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Richterskala

Mit der internationalen Richterskala kann die Stärke eines Erdbebens mit Hilfe von Instrumenten einheitlich bestimmt werden. Der angegebene Wert (die Magnitude) gilt dabei als Maß für die Bodenbewegung im Hypozentrum (bzw. für die freigesetzte seismische Energie in einem bestimmten Frequenzbereich). Ein Punkt mehr auf der Skala bedeutet einen etwa zehnfach höheren Ausschlag und die 32-fache Energiefreisetzung (logarithmischer Anstieg).

Eine Magnitude von 2 oder weniger wird als Mikroerdbeben bezeichnet, da es von Menschen nicht wahrgenommen werden kann und nur von lokalen Seismographen erfasst wird. Beben mit einer Magnitude von etwa 4,5 und höher sind stark genug um von Seismographen auf der ganzen Welt erfasst zu werden. Allerdings muss die Magnitude über 5 liegen um als mäßiges Erdbeben angesehen zu werden.

Aufgrund ihrer Definition ist die Richterskala nach oben theoretisch unbegrenzt, die physikalischen Eigenschaften der Erdkruste machen ein Auftreten von Erdbeben der Stärke 9,5 oder höher nahezu unmöglich da das Gestein nicht genug Energie speichern kann und sich vor Erreichen dieser Stärke entlädt.

Die Richterskala wurde von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology 1935 als mathematisches Hilfsmittel zum Vergleich der Magnitude von Erdbeben entwickelt und anfänglich als ML Skala (Magnitude Local) bezeichnet.

Für die Beschreibung der Intensität und Zerstörungskraft eines Erdbebens wird hingegen häufig die modifizierte und weiterentwickelte Mercalliskala des Italieners Giuseppe Mercalli (1850-1914) verwendet.

Auf der sog. MSK-Skala (Medvedev-Sponheuer-Karnik-Skala) wird die Intensität eines Bebens in 12 Stärkegraden angegeben. Die Abstufung orientiert sich sowohl an subjektiven wie an objektiven Kriterien.

Richter- und Mercalli-Erdbeben-Skala

Stärke nach Richter

Stärke nach Mercalli

Wirkung

Energie

Zahl von Beben pro Jahr

Explosions-Vergleich

Ergss

0 bis 1,9

I

nur durch Instrumente registrierbar

450 Gramm TNT

kleiner 2x1010

Große Zahl

2 bis 2,9

II

nur von sehr wenigen, ruhenden Menschen spürbar; freihängende Pendel schwingen leicht

bis 20kg TNT

4 bis 9000x1010

300.000

3 bis 3,9

III

nur von wenigen Menschen wahrgenommene Schwingungen; Erschütterung vergleichbar einem vorbeifahrenden Lastwagen; leises flirren aneinanderstehender Gläser

 

1 bis 7x1015

49.000

4 bis 4,9

IV zu V

wird von den meisten Menschen bemerkt; freies Pendel schwingt deutlich; Gläser und Teller klappern, Fensterläden schwingen; geringste Schäden.

Nahe einer kleinen Atombombe (20 Kilotonnen)

1 bis 30x1016

6.200

5 bis 5,9

VI

von allen Menschen mit Schrecken wahrgenommen; viele Menschen verlassen ihre Häuser; Schornsteine können einstürzen; Möbel bewegen sich; einzelne Risse im Putz; es besteht die Gefahr von Verletzungen

 

1 bis 200x1018

800

6 bis 6,9

VII bis IX

Menschen mit großem Schrecken; teilweise Panik möglich; einzelne Schocks treten auf; Menschen verlassen rasch ihre Häuser; Gebäude können erhebliche Beschädigungen erleiden; es kann zu Einstürzen kommen; es gibt oft Verletzte; es besteht Gefahr für Leib und Leben; an Küsten Flutwellen möglich.

Ab einer Wasserstoff-
bombe
(1 Megatonne)

4 bis 230x1020

120

7 bis 7,9

X bis XI

weitverbreitete Panik; Menschen versuchen in Panik ins Freie zu kommen; akute Lebensgefahr in Gebäuden; nur wenige Gebäude bleiben stehen; Spalten im Boden reißen auf; es gibt Tote und Verletzte; Wasser- und Gasleitungen brechen in großen Mengen; teilweise katastrophale Auswirkungen; an Küsten vernichtende Flutwellen möglich.

Ab 100 Wasserstoff-
bomben

4 bis 50x1022

18

8 bis 8,6

XII

Verwüstung; alle Gebäude unbewohnbar; flächendeckende Zerstörungen; an Küsten katastrophale Flutwellen möglich.

Ab 60.000 Wasserstoff-
bomben

Mehr als 1x1025

alle 5 Jahre ein Beben

Der logarithmische Zusammenhang zwischen Energie und Magnitude lässt sich näherungsweise zusammenfassen mit

wobei M die Magnitude und W die äquivalente (explosive) Energie in Tonnen TNT ist.

Siehe auch : Seismograph, Seismometer, Momenten-Magnitude

Weblinks:


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.