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Die Regel ist als Faustregel zu verstehen, die überschlägig viele Phänomene in Biochemie, Physiologie und Ökologie abzuschätzen hilft. Je nach Enzym-Substrat-System kann der Erhöhungsfaktor statt 2 auch 1,5 oder 3 oder 4 betragen. Zudem ist sie auf physiologische Temperaturen beschränkt, also den Temperaturbereich zwischen ca. 274 K (rund 1°C) und ca. 310 K (rund 37°C), da darunter das Wasser (je nach Gehalt an Stoffen) gefroren sein kann und darüber viele Enzyme denaturieren. Zudem haben Enzyme in der Regel ein Temperaturoptimum und ein pH-Optimum, bei denen die Enzymaktivität am höchsten ist.
Gleichwohl kann man mit der RGT-Regel erklären, weshalb beispielsweise die Photosyntheserate und Produktion von Pflanzen bei niedrigeren Temperaturen geringer ist als bei höheren oder weshalb Karpfen erst ab einer Wassertemperatur oberhalb vom 290 K (17°C) eine nennenswerte Gewichtszunahme zeigen. Ebenso kann man die RGT-Regel benutzen, um die geringe Aktivität von wechselwarmen Tieren, z.B. Reptilien, bei niedrigen Temperaturen zu erklären und die blitzartige Reaktion derselben Tiere bei höheren Temperaturen.
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