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Als Herzogin-Mutter übernahm Anna Amalia mit Zustimmung der Kaiserin Maria Theresia und der Unterstützung ihres integren Ministers Freiherr von Fritsch tatkräftig die Regentschaft des Landes Sachsen-Weimar und Eisenach. Als Prinzenerzieher gewann sie den Dichter Christoph Martin Wieland, damals Professor an der Erfurter Universität.
Mit 18 Jahren volljährig, heiratete Carl August die hessische Prinzessin Luise und rief den Dichter Johann Wolfgang Goethe, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verband, an seinen Hof. Goethe sorgte für die Berufung Johann Gottfried Herders und Friedrich Schillers. So wuchs, im Hintergrund von Anna Amalia gefördert, der Kreis der Weimarer Klassik, deren Erbe zu hüten, sich die folgenden Regenten zur Aufgabe machten.
Die Hochzeit des Erbprinzen Carl Friedrich mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna 1804 brachte dem Land den Schutz des russischen Zaren Alexander I, den es in den Wirren der napoleonischen Kriege brauchte. Dem Einfluß Alexanders verdankte Carl August auf dem Wiener Kongreß 1815 die Erhebung zum Großherzog und eine umfangreiche Vergrößerung seines Landes. National gesinnt und weltoffen zugleich gab der Fürst seinem Land als erstem in Deutschland 1816 eine Verfassung. Studenten der Universität Jena feierten 1817 auf der Wartburg die bevorstehende Gründung der Burschenschaften.
Maria Pawlowna, seit 1828 Großherzogin, leitete das silberne Zeitalter Weimars ein, das mit Namen wie Franz Liszt und Peter Cornelius vor allem der Musik galt. Ihr kunstsinniger Sohn Carl Alexander wirkte im gleichen Sinn. Verheiratet mit der Oranierin Sophie, die seine Pläne unterstützte, ließ er die verfallende Wartburg im damals üblichen Stil eines romantischen Historismus renovieren und von Moritz von Schwind ausmalen. Die Gründung des Bauhauses und der Kunstgewerbeschule wurde von ihm, wenn auch halbherzig, gefördert.
Auf Carl Alexander folgte 1901 sein Enkel Wilhelm Ernst, verheiratet in erster Ehe mit Karoline von Reuß Ältere Linie und in zweiter mit Feodora von Sachsen-Meiningen. In seine Regierung fiel die Volkszählung von 1910. Danach hatte das Großherzogtum eine Fläche von 3610 qkm mit 417.100 Einwohnern.
Mit Wilhelm Ernst, der nicht den Kunstsinn seiner Vorfahren besaß, endete 1918 die Monarchie im Großherzogtum Sachsen (so amtlich seit 1903). Das Land wurde Freistaat und ging 1920 im neu gegründeten Freistaat Thüringen, mit Weimar als Landeshauptstadt, auf.
Lit.: Detlef Ignasiak, Regententafeln thüringischer Fürstenhäuser
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