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1 Bibelberichte 2 Frühchristliche Zeugnisse 3 Katholische Tradition 4 Schlüsselgewalt 5 Gedenktag 6 Schutzpatron 7 Ikonographie 8 |
Bibelberichte
Petrus wohnte gemäß dem Evangelium nach Johannes zunächst mit seinem Bruder Andreas in Bethsaida (Joh 1,44), später zogen sie nach Kapernaum am See Genezareth in Galiläa. Gemäß dem Neuen Testament war Petrus verheiratet und besaß ein Haus in Kapernaum, wo er auch zusammen mit seiner Schwiegermutter wohnte (Lk 4,38). Er arbeitete als Fischer mit seinem Bruder Andreas.
Im Johannesevangelium war Petrus zuerst ein Jünger von Johannes dem Täufer und wurde dann von seinem Bruder Andreas zu Jesus geführt (Joh 1,41f). Sie verbrachten einen Tag mit Jesus. Bei dieser Gelegenheit erhielt Petrus von Jesus auch den Namen Kephas (Joh 1,42). Auch nach dem ersten Zusammentreffen mit Jesus setze er seine Tätigkeit als Fischer fort. Erst als Jesus einige Zeit später einer Volksmenge am See Genezareth predigte, gaben er und sein Bruder Andreas ihr Handwerk auf und begannen Jesus bedingungslos zu folgen. Im Jüngerkreis galt er als der Führende: er steht in allen Apostellisten im Neuen Testament an erster Stelle und gehört zusammen mit Jakobus und Johannes zu den drei Aposteln, die Jesus besonders nahe standen.
Petrus wird als temperamentvoll und begeisterungsfähig geschildert, seine Entscheidungen kommen aus ganzem Herzen (Joh 6,68f). Dabei steht er aber in der Gefahr, vorschnell zu reden (Mk 8,32f; Joh 13,6-9) und zu handeln (Joh 18,10). Die Kraft, das Begonnene auch zu Ende zu führen, ist nicht immer vorhanden (Mt 14,29-31). Glaubensbekenntnis und menschliche Überlegungen stehen dicht nebeneinander (Mt 16,16-23). Dieser Zwiespalt zeigt sich besonders eindringlich während der Passion in der Bereitschaft (Mt 26,33; Lk 22,33), seinem Versagen (Mt 26,40.43f.), vorschnellen Handeln (Joh 18,10) und der Verleugnung Jesu (Joh 18,15,27).
Jesus erscheint ihm als Auferstandener (Lk 24,34; 1 Kor 15,5) und erneuert seinen Auftrag im Gespräch am See (Joh 21,15ff.). In der Apostelgeschichte ist Petrus dann der Leiter der Urgemeinde, der das Evangelium in der Öffentlichkeit (Apg 2,14ff;3,12ff;5,21) und vor dem Hohen Rat (Apg 4,8ff; 5,29) mutig verkündigt. Er bekehrt den ersten Heiden (den Hauptmann Kornelius), gerät aber später in einen Zwiespalt zwischen Juden- und Heidenchristen (Gal 2,11-14) und in einen Konflikt mit Paulus, der dann beim Apostelkonzil beigelegt wird. Nach Kapitel 15 wird Petrus in der Apostelgeschichte nicht mehr erwähnt. Insbesondere sein Verhältnis zu Paulus ist sehr schwer zu beurteilen; Deutungen reichen von einer bloßen Inszenierung eines Konfliktes bis hin zu dauerhafter Feindschaft mit wiederum bloßer politisch-pragmatischer Inszenierung von Versöhnlichkeit.
Im Neuen Testament sind zwei Schriften überliefert, die Petrus zugeschrieben werden, der Erste und der zweite Petrusbrief; die Echtheit des Letzteren ist schon seit frühchristlicher Zeit oft angezweifelt worden. Daneben wird traditionell das Markusevangelium indirekt auf Petrus zurückgeführt; dessen Autor Johannes Markus war, laut den Aussagen mehrerer Kirchenväter, ein Mitarbeiter und enger Vertrauter von Petrus während dessen letzten Jahren in Rom.
Frühchristliche Zeugnisse
Gegen Ende seines Lebens war Petrus in Rom und hat sich offenbar von dort aus an die Gemeinde gewandt (der erste und der zweite Petrusbrief.).
Die Patriarchate von Jerusalem und Antiochia führen ihre Gründung auf den Apostel Petrus zurück. Gemäß Irenäus von Lyon war Petrus der erste Bischof von Rom.
Sein Märtyrertod wird im Neuen Testament vorausgesagt, aber nicht berichtet. Gemäß frühchristlichen Zeugnissen starb er ca. 65 während der Christenverfolgung durch Nero den Märtyrertod am Kreuz mit dem Kopf nach unten. Über genaue Zeit und Umstände seines Todes und über sein Grab ist jedoch nichts Sicheres bekannt. Die christliche Kirche in Rom war jedoch schon sehr früh allgemein geehrt, weil sich die Gräber der Apostel Petrus und Paulus dort befanden.
Katholische Tradition
In der katholischen Tradition wird Petrus als der erste Bischof von Rom und damit als erster Vorsteher der Universalkirche - Papst - angesehen. Diese Autorität geht auf alle seine Nachfolger im römischen Bischofsamt über, sein unmittelbarer Nachfolger war Linus.
Historisch hat sich die einzigartige Stellung des römischen Bischofs erst gegen Ende der Antike herausgebildet. Einen Ehrenvorrang hatte die Gemeinde von Rom (und ihr Bischof) jedoch von Anfang an, weil Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches und Ort der Gräber der Apostel Petrus und Paulus war. Neben Rom führen auch die Bischofssitze Antiochia und Jerusalem ihre Gründung auf den Apostel Petrus zurück.
Schlüsselgewalt
Die umstrittene Bibelstelle im Zusammenhang mit Simon Petrus ist Mt 16,13ff:
Gedenktag
Der Gedenktag von Petrus (und Paulus) ist der 29. Juni. Ihnen zu Ehren ist in der Orthodoxen Kirche ein leichtes Fasten, das so genannte Apostelfasten, von einer Woche nach Pfingsten bis zu diesem Tag üblich.
Schutzpatron
Petrus ist der Schutzpatron
Ikonographie
In der Kunst wird Petrus gewöhnlich als ein alter Mann mit lockigem Haar und Bart mit den Attributen Schlüssel, Schiff, Buch, Hahn, oder umgedrehtes Kreuz dargestellt.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |