Panta rhei
panta rhei (griech alles fließt) ist eine Formel, die in der Literatur Heraklit zugeschrieben wird, aber in seinen Schriften nicht vorkommt. Sie wurde erst später zur Kennzeichnung seiner Auffassungen geprägt.
Mit dieser Formel wird eine Kurzfassung des Wesens der spontanen Dialektik Heraklits von Ephesos ausgedrückt. Heraklit, einer der Begründer der Dialektik, schildert bildhaft, wie sich alles verändere, so dass es nichts Unbewegliches gebe:
- Wir steigen in denselben Fluß und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht. (in: Diels, Fragmente der Vorsokratiker, B49a)
Heraklit betont bereits den Kampf der Gegensätze in der Natur, den wechselseitigen Zusammenhang der Gegensätze und den Übergang einer Naturerscheinung in die andere.
- Ein und dasselbe offenbart sich in den Dingen als Lebendes und Totes, als Wachsendes und Schlafendes, als Junges und Altes. Aber dieses ist nach seiner Umwandlung jenes, und jenes, wieder verwandelt, dieses. (in: ebenda, B126)
In der Mehrzahl der von Heraklit überlieferten Fragmente findet man ähnliche dialektische Feststellungen. Für Heraklit ist auch die Wahrheit konkret, wie Karl Marx schreibt:
- Diese ursprüngliche, naive, aber der Sache nach richtige Anschauung von der Welt ist... zuerst klar ausgesprochen von Heraklit: Alles ist und ist auch nicht, denn alles fließt, ist in steter Veränderung, in stetem Werden und Vergehen begriffen.
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