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Die Kultursoziologie thematisiert das Verhältnis von Kultur und Gesellschaft und damit zusammenhängende Phänomene z.B. den Prozess der Enkulturation, der individuellen Aneignung von kulturellen Mustern einer Gesellschaft, in die man geboren ist. Dem gegenüber bezeichnet der Begriff Akkulturation den Prozess der Aufnahme bislang kulturfremder Elemente durch Individuen oder Gesellschaften, ausgelöst seit dem Altertum durch Fernhandel oder Kriege, heute auffällig durch Migration oder Entwicklungshilfe. In diesem weiteren Sinne wird culture auch z. B. in der nordamerikanischen Cultural Sociology gebraucht (vgl. Ethnosoziologie). Das betont die heute gelegentlich so genannte "Alltagskultur".
Im älteren Bildungsdeutsch meinte "Kultur" hingegen, was heute meistens als "Hochkultur" bezeichnet wird. Kultursoziologie umfasst dann auch Stoffe von z. B. der Kunst- oder Literatursoziologie. (Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auf eine seinerzeit typisch deutsche Debatte, in der seit Anfang des 20. Jahrhunderts die deutsche "Kultur" gegen die französische "Zivilisation" feindselig abgegrenzt wurde.)
Vertreter der Kultursoziologie waren im deutschen Sprachraum z. B. Alfred Weber, Alfred von Martin (Soziologie der Renaissance) und Mohammed Rassem, heute etwa Wolfgang Lipp, Justin Stagl, Anne Honer; international bedeutend ist der französische Soziologe Pierre Bourdieu. In der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) besteht eine agile Sektion "Kultursoziologie" mit namhaften Soziolog/inn/en, die sich pragmatisch davor hütet, die beiden angesprochenen "Kultur"-Begriffe säuberlich zu trennen.
www.soziologie.uni-freiburg.de/kuso-dgs/ DGS - Sektion Kultursoziologie
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