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Die Prädestinationslehre der Calvinisten führte zu einer Verweltlichung des Gottesdienstes, welcher nicht auf die Kirche beschränkt bleibt, sondern im täglichen Leben seinen Ausdruck findet. Mit Bezug darauf wird oft auch von der innerweltlichen Askese gesprochen, welche Sparsam- und Enthaltsamkeit verlangt. Erfolg durch Arbeit zeugt von der Prädestination des Individuums, welcher somit zum strebenswerten Ideal wurde; wer nicht arbeitet, verschleudert eine Gnadengabe, wer einem Bettler etwas gibt, hält ihn davon ab - was passig dem 'Geist' des Kapitalismus entsprach. Im Gegensatz zu anderen Religionen kann die Gnade Gottes nicht durch transzendente Handlungen (Beten, Beichte) erlangt werden, sondern ist vorbestimmt. Die Prädestination lässt sich zwar nicht beieinflussen, drückt sich jedoch im Diesseits durch Erfolg aus.
Martin Luther hob demgegenüber die Werkheiligung durch den getreu ausgeübten Beruf hervor, was der älteren Ständeordnung besser entsprach.
Siehe auch: Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus
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