Reiserad
Das Reiserad ist ein speziell für die Bedürfnisse von Radreisenden konzipiertes Fahrrad.
Hierzu gehören insbesondere folgende Anforderungen:
- Anbringungmöglichkeiten von Reisegepäck mittels Gepäckträger. Gebräuchliche Anbringungsorte sind Vorder- und Hinterradgepäckträger, sowie der Lenker (Lenkertasche). Der Vorderradgepäckträger wird meist mit einem Lowrider (seitliche Gepäckträger an der Gabel) kombiniert. Weitere kleinere Taschen können sich auch unter dem Sattel (Satteltasche) oder im Rahmendreieck befinden.
- besonders defektsichere und wartungsarme Fahrradkomponenten, die schnell und möglichst unkompliziert ortsunabhängig repariert werden können.
- besonders stabile und steife Rahmen- und Laufradkonstruktion. Die erhöhte Last strapaziert verstärkt das Material, das hierauf ausgelegt sein muss. Verstärkte Speichen auf der rechten Seite des Hinterrades und 4-fach Kreuzung sind gebräuchlich.
- Verkehrssichere Komponenten, die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten, wie beispielsweise Lichtanlage (zum Beispiel: Nabendynamo), Reflektoren oder Klingel.
- ermüdungsarme Sitzposition, hochwertige Sattel (meist Kernleder)
- mindestens 2 - meist 3 Trinkflaschenhalter; in den Haltern wird häufig statt Getränken Regenbekleidung oder Werkzeug mitgeführt. Spezialhalter für die Aufnahme größerer Flaschen (z. B. Campa Aero) sind üblich.
- selten Federungselemente (neben dem ohnehin schon hohen Gewicht der Reiseräder sind Federelemente Defektquellen). Handelsübliche Federungen sind nicht auf die hohen Gewichte ausgelegt. Die Fertigung spezieller Reiseradfederungen wurde wegen mangelnder Nachfrage aufgegeben.
Reiseräder mit Federung wären ein Widerspruch in sich, da die Stabilität in jedem Fall leidet.
Nicht selten dienen andere Fahrradtypen (zum Beispiel Rennrad, Tourenrad, Trekkingrad oder das Mountainbike) als Grundlage für Reiseräder, und werden auf die Bedürfnisse des Reisenden angepasst. Moderne Trekkingräder eignen sich ebenso wenig wie Mountainbikes als Reiserad. Ein Reiserad braucht langen Radstand, einen stabilen Rahmen und ist vergleichsweise schwerer als andere Fahrräder. Langer Radstand, tiefes Tretlager und tiefer Schwerpunkt bringen einen guten Geradeauslauf. Als Schaltung komen herkömmliche Kettenschaltungen oder die Rohloff- Nabe zum Einsatz. Alle Komponenten sind auf Haltbarkeit ausgelegt, das Gewicht spielt eine untergeordnete Rolle. Bowdenzüge sind dicker als bei normalen Fahrrädern, Reifen sind schwerer als üblich - aber dafür pannensicher (Kevlar- Einlagen).
Mit einem Liegerad kann man besonders entspannt reisen und hat dazu noch den Vorteil einer besseren Aerodynamik.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |