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Kennzeichen kulturalistischer Ansätze sind:
Ein solcher Kulturbegriff ist mit der Heterogenität von Gesellschaften nicht vereinbar, also den bestehenden Unterschieden in den Gesellschaften (z.B. zwischen Alt und Jung, Stadt und Land, Arm und Reich, Religionszugehöhrigkeit und so weiter). Zudem sind Menschen mehr als Vertreter von Gruppen, sondern setzen sich ständig mit ihrer Umgebung auseinander, so dass sie nicht passive Kulturträger sind, sondern sich aktiv Kultur aneignen und die Kulturen ihrer Umwelt auch verändern.
siehe auch: Exotismus, Orientalismus
2. Der Begriff Kulturalismus wird meist in Aussprüchen des Vorwurfs gegen Arbeiten aus dem Umkreis der englischsprachigen cultural anthropology und der cultural studies verwendet. Er meint in diesem Zusammenhang die zu starke Betonung des Kulturellen gegenüber dem Sozialen, Ökonomischen oder Geschichtlichem. Diese hier angegebene zweite Bedeutung hat im Vergleich mit der ersten einen weniger stark emotional aufgeladenen Bedeutungsgehalt. Die erste hier angegebene Bedeutung passt ausserdem zum Begriff Kulturessenzialismus, der scheinbar synonym verwendet werden kann.
3. Die methodischen Philosophie Marburger Schule (Peter Janich et al.) bezeichnet sich selbst als kulturalistische Philosophie, um sich von naturalistischen Ansätzen abzugrenzen. Konkret bedeutet dies, dass der methodische Anfang des konstruktivistischen Philosophierens in der kulturell durchdrungenen Lebenswelt gesucht wird und nicht in etwas Kulturunabhängigem oder gar in einer objektiven Realität. Dabei wird in der Gesamtheit der vorfindlichen kultürlichen Produkte und Praxen handlungstheoretisch über die Rechtfertigung von Zwecksetzungen und die Rationalität der Wahl von Mitteln reflektiert. Eine Grundthese des sogenannten Methodischen Kulturalismus ist es, dass unsere Lebenswelt keine natürlichen Gegenstände mehr enthält, sondern vollständig aus kultürlichen Artefakten besteht.
Weblink: staff-www.uni-marburg.de/~janich/mkul.html staff-www.uni-marburg.de/~janich/mkul.html
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