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Roggen (2) (Secale cereale, eine der Arten von Roggen (1)) ist eine in gemäßigten Breiten verbreitete Getreideart. Es ist keines der klassischen Getreide der Antike. Man vermutet seinen Ursprung vor 2000-3000 Jahren als Unkraut in Weizenfeldern Kleinasiens, wo es im Mischanbau verbreitet wurde.
Roggen ist besser an kühle und trockene Klimate angepasst als Weizen. Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, vereint Eigenschaften beider Arten.
Roggen wird besonders in Mittel- und Osteuropa als Brotgetreide verwendet. Die Backeigenschaften des Roggen sind denen des Weizens aufgrund des geringen Glutengehaltes unterlegen. Oft werden daher Mischbrote hergestellt.
Der vergleichsweise hohe Lysinanteil macht Roggen zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Roggen wird auch zur Alkoholherstellung verwendet. Beispielsweise werden die besseren Wodka-Sorten aus Roggen hergestellt. Der in Norddeutschland häufig getrunkene "Korn" wird ebenfalls meistens aus Roggen hergestellt.
Bestandteile
Wasser 10,95%
Eiweiß 14,76%
Fett 2,5%
Kohlenhydrate 69,76%
Ballaststoffe 14,6%
Mineralstoffe 2%
Angaben je 100 g
verunreinigt
Calcium 33 mg
Eisen 2,67 mg
Magnesium 121 mg
Phosphor 374 mg
Kalium 264 mg
Natrium 6 mg
Zink 3,73 mg
Kupfer 0,450 mg
Mangan 2,680 mg
Selen 0,035 mg
Thiamin 0,316 mg
Riboflavin 0,251 mg
Niacin 4,270 mg
Pantothensäure 1,456 mg
Vitamin B6 0,294 mg
Folsäure 0,060 mg
Vitamin E 1,870 mg
Alpha-Tocopherol 1,28 mg
Tryptophan 0,154 g
Threonin 0,532 g
Isoleucin 0,549 g
Leucin 0,980 g
Lysin 0,605 g
Methionin 0,248 g
Cystin 0,329 g
Phenylalanin 0,674 g
Tyrosin 0,339 g
Valin 0,747 g
Arginin 0,813 g
Histidin 0,367 g
Alanin 0,711 g
Aspartin 1,177 g
Glutamin 3,661 g
Glycin 0,701 g
Prolin 1,491 g
Serin 0,681 g
In diesem Zusammenhang von großem Interesse ist ein wissenschaftlicher Dauerversuch, der an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale durchgeführt wird: An der dortigen Landwirtschaftlichen Fakultät wird auf einem Feld seit nunmehr 120 Jahren ununterbrochen nur Roggen angebaut, und zwar ohne Düngung. Und seit Jahrzehnten liefert das Feld gleich bleibend etwa eineinhalb Tonnen Roggen je Hektar, das heißt rund die Hälfte des Ertrags, den ein Vergleichsfeld mit Düngung erzielt, und dies, obwohl dem Boden Jahr um Jahr zentnerweise Kalium, Phosphor und Stickstoff entzogen werden! Dutzende von wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind darüber schon erschienen. Das Ganze läuft unter dem Namen Langzeitdüngungsversuch "Ewiger Roggenbau".www.landw.uni-halle.de/lfak/inst/boku/gesamt.htm Versuch "Ewiger Roggenbau"
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