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RGT-Regel

Die RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel) ist eine Faustregel in der Biochemie, Biologie, Physiologie und organischen Chemie. Sie besagt, dass im Temperaturbereich biologischer Systeme die Reaktionsgeschwindigkeit sich verdoppelt, wenn die Temperatur um 10 K (10 °C) erhöht wird. Der Q10-Wert dieser Reaktionen ist also annähernd gleich 2.

Die Regel ist als Faustregel zu verstehen, die überschlägig viele Phänomene in Biochemie, Physiologie und Ökologie abzuschätzen hilft. Je nach Enzym-Substrat-System kann der Erhöhungsfaktor statt 2 auch 1,5 oder 3 oder 4 betragen. Zudem ist sie auf physiologische Temperaturen beschränkt, also den Temperaturbereich zwischen ca. 274 K (rund 1°C) und ca. 310 K (rund 37°C), da darunter das Wasser (je nach Gehalt an Stoffen) gefroren sein kann und darüber viele Enzyme denaturieren. Zudem haben Enzyme in der Regel ein Temperaturoptimum und ein pH-Optimum, bei denen die Enzymaktivität am höchsten ist.

Gleichwohl kann man mit der RGT-Regel erklären, weshalb beispielsweise die Photosyntheserate und Produktion von Pflanzen bei niedrigeren Temperaturen geringer ist als bei höheren oder weshalb Karpfen erst ab einer Wassertemperatur oberhalb vom 290 K (17°C) eine nennenswerte Gewichtszunahme zeigen. Ebenso kann man die RGT-Regel benutzen, um die geringe Aktivität von wechselwarmen Tieren, z.B. Reptilien, bei niedrigen Temperaturen zu erklären und die blitzartige Reaktion derselben Tiere bei höheren Temperaturen.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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