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Im heutigen Spanisch sind sehr wenige Reste dieser Ursprachen zu finden, sie haben jedoch einen großen Einfluss auf dessen Phonetik gehabt: Das Fehlen des labiodentalen „v“ und der Wandel des lateinischen anlautenden „f“ zum anfangs aspirierten und vom 17. Jahrhundert ab zum stummen „h“ ist auf iberischen Einfluss zurückzuführen.
Durch eine starke militärische Präsenz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitet sich die lateinische Sprache dort sehr schnell. Latein wird so zur Kultursprache, die Ursprachen werden allmählich zurückgedrängt. Nur in den westlichen Pyrenäen stößt das Lateinische auf stärkeren Widerstand, wodurch dort die Ursprache (Baskisch) erhalten bleibt.
As im Jahr 1492 diese Rückeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen ist, sind schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Anschließend werden aber wieder einige arabische Wörter aus dem spanischen Wortschatz ausgestoßen; heutzutage enthält er noch ca. 10% Wörter arabischen Ursprungs.
Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern auch um Bezeichnungen für Begriffe des alltäglichen Lebens.
Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, Münzprägung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, Bewässerungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzenbezeichnungen und Tierbezeichnungen, u. a.
Es sind nämlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden Kämpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach Süden hin erweitern. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schiebt sich das Altkastilische wie ein Keil in das übrige romanische Sprachgebiet hinein und drängt die anderen Sprachformen an die westliche (Asturisch-Leonesisch, Portugiesisch) und östliche (Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergrößert.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wird Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wird die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands III (1217 - 1252) und Alfons X (1252 - 1282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wird, und das Kastilische diese Funktion übernimmt.
Schon im Verlauf des späten Mittelalters verbreitet sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern auch als gesprochene Sprache außerhalb Kastiliens. Nach der Vereinigung von Kastilien und Aragon (1479) wird es zur Staatssprache des Königreichs Spanien.
Das Spanische wie wir es heute kennen, ist also eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer Färbung.
Im Jahr 1713 entsteht nach französischem Vorbild die „Real Academía de la Lengua“, die als anerkannte Autorität in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wird das „Diccionario de Autoridades“ herausgegeben, im Jahr 1771 erscheint die Grammatik der Akademie.
Diese sind jedoch in der Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groß; die Dialekte in den einzelnen Ländern unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Vokabular. Letzteres entspricht im großen und ganzen dem kastilischen, wobei es durch die Aufnahme einer beträchtlichen Anzahl von Wörtern der verschiedenen amerikanischen Mundarten bereichert wurde.
Einige echt spanische Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht, auf grammatikalischem Gebiet sind aber keine nennenswerten Veränderungen eingetreten.
Auch wenn die Aussprache und Sprachmelodie in den verschiedenen amerikanischen Ländern variiert, kann man einige gemeinsame Unterschiede zwischen dem Spanisch Süd- und Mittelamerikas und dem Kastilischen festhalten.
| deutsch | spanisch | südamerikanisch |
| Kellner | camarero | mozo |
| Butter | mantequilla | manteca |
| Erdbeere | fresa | frutilla |
| Kühlschrank | nevera | heladera |
| Rock | falda | pollera |
| Landstrasse | carretera | ruta |
| Auto(mobil) | coche | carro oder auto (Arg.) |
| Kartoffel | patata | papa |
| Banane | platano | banana |
| Eimer | cubo | balde |
| Benzin | gasolina | nafta (Arg.) |
In diesem Zusammenhang steht auch eine südamerikanische Eigenheit, manche typisch spanische Begriffe zu vulgarisieren. Das beliebte Verb coger (= nehmen, ergreifen, fangen), das Spanier gern auf viele Sachverhalte anwenden, (ähnlich wie Deutsche das Verb tun benutzen), hat im südamerikanischen Raum die Bedeutung eines 4-letter-words, ist nämlich ein ordinärer Ausdruck für Geschlechtsverkehr. Gleiches gilt für la concha (die Muschel). In Südamerika wird darunter allein ein vulgärer Ausdruck eines weiblichen Genitals verstanden.
Ernsthafte Verständigungsprobleme zwischen den verschiedenen spanischen Muttersprachlern,
ob europäisch oder amerikanisch, entstehen aber kaum.