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Sperrdifferential

Sperrdifferenziale bzw. -tiale ersetzen normale Differentialgetriebe in einem mehrspurigen Kraftfahrzeug. Dabei gibt es -wie beim normalen Differential- zwei Anwendungsbereiche für ein Sperrdifferential: Für die ersten Erläuterungen gehen wir einmal von einem Achsdifferential aus.

Die Terminologie der Begriffe 'Sperrdifferential' und 'Differentialsperre' ist historisch bedingt: eine 'Differentialsperre' besteht aus einem normalen Differential und einer mechanischen Sperre (z.B. Klauenkupplung), die unter schweren Bedingungen (Geländefahrt, Eis, usw.) manuell zugeschaltet wird und das Differential außer Funktion setzt und beispielsweise verblockt, so dass die vom Differential bekannte Ausgleichsfunktion nicht mehr gegeben ist. Man nennt diese Form der Sperre auch '100%' Sperre (mehr dazu später).

Das 'Sperrdifferential' wiederum läßt teilweise eine Ausgleichsbewegung zu, bremst diese Ausgleichsbewegung aber ab.

Die Differentialsperre ist so gesehen ein Spezialfall des Sperrdifferentials mit 100% Sperrwirkung und das normale (offene) Differential ist ein Spezialfall mit nahezu 0% Sperrwirkung.

Von der mechanischen Seite lassen sich Sperrdifferentiale in mehrere Typen untergliedern:

Bei mechanischen Sperren gibt es Bauformen, die diese Grundtypen kombinieren. Meist (immer?) kann man jedes mechanische Sperrdifferential als Verbindung der ersten drei Grundtypen ansehen.

Inhalt
1 Die Physik der Sperre
2 Einfluss der Sperre auf das Fahrverhalten
3

Die Physik der Sperre

Ein normales Differential ohne Sperrwirkung wird auch als offenes Differential bezeichnet. Idealerweise können die beiden Räder frei drehen, die Reibungsverluste im offen Differential wären dann 0 (praktisch gesehen verhalten sich auch offene Differentiale wie drehmomentfühlende Sperren mit geringem Sperrwert). Bei einem Sperrdifferential versucht man, den Wirkungsgrad des offenen Differentials zu verschlechtern.

Dies ist einer der wenigen Fälle, wo man als Ingenieur schlechteren Wirkungsgrad für mehr Geld verkaufen kann!

Die Charaktersitik einer Sperre wird über den Sperrwert (in %) und bei drehmomentfühlenden Sperrdifferentialen auch über den 'Torque Bias Ratio' (TBR, Drehmomentverhältnis) bestimmt. Konstant ist der Sperrwert / TBR nur bei reinen drehmomentfühlenden Differentialen. Dazu betrachtet man die Drehmomente, die auf das linke und das rechte Rad übertragen werden. Beim offenen Differential kann das Drehmoment rechts (MR) nicht anders sein, als das Drehmoment (ML) beim linken Rad, im Idealfall des reibungsfreien, offenen Differentials ist der Sperrwert = 0% und der TBR = 1.

Die allgemeinen Formeln lauten:

[Sperrwert, Wertebereich zwischen 0%...100%]

[Torque Bias Ratio, Wertebereich zwischen 1...]
Formeln zur Umrechnung zwischen beiden Werten:


Sperrwert bzw. TBR sind nur bei drehmomentfühlenden Sperren und bei Festwertsperren konstant.

Einfluss der Sperre auf das Fahrverhalten

Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe eine Sperre in ein Fahrzeug einzubauen: Als Traktionsdifferentiale kommen 100%-Sperren (also Differentialsperren) und Visco-Kupplungen in Frage. Um das Handling zu verbessern, empfehlen sich drehmomentfühlende Sperren mit geringem Sperrwert.

In der Praxis werden immer häufiger Traktionskontrollen verbaut (z.B. ASC, ASR, ...) die mit dem elektronischen Selbsterhaltungsprogramm des Fahrzeuges (ESP, DSC, ...) geliefert werden. Diese Lösungen ahmen die Funktion des Sperrdifferentials nach, haben aber eine Reihe von Nachteilen: Diese Systeme ...

Traktionskontrollen, die über einen Bremsen- und teilweise Motoreingriff (Leistungsdrosselung) funktionieren, sind zwar ein nutzliches Feature, können aber mit einem echten Sperrdifferential nicht mithalten.

www.arstechnica.de/auto/differential/index.html www.ArsTechnica.de


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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