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Ursächlich für die Rentenproblematik ist das Wegbrechen der tragenden Säulen des Versicherungssystems. Die gerade Erwerbstätigen einer Nation sollen immer die augenblicklichen Rentenbezieher einer Nation versorgen ("Generationenvertrag"). So war die Vorstellung, als 1956 die gesetzliche Rentenversicherung entstand.
Was dabei nicht bedacht bzw. abgetan wurde war, dass dieser Generationenvertag auch eingelöst werden muss und das heißt nicht nur, dass man die Erwerbstätigen dazu verpflichtet Rentenbeiträge zu zahlen, sondern auch, dass genügend Pflichtbeiträge eingezahlt werden, damit sie zugleich (im Umlageverfahren) an die Rentner ausgezahlt werden konnten.
Aus mehreren Gründen brach die tragende Säule (genügend Beiträge) weg:
Selten in der öffentlichen Debatte sind Massnahmen wie etwa:
Das Zusammenbrechen der gesetzlichen Rentensystems käme einem politischem Versagen von bisher ungeahnten Ausmaßes gleich. Mittlerweile haben sich Rentenansprüche von etwa 6 Bill. Euro angesammelt. Etwa 3,5 Bill. Euro davon sind tatsächlich "durch Beitragszahler gedeckt". D.h. 2,5 Bill. Euro fehlen in den Rentenkassen in den nächsten Jahrzehnten und würden als Staatsverschuldung aufgedeckt, wenn die Zahlungen aus dem Staatshaushalt ausgeglichen werden müssen. Die Pensionen für die Beamten steigen ebenfalls an. Berechnungen etwa des statistischen Bundesamtes erwarten für die Jahre zwischen 2025 und 2050 den Höhepunkt des Ungleichverhältnisses zwischen Leistungsempängern und Einzahler.
Die Generation der ersten Rentenbezieher nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bezahlt, obwohl das Geld, was sie selbst in die Rentenkasse eingezahlt hatten, durch Inflation und Währungsreform nichts mehr wert war. Das Scheitern dieses ersten kapitalgedeckten Verfahrens führte nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich zur Einführung des Umlagesystems.
Mit der seit den 70er Jahren sinkenden Lohnquote, einem stagnierenden Bruttosozialprodukt sowie steigender Arbeitslosigkeit und den versicherungsfremden Leistungen im Zuge der deutschen Einheit gerät die Finanzierung des Umlagesystems zunehmend unter Druck.
Dabei spielt die Alterszusammensetzung der Bevölkerung EINE wenn auch keinswegs die entscheidende Rolle. Fragen von Produktivitätsentwicklung, Wachstum, Zuwanderung, Verteilung usw. sind zu berücksichtigen.
Ein weiterer Vorschlag ist die möglicherweise verfassigwidrige Kinderrente, die denjenigen, der für Nachwuchs sorgt, finanziell besser stellt.
Gegen all zu große Manipulation dieser Art hat das Bundesverfassungsgericht einen Riegel geschoben.
Ein Wiki-Autor schrieb hierzu bereits:
In dem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob eine private Altersvorsorge sinnvoll ist, wenn nach dem ab 1.1.2005 geltenden Hartz IV (Hartz-Konzept) nach einem Jahr Arbeitslosigkeit zum Erhalt weiterer Sozialleistungen zunächst ggf. vorhandene Lebensversicherungen gekündigt werden müssen. Höchst unökonmisch - aber schon jetzt trudeln bei den Versicherungen täglich Wäschekörbe an Kündigungen ein. Wie ist eigentlich das noch nicht abbezahlte Eigenheim zu bewerten?
Kritiker wenden ein, dass erhebliche Risiken langfristig auch in einer ausschließlich kapitalgedeckten Rentenfinanzierung stecken:
Die Umlagefinanzierung
Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul A. Samuelson bezeichnete umlagefinanzierte Rentensysteme einst als "the biggest Ponzi Game ever". Als Ponzi-Spiel bezeichnet man die Finanzierung von Auszahlungen über die Aufnahme von Krediten, deren Rückzahlung man wieder durch die Aufnahme neuer Kredite leistet. Auf Deutsch gibt es für derartige Finanzierungskonzepte auch den Begriff "Schneeballsystem". Das Konzept der Umlagefinanzierung sieht vor, dass die jeweiligen Renten aus der aktuellen Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft bezahlt werden. 1957 wurde die Rentenentwicklung zunächst an die Entwicklung der Netto-Löhne angekoppelt.Lösungen?
Lösungen zur Unterfinanzierung des Rentensystems werden zahlreiche diskutiert, wobei in der deutschen Öffentlichkeit und zahlreichen Medien der Galube an den notwendigen Zusammenbruch des Umlangerentensystems eine Art Allgemiengut zu sein scheint. Die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge werden großteils ignoriert, bzw. die politischen Gestaltungsmöglichkeiten geleugnet oder unterschätzt.Kinderfreundliche Politik
Um dem Bevölkerungsschwund entgegen zu wirken, soll der Anreiz für "das Kinder kriegen" erhöht werden. Anreize sollen gegeben werden durch Steuererleichterungen für Familien, Erhöhung des Kindergeldes ("Kinderwurfprämien"), kostenlose ganztägige Kinderbetreuung in Kindergarten und Schule, durch Einführung des Erziehungsurlaubs, usw.Immigration
Als weiteres Maßnahmenbündel gegen diesen Trend wird Zufluss, Ansiedelung und Integration von Migranten (auch Flüchtlingen und Asylsuchenden) angesehen, was zu einer Verjüngung der Bevölkerungsstruktur beitragen soll. Leistungskürzung, Renteneintrittsalter
Ein weiterer Ansatz zur Lösung der Rentenproblematik ist, dass die Dauer der Einzahlungen erhöht und die Dauer der Leistungen verringert wird. Dies kann einerseits durch Reduzierung der Ausbildungsdauer (Deutschland hat die längsten Ausbildungszeiten) erreicht werden, andererseits durch immer später erfolgende Auszahlungen mittels einer Verschiebung des Rentenbeginns von 65 auf 67 Jahren. Wenn dabei aber nicht eine Möglichkeit zur Berufsausübung (Problem Altersarbeitslosigkeit zum Teil schon ab 50 Jahren) erreicht wird, wird das Problem nur auf andere Gebiete verlagert.
Man mag das so bewerten, dass das BVerfG keine Ahnung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen hat. Das ist aber auch nicht die Aufgabe, sondern dass BVerfG soll die Verfassungswirklichkeit herbeiführen. Und es kann durchaus ein Vorteil sein, wenn dem Gesetzgeber das Leben schwer gemacht wird, wenn er irgendeine eigennützige Ökonomie herstellen will. Die Bewertung des Schreibers zeigt eigentlich nur, wie totalitär man das beurteilen kann.neue Säulen
Zudem wird versucht, die Bedeutung der gesetzlichen Rente zu verringern, indem der Staat seine Bürger dazu bewegt, verstärkt in die private Altersvorsorge zu investieren, bei gleichbleibend hohen Beiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung.
Das Problem ist nur, dass für die Seite der privaten Vorsorge erst Entlastung auf der anderen Seite, der Abgabenseite, geschaffen werden müsste.Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Derzeit wird zudem das Problem durch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit weiter verschärft. Da mehr Menschen arbeitslos sind und daher auch keine Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung vornehmen können, andererseits die laufenden Rentenzahlungen an die Rentner dennoch geleistet werden müssen, gerät das Rentensystem zusätzlich in Schieflage.Kapitaldeckung
Trotz der augenfälligen Schwierigkeiten wird aber auch Kritik an privaten kapitaldeckenden Verfahren geäußert und gegenüber gestellt.
contra-contra: Dagegen ist zu sagen, dass Kriege und Wirtschaftskrisen nicht die Schuld der Privatwirtschaft sind, sondern im Gegenteil durch Staatseingriffe angeheizt werden. Als die "Bismarck'sche" Rentenversicherung ihrer Zeit noch kapitalgedeckt war, wurde der Kapitalstock für die Finanzierung des 1. Weltkrieges geplündert. Es mutet schon etwas dreist an, wenn man so argumentiert.
contra-contra: Diese ganze Argumentation setzt voraus, dass der typische deutsche Aktionär nur deutsche Wertpapiere kauft, um sich im Alter ganz deutsch abzusichern.
Weblinks und Literatur
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |