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Die nostratische Hypothese wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem dänischen Linguisten Holger Pedersen aufgestellt, nachdem schon vorher Verwandtschaften des Indoeuropäischen einerseits zum Semitischen, andererseits zum Uralischen und Altaischen vermutet worden waren. Die Hypothese blieb jedoch weitgehend unbeachtet, bis sie in den 1960er Jahren von W. Illitsch-Switytsch und A. Dolgopolsky wiederbelebt wurde. Sie ist heute eines der umstrittensten Themen in der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft.
Die Indizien für solch entfernte Verwandtschaften sind jedoch äußerst spärlich und zweifelhaft. So werden etwa von Bomhard andere Lautgesetze angenommen als von Dolgopolsky, was zu ganz anderen Übereinstimmungen führt - mindestens einer der beiden Autoren muss also falsch liegen. Von den meisten Linguisten wird die nostratische Hypothese deshalb auch nicht akzeptiert; sie halten es für utopisch, mehr als 10 000 Jahre zurückliegende Sprachverwandtschaften zu rekonstruieren.
Allan R. Bomhard, John C. Kerns: The Nostratic Macrofamily.
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