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jemenitische Alltagsdroge Qat ist eine immergrüne Pflanze, die als leichtes Rauschmittel konsumiert wird. Von ihrer Wirkung her ist sie vergleichbar mit Tee oder Kaffee. Die Tagesration ist für ungefähr DM 10,- erhältlich. Die leichtberauschende Wirkung des Qat wird durch ständiges zuführen von frischen Blättern und Wasser oder von Alkohol, der im Jemen streng verboten und nur auf dem Schwarzmarkt als Schmuggelware erhältlich ist, erreicht.
Die Qat-Blätter werden im Mund zu Bällchen gepreßt, die leicht bis zum Abend die Größe von Tennisbällen annehmen können.
Khat Inhaltsstoffe und Wirkungsweise Herbert Desel, GIZ-Nord Stand: Februar 2000
Als Khat werden die Zweigspitzen mit jungen Blättern des Khatstrauches (Catha edulis Forsk., Pflanzenfamilie der Spindelbaumgewächse [Celastraceen]) bezeichnet.
Als Genussmittel ist Khat bereits seit prähistorischer Zeit in Äthiopien bekannt, Khatpflanzen werden heute auf großen Flächen im Hochland mehrerer ostafrikanischer Länder kultiviert und können ganzjährig geerntet werden. Üblicherweise werden sukzessiv 100 - 200 g frische, junge Laubblätter 3 - 4 Stunden lang gekaut (Hallbach 1972, Kalix et al. 1991) .
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1 Inhaltsstoffe des Khat 2 Wirkungsweise des Khat 3 Suchtgefahr des Khat 4 Vergleich mit anderen, verwandten Suchtstoffen 5 Unterschiede im Wirkstoffgehalt 6 Literatur: |
Über Wirkungen des Khatkauens berichten viele arabische Quellen des Altertums und Quellen der neueren medizinischen Literatur. Die häufigsten körperlichen Symptome sind neben der bereits für (isoliertes) Cathinon beschriebenen kreislaufanregenden Wirkung (Herzfrequenzerhöhung, Herzklopfen, Gesichtsrötung) eine mäßiggradige Erhöhung der Körpertemperatur mit Schwitzen und eine Pupillenerweiterung. Regelmäßige Anwendung führt darüber hinaus häufig zu Schleimhautentzündungen im Mund, in der Speiseröhre und im Magen, zu Blähungen und zu Verstopfung. An typischen psychischen Symptomen werden Euphorie, Verbesserung der Aufmerksamkeit, erhöhter Rededrang, Appetithemmung, innere Unruhe und Hyperaktivität sowie Schlafstörungen beobachtet (Halbach 1972). Nur in seltenen Einzelfällen kommt es zu psychotischen Symptomen (z.B. Wahnvorstellungen, Gough & Cookson 1984).
Beim Menschen ist eine körperliche Abhängigkeit von Khat mit substanztypischen Entzugssymptomen nicht bekannt (Hallbach 1972). Eine psychische Abhängigkeit mit ausgeprägtem Bestreben nach Wiederholung der Drogenanwendung (craving), bei armen Bevölkerungsschichten auch unter Verwendung eines großen Teils des Einkommens, wird hingegen oft beobachtet (Hallbach 1972). Bei chronischen Khatanwendern wird dabei oft eine Vernachlässigung der Ernährung und der Hygiene (als typische Zeichen einer Substanz-Abhängigkeit) beobachtet. Ein soziales Problem scheint schließlich in einigen Gebieten Ostafrikas die mangelnde Arbeitsmotivation bei chronischem Khatgenuss darzustellen (Kalix et al. 1991, s. auch DER SPIEGEL 1999)
Eine Toleranz entwickelt sich zwar gegenüber der Wirkung auf den Kreislauf (Nencini et al. 1984), nicht jedoch gegenüber den psychischen Effekten (Hallbach 1972).
Diese Sachlage veranlasste eine Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation, Khat als mäßiggradig suchtgefährdend einzustufen (Eddy et al. 1965).
Methcathinon (2-Methylamino-1-phenylpropanon) ist ein dem BtMG (Anlage I B) unterstelltes, dem Cathinon sehr eng verwandtes synthetisch hergestelltes Rauschmittel.
Rote Liste Service GmbH (Hrsg., 2000) Rote Liste 2000 - Arzneimittelverzeichnis für Deutschland (einschließlich EU-Zulassungen), Aulendorf: ECV
Schorno X., Brenneisen R. & Steineffer E. (1982) Qualitative und quantitative Untersuchungen über das Vorkommen ZNS-aktiver Phenylpropylamine in Handelsdrogen und über deren Verteilung in verschiedenen Organen von Catha edulis. Pharm. Acta Helv. 57, 168-176; zitiert nach: Teuscher & Lindequist 1994
Teuscher, E. & Lindequist U. (1994) Biogene Gifte, 2. Aufl., Stuttgart usw.: Fischer, S. 314ff.
Yanagita T (1986) Intravenous self-administration of (-)-cathinone and 2-amino-1-(2,5-dimethoxy-4-methyl)phenylpropane in rhesus monkeys. Drug Alcohol Depend 17, 135-141Inhaltsstoffe des Khat
Die Vertreter der wichtigste Gruppe chemisch miteinander verwandter Inhaltsstoffe des Khat werden als Kathamine bezeichnet. Für den größten Teil der Wirkung des Khat beim Menschen ist das Kathamin Cathinon (= (S)-(-)-?-Aminopropiophenon) verantwortlich. Die Kathamine Cathin (= (1S,2S)-(+)-Norpseudoephedrin) und (-)-Norephedrin haben beide einen ähnlichen Wirkcharakter wie Cathinon, im Vergleich zu dieser Substanz allerdings eine zehnfach geringere Wirkstärke. Die übrigen Kathamine (Merucathinon, Merucathin, Pseudomerucathin und (-)-N-Formylnorephedrin) tragen kaum zur Wirkung des Khats bei (Teuscher & Lindequist 1994). Cathinon ist in Anlage I B, Cathin in Anlage III zu §1 Abs. 1 BtMG verzeichnet. Cathin ist zudem wirksamer Inhaltsstoff in drei z.Zt. in Deutschland zugelassenen rezeptpflichtigen Appetitzüglern (Rote Liste 2000). Über die Kathamine hinaus enthält Khat Gerbstoffe, Aminosäuren und Vitamine, besonders Vitamin C.Wirkungsweise des Khat
Cathinon ist als Reinsubstanz auf seine Wirkung beim Menschen hin gut untersucht, es hat eine kreislaufanregende Wirkung (Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks) und wirkt psychisch stimulierend (euphorisierend, Brenneisen et al. 1990).Suchtgefahr des Khat
In Versuchen an Rhesusaffen konnte beobachtet werden, dass sich an Cathinon gewöhnte Tiere die Substanz aus eigenem Antrieb in kurzen Abständen selbständig zuführten, bis sie in völliger Erschöpfung einschliefen (Yanagita 1986).Vergleich mit anderen, verwandten Suchtstoffen
Nur durch intensives, mehrstündiges Khatkauen lassen sich die erwünschten psychischen Wirkungen erzielen. Wahrscheinlich aus diesem Grund kommen schwere akute Vergiftung durch Khat-Überdosierung nicht vor (Halbach 1972). Dies steht im Gegensatz zu den Komplikationen beim Gebrauch von Amphetaminen, die den Kathaminen sowohl in chemischer Hinsicht wie auch in ihren körperlichen und psychischen Wirkungen ähneln: Amphetamine werden als Stoffgemische mit hochkonzentriertem Wirkstoffanteil eingenommen oder injiziert und damit leicht überdosiert.
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