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Mit dieser Übergabe der Kontrolle vom Studio auf den Regisseur entstanden vollkommen andere Geschichten. Die Zeit der netten "Doris Day-Filme" war zu Ende und plötzlich wurden "stories next door" erzählt: Geschichten, die nicht mehr in einer erfundenen Traumwelt spielten, sondern von ganz normalen Leuten mit sehr realen Problemen handelten. Technisch wurde diese neue Art des Geschichten-Erzählens ermöglicht durch kleine, handliche Kameras und empfindlicherem Filmmaterial. Beides zusammen ermöglichte es den Filmemachern, die Studios zu verlassen und "on location" zu drehen, teilweise in fast dokumentarischem Stil ohne zusätzliches Licht. Der typische Look der Filme dieser Ära hat genau diesen Charme des inszenierten Dokumentarfilms. Beispiele für diesen neuen Look sind French Connection von William Friedkin, Mean Streets von Martin Scorsese und Easy Rider von Dennis Hopper.
B-Movie-Produzent Roger Corman hatte sich damals ein gut funktionierendes und sehr lukratives Off-Hollywood-Studiosystem aufgebaut. Seine hauptsächlich für Autokinos gedrehten Action- und Horror-Filme waren sehr billig produziert und doch überaus erfolgreich. Da er jungen Leuten weniger Gagen zahlen musste als den etablierten Regisseuren, engagierte er viele talentierte Abgänger von Filmhochschulen und deren Umfeld und gab so einer Reihe von späteren New Hollywood-Regisseuren wie Bogdanovich, Scorsese oder Coppola eine erste Chance und die Möglichkeit, sich auszuprobieren.
Als Reaktion auf den Vietnamkrieg und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen brechen die Filme dieser Ära sämtlich mit den Moralvorstellungen der Zeit. Viele der bekannten New-Hollywood-Regisseure wurden inspiriert von der französischen Nouvelle Vague und deren Vertretern, z.B. François Truffaut.
Das Ende der Ära brach an, als einige ihrer eigenen Vertreter mit extrem erfolgreichen Filmen die bis dahin geltenden Marktregeln des Kinos umkrempelten: Den Anfang machte 1973 French Connection-Regisseur Friedkin mit The Exorcist, der zum ersten Mal in der Geschichte über 100 Mio. Dollar einspielte und mit einem Schlag zum erfolgreichsten Film aller Zeiten wurde. Zwei Jahre später legte Steven Spielberg mit Jaws (dt.: Der weiße Hai) nach und knackte die 100 Mio.-Grenze zum zweiten Mal. Als 1977 George Lucas schließlich die "Space Opera" Star Wars ins Kino brachte, war endgültig Schluss mit den kleinen, kraftvollen Autoren-Filmen. Die Studios hatten ein neues Rezept, das ihr Überleben sicherte, in die Hand bekommen und bauten es in den 80ern zu einer richtiggehenden Welle von Blockbustern aus. Sie begannen die Lukrativität von Sequels und Merchandising zu erkennen, mit dem sich mittlerweile mehr Geld verdienen läßt als mit dem Film selber.
Man beachte, dass von den unten genannten Filmen folgende Fortsetzungen hatte: Die letzte Vorstellung, French Connection, Der Pate(der einzige Film überhaupt, dessen Original und Fortsetzung einen Oscar als bester Film erhielten), American Graffitti, Die Nacht der lebenden Toten.
Insoweit wird New Hollywood von vielen als die beste Zeit im modernen Kino angesehen, da es eine Zeit großer Stagnation ablöste und nach ihm das "intelligente" Kino angeblich nur noch ein Nischendasein führte.
Wichtige Regisseure mit ausgewählten Filmen
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