forderten von 1916 bis 1918 über 400.000 Menschenleben, endeten aber mit nahezu unveränderten Fronten.
Die Erfindung des Tanks brachte zwar militärische Erfolge, wie z. B. in der Schlacht von Cambrai, es zeigte sich aber, dass auch diese frühen Panzer nicht in der Lage waren, den Stellungskrieg in einen Bewegungskrieg zu verwandeln. So gingen die Gebietsgewinne der Alliierten vor Cambrai nach einer Gegenoffensive deutscher Sturmtruppen wieder verloren. Die Panzer des Ersten Weltkriegs erreichten Höchstgeschwindigkeiten von maximal 8 km/h und konnten mit Flammenwerfern und Geschützen bekämpft werden. Das Ende der Stellungskämpfe im Ersten Weltkrieg wurde erst durch das zuletzt enorme Übergewicht der Alliierten an Soldaten und Kriegsgerät erreicht, die seit 1917 durch die größte Wirtschaftsmacht USA verstärkt worden waren.
Erst die Entwicklung von neuartigen Militärdoktrinen, wie der "verbundenen Kriegsführung" durch Militärs wie Fuller, Hart, Guderian und de Gaulle und die Schaffung von Panzerdivisionen machte den Verteidigungsvorteil der Infanterie zunichte und ermöglichte das Wiederaufleben des Bewegungskrieges. Entscheidend wurde das Zusammenwirken von Panzerverbänden, Kampfflugzeugen und Infanterie und die so genannte Schwerpunktbildung an einem begrenzten Frontabschnitt.
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