Infos Home | Impressum


Infos zu Neurolinguistische Programmierung

Neurolinguistische Programmierung bzw. Neurolinguistisches Programmieren - kurz NLP - abgeleitet von:
Neuro (die Nerven), Linguistik (Sprache) und Programmierung (zielgerichtete Anordnung von Informationsabläufen)

Ein von Robert Dilts, Richard Bandler, John Grinder u.a. geschaffenes Modell zur
Beschreibung der "Strukturen subjektiver Erfahrung".

Die NLP befasst sich mit Kommunikation und versteht sich selbst als Teilbereich der Psychologie.
Sie erweitert die therapeutischen Möglichkeiten eines psychologischen Beraters, wird aber nicht breit angewandt.


Neurolinguistische Programmierung
Methode
Geschichte
Wahrnehmungskanäle des Menschen
Formate (Methoden)
Ethik und Vorannahmen
Wissenschaftliche Herleitung
Ausbildung

Methode

Wie andere psychologische Ansätze auch, geht die NLP davon aus, dass menschliches Verhalten durch innere Prozesse strukturiert wird. Dabei stellt die Methode so genannte "NLP-Formate zur Verfügung, denen gemeinsam ist, dass sie sich an der Stärkung von inneren Ressourcen orientieren und sich, im Gegensatz beispielsweise zur Psychoanalyse, weniger mit der Vergangenheit des Klienten befassen.

Anders als bei schwerpunktmäßig analytischen Methoden orientiert sich die NLP in Konfliktfeldern in einer Person oder zwischen Personen also nicht an der vergangenen Geschichte des Menschen, sondern vor allem an seinen eigenen Fähigkeiten und seiner Vorstellungskraft. Diese Ressourcen werden zur Überwindung von Problemen, Schwellenängsten, Blockaden oder Störungen gezielt angesprochen.

Die NLP geht davon aus, dass innere Prozesse dadurch gestört werden können, dass äußere Reize bestimmte Empfindungen auslösen, welche durch innere Bilder oder Gefühle überlagert sind.

Ein Beispiel: Eine Person bekommt ein Geschenk und freut sich darüber. Die Freude wird jedoch beeinträchtigt durch eigene innere Vorbehalte, weil die beschenkte Person annimmt, dass der Schenkende an das Geschenk Erwartungen verknüpft (z.B. Gegenleistungen). Durch diesen inneren Widerspruch entstehen Blockierungen, die in der NLP dadurch aufgehoben werden, dass der NLP-Berater die Inhalte der inneren Bilder gemeinsam mit dem Klienten zu verändern versucht. Da er dies nicht per Anweisung sondern mit Fragen schafft, fühlt sich der Klient nach dem Gespräch, ganz so als wäre er von selbst auf die Lösung gekommen, was ja auch im gewissen Sinne stimmt.

Ein sehr zentrales Instrument im NLP ist die auch bewusst erlernbare Fähigkeit zum Gegenüber Rapport (einen Draht) herzustellen. Rapport wird durch die intuitive oder bewusste Anwendung von Führung und Anpassung im Gespräch hergestellt. Zwei Elemente bilden den bewusst angewandten "Rapport" in der NLP: Pacing spiegelt den Kommunikationspartner und basiert auf der Erkenntnis, dass, wenn sich Menschen gut verstehen, sie sich angleichen (u.a. in Tonfall, Lautstärke, Sprechtempo, Körperhaltung, Distanz, Direktheit des Auftretens) und Leading eröffnet neue körpersprachliche oder tonale Signale. Dabei muss dies nicht im selben Augenblick geschehen, sondern kann auch zeitversetzt ablaufen.

Eine Übersicht der Betrachtung von menschlichen Mustern in der NLP sind die so genannten Meta-Programme, welche unsere z.T. unbewussten Entscheidungsprozesse begleiten. Die eigentliche Arbeit in der NLP läuft entlang klar vorgegebener Handlungs- und Gesprächsformeln ab. Ein sog. NLP-Format enthält somit Anweisungen, die den Beratungsprozess qualifizieren. Das Instrument zur Prüfung auf soziale oder systemische Verträglichkeit (Verträglichkeit mit der Umwelt des Klienten) ist ebenfalls vorgegeben und wird Öko-Check genannt. Die Zukunftsabfrage auf Kongruenz (Übereinstimmung) mit den eigenen Wünschen hat ebenfalls eine bestimmte Form und heißt Future-Pace.

Die wichtigsten Bestandteile im laufenden Prozess sind die Autosuggestion, das Dissoziieren, das Ankern und das Reframing.

Geschichte

Richard Bandler und John Grinder gelten als Begründer der NLP. Sie untersuchten detailliert die Verhaltensweisen von besonders erfolgreichen Therapeuten, Unternehmern, Künstlern und Wissenschaftlern, um herauszufinden, was ihnen gemeinsam ist. Sie beobachteten, dass sie allesamt sprachliche Verhaltensmuster an den Tag legten, die sich auf bisher noch nicht näher bezeichnete Weise ähnelten.

Anfang der 70er-Jahre publizierten sie ihre empirische Studie menschlicher Wahrnehmung und Informationsverarbeitung als Methode und entwickelten darin auch Therapievorschläge. In der Folge formten sie das Meta-Modell der Sprache, welches zwischen der Oberflächenstruktur und einer Tiefenstruktur (vergl. Eisbergtheorie) unterscheidet.

Sie machten diese Differenzierungen nachvollziehbar und schufen das Modell der gedanklichen (Neuro) und sprachlichen (Linguistischen) Programmierung. Dabei ist der Begriff "Programmierung" in keinem Fall manipulativ zu verstehen, da sämtliche Interventionen des Behandlers oder NLP-Trainers unter Abfage eines "Check-Verfahrens" im Gespäch, mit den ethischen und moralischen Werten des Klienten oder Teilnehmers abzustimmen sind.

Wahrnehmungskanäle des Menschen

Der Mensch nimmt die Umwelt mit seinen 5 Sinnen war.
  1. visuell (mit den Sehsinn)
  2. akustisch (mit dem Hörsinnsinn)
  3. haptisch (mit dem Tastsinn) / kinästhetisch (mit der Tiefensensibilität)
  4. olfaktorisch (mit dem Geruchssinn)
  5. gustatorisch (mit dem Geschmackssinn)

Zur besseren Merkfähigkeit in bewusst mehrkanaliger Kommunikation hat die NLP eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der wichtigsten Sinne geprägt: VAKOG steht hier für "visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustativ". Die haptische Wahrnehmung wird der Kinästhetik zugewiesen. Mit diesem "Kunstwort" ist es möglich schnell zu überprüfen, ob man eine Botschaft für verschieden geprägte Menschen dennoch effektiv sendet bzw. auf welchen Kanälen das Gegenüber bevorzugt agiert.

Zumeist nutzen Menschen einen oder zwei bevorzugte Sinneskanäle. Oft sind dies starke visuelle und teilweise akustische oder stark kinästhetische und leicht visuelle Repräsentation.

Diese Prägung (Repräsentation) hat Auswirkungen auf die Höhe des Informationsverlustes bei einer ungerichteten Ansprache. Bestimmte Gerüche, Bilder, Wörter oder Gesten sind bei Menschen häufig mit ganz bestimmten Gedanken oder Gefühlen verknüpft. Vielleicht kennen Sie jemanden mit einem bestimmten Parfüm. Sobald Sie es riechen, werden Sie an diese Person denken. Die Technik des Ankerns versucht diese Gedankenverknüpfungen bewusst zu speichern. Nicht nur Gedanken lassen sich so "verankern", sondern auch Gefühle. Werden bei Glücksgefühlen bewusst bestimmte Gesten eingeübt, so lassen sich diese Gefühle später wieder mit diesen Gesten abrufen.

In der therapeutischen Arbeit oder der praktischen Personalentwicklung korrespondiert das NLP u.A. mit dem Sub-Modell der so genannten Vier Ohren von Schulz von Thun, der die Wahrnehmungsdimensionen unserer Sprache auf einfache Weise in 4 Bereiche einteilt.

Formate (Methoden)

Vertreter der NLP gehen davon aus, dass es möglich und sinnvoll ist, einzelne
Methoden aus unterschiedlichen psychologischen Schulen isoliert voneinander zu erlernen und gezielt zur Verbesserung von Kommunikation einzusetzen. Hierbei wird deutlich, dass die NLP kein in sich geschlossenes Lehrsystem darstellt. Methoden und Interventionen aus anerkannten Verfahren werden so auch potentiell unterqualifizierten Laien nach kurzer Einweisung zur therapeutischen Arbeit vermittelt. Der Klient kann im Laufe der Sitzung einiger NLP-Formate durch den Berater auch in eine leichte Trance (ohne bewusstseinserweiternde Elemente) geführt werden und in dieser Entspannung innere Bilder oder Gefühle betrachten. Das hängt ganz von Ziel der Intervention und den vorhandenen Ressourcen der Beteiligten (Berater und Klient) ab.

Andere Formate des NLP nutzen das Reframing oder die Konklusion paradoxer Sichtweisen um den Klienten aus unangenehmen Sichtweisen heraus zu entwicklen. Grundlage des NLP ist die These, dass hinter jedem Ergebnis eine (oft unbewusste) Strategie steht, so dass auch einem "Misserfolg" eine Planung zugrunde liegt. Das Bewusstsein des Klienten soll dazu angeregt werden auf der Basis von zuvor visualisierten oder beschriebenen Zielen auch neue Strategien zu entwickeln. Da diese sich nach R. Bandler im Denken, also im Gehirn abspielen, geht es nun darum Menschen beizubringen, wie sie mit ihren vorhandenen Ressourcen neue, hilfreiche Verhaltensweisen entwickeln können.

Ein anderes bekanntes Instrument aus der NLP zur Identifizierung bestimmter intrapersoneller Vorgänge ist die Analyse der Augenstellung des Klienten im Dialog. Je nachdem wohin die Augen schauen wenn jemand nachdenkt, lässt sich, aufgrund der unsicheren Vermutung einer Gehirndominanz links/rechts mit hoher Fehlerquote schließen, mit welchem Sinn eine Person gerade besonders angesprochen wird oder ob sie sich gerade erinnert bzw. eine Vision erarbeitet während sie mit sich selbst im "inneren Dialog" steht.

Ethik und Vorannahmen

Ein zentrales Element der NLP sind die NLP-Vorannahmen, welcher jeder ausgebildete NLP'ler zu beachten hat. Im Zusammenhang mit dem Ethik-Kodex der , in denen klar vor therapeutischer Intervention gewarnt wird, sowie in Verbindung mit dem Öko-Check ist es einem seriös ausgebildeten NLP-Berater, der sich an die Bestimmungen und seine Lehrinhalte hält, nicht möglich, mit der lehrbuchmäßig angewendeten Methode Klienten psychisch zu verletzen oder zu schädigen.

Leider werden Opfer von Scharlatanen, die sich NLP'ler nennen, immer wieder mit der Methode in Verbindung gebracht und lösen z.T. heftige Kritik aus. Es muss daher davor gewarnt werden, sich an einen nicht zertifizierten NLP-Berater für therapeutische Hilfe zu wenden. Nur ausgebildete Psychologen können therapeutische Interventionen angemessen durchführen! Die Nebenwirkungen von unqualifiziert angewendeter NLP-Methodik kann schwere psychische Schäden verursachen, da die Elemente der NLP z.T. hochwirksame Veränderungsprozesse auslösen können. Wenn diese nicht sorgfältig bedacht sind, kann nicht mehr von NLP gesprochen werden, da der individuelle Kontext des Klienten für die Methode immer an zentraler Stelle steht!

Wissenschaftliche Herleitung

NLP basiert auf 5 einander ergänzenden Methoden sowie einer aus der Verbindung resultierenden Grundannahme:

Auf der Basis dieser Theorien sowie der ständigen Weiterentwicklung der Psychologie wird die NLP regelmäßig durch Konzepte aus der Praxis erweitert.

NLP ist als wissenschaftlich fundiertes Psychotherapieverfahren anerkannt.

Die Wirkungsweise von NLP wurde von 1994-1996 in einer (methodisch leider sehr stark mit Fehlern behafteten) Wirksamkeitsstudie an der Uni Wien wissenschaftlich nachgewiesen. Eine weltweite Forschungsdatenbank ist bekannt und in den Fußnoten verlinkt. Die Europäische Gesellschaft für Psychotherapie (EAP) hat die Gesellschaft für Neurolinguistische Psychotherapie (EANLP) als Vollmitglied aufgenommen und auf europäischer Ebene NLP als gleichwertige Psychotherapiemethode zur Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Systemischen Therapie anerkannt.

Seit der Anerkennung von NLP als Psychotherapie-Methode zeigt sich immer größeres Interesse am NLP auch im Therapiebereich. In Deutschland erkennt die Kassenärztliche Vereinigung grundsätzlich nur die Psychoanalyse sowie die Verhaltenstherapie an.

Ausbildung

Die NLP-Ausbildung ist international uneinheitlich geregelt, da die Methode offen für Erweiterungen ist. Es haben sich jedoch internationale und nationale Verbände etabliert, die vergleichbare Ausbildungsrichtlinien erlassen haben.

Insbesondere sind die Grundausbildungsstufen weitgehend einheitlich vorgeschrieben:

Daneben gibt es Ausbildungen als NLP-Therapeut und als Dipl.-Coach NLP.

In Deutschland sind der DVNLP und die DG-NLPt organisiert, in der Schweiz der HANLP, in Österreich der ÖDV-NLP. International ist der INLPTA-Verband führend.


Siehe auch: Portal Psychotherapie - Psychologie - Kommunikation - Hypnose - Hypnotherapie - Körpersprache