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Kondensator (Elektrotechnik)


Schaltzeichen
Ein Kondensator ist ein elektrisches Bauelement, das im Prinzip aus zwei voneinander isolierten, leitenden Flächen besteht, z. B. zwei Metallplatten oder -folien mit einem Isolator (Luft, Kunststoff) dazwischen. Diesen Isolator nennt man Dielektrikum.

Das linke Schaltzeichen zeigt einen einfachen Kondensator, das rechte einen Elektrolytkondensator.

Inhalt
1 Kapazität
2 Ladevorgang
3 Entladevorgang
4 Feldenergie
5 Wechselstromverhalten
6 Parallelschaltung
7 Reihenschaltung
8 Spannungsfestigkeit
9 Polarität
10 Temperaturabhängigkeit
11 Bauformen
12 Anwendungen
13 Kennzeichnung von Kondensatoren
14 Verwandte Themen
15

Kapazität

Infolge der Unterbrechung kann elektrische Ladung durch einen Kondensator nicht hindurch fließen; wenn man ihn aber an eine Spannungsquelle anschließt, fließt dennoch solange Strom, bis die Platten elektrisch aufgeladen sind und keine weitere Ladung annehmen. Dies tritt ein, wenn die Kondensatorspannung UC genauso groß wie die angelegte Spannung U0 ist. Die eine Platte ist dann positiv, die andere negativ elektrisch geladen. Das Fassungsvermögen eines solchen Ladungsspeichers hängt von seinen Abmessungen und dem Material ab und wird als Kapazität (Formelzeichen: C) bezeichnet. Die Maßeinheit ist das Farad.

Ein Farad (SI-Einheitenzeichen F) ist die Kapazität eines Kondensators, der beim Anlegen einer Spannung U von 1 Volt eine Ladungsmenge Q von 1 Coulomb speichert:

Für einen Plattenkondensator (zwei Metallplatten der Fläche A im Abstand d) berechnet man die Kapazität gemäß:

Darin ist die elektrische Feldkonstante,

ist eine für das Isolationsmaterial (Dielektrikum) spezifische dimensionslose
Materialkonstante, die Dielektrizitätszahl oder Permittivitätszahl.

Ladevorgang

Nach dem Anlegen der Quellenspannung gilt für die Spannung UC zum Zeitpunkt t:

Im Einschaltmoment stellt der Kondensator einen
Kurzschluss dar, deshalb muss ein Kondensator immer über einen Vorwiderstand aufgeladen werden. Es gilt:

Nach dem Anlegen der Quellenspannung gilt für die Stromstärke IC zum Zeitpunkt t:

Die Ladezeit des Kondensator ist proportional zur Größe des Vorwiderstandes R und proportional zu seiner Kapazität C. Das Produkt von Vorwiderstand und Kapazität nennt man die Zeitkonstante τ.

Für die Ladezeit tL gilt näherungsweise:

Herleitung (Strom)

Der Ladestrom ist durch den Vorwiderstand gegeben (1):

Gleichzeitig gilt (2):

Dann lösen wir Formel (1) nach auf und setzen mit (2) gleich:

Die zeitliche Änderung der Ladung ergibt den Strom:

Also ergibt sich, wenn man noch die Stromrichtungen beachtet:

Diese Differenzialgleichung erster Ordnung in besitzt die Lösung:

Wobei die Konstante ist, die durch die Anfangsbedingung festgelegt wird und sich die Zeitkonstante zu ergibt.

Herleitung (Spannung)

Nach der Knotenregel ist der Strom durch den Vorwiderstand zu jedem Zeitpunkt gleich dem Strom in den Kondensator:

Auflösen nach ergibt:

Entladevorgang

Verbindet man die Platten eines geladenen Kondensators über einen Draht oder einen elektrischen Verbraucher (Lampe, Widerstand), so gleichen sich die Ladungen der Platten aus. Es fließt solange Strom, bis beide Platten wieder elektrisch neutral sind.

Selbstentladung

Ein geladener Kondensator entlädt sich mit der Zeit auch über seinen eigenen Isolationswiderstand Ris. Siehe auch: Zeitkonstante

Die Selbstentladezeitkonstante τs ist größer je hochwertiger ein Kondensator ist. Üblich sind Werte zwischen 1000 s bis zu 10.000 s (mit s = Einheitenzeichen für Sekunden).

Feldenergie

Ein geladener Kondensator speichert elektrische Energie in dem elektrischen Feld, das zwischen den geladenen Platten besteht. Ist ein Kondensator der Kapazität C auf die Spannung U geladen, so enthält sein Feld die Energie W gemäß:

Wechselstromverhalten

Beim Anschluss an
Wechselspannung (Spannung mit periodisch wechselnder Polung) werden die Platten eines Kondensators ständig von positiv nach negativ und umgekehrt umgeladen. Dadurch fließt ständig Strom in wechselnder Richtung, jedoch zeitlich versetzt zur Spannung ("Phasenverschiebung"): Es muss zunächst Strom fließen, ehe am Kondensator eine Spannung aufgebaut wird, der Strom ist der Spannung (in der Phase um 90°) voraus.

Für die effektive Stromstärke Ieff gilt:

Wobei f die Frequenz der angelegten Spannung ist.

Zudem gilt der folgende Zusammenhang zwischen effektiver Stromstärke Ieff und Kapazität C des Kondensators:

Durch das gleichzeitige Vorhandensein von Strom und Spannung kann dem Kondensator ein elektrischer Widerstand X zugemessen werden, der jedoch im Gegensatz zu einem Ohmschen Widerstand keine Leistung in Wärme umsetzt ("Verlustleistung"). Man nennt ihn einen "Blindwiderstand". Wenn f die Frequenz der Wechselspannung und C die Kapazität ist, gilt für den Blindwiderstand:

Wobei Kreisfrequenz oder Winkelgeschwindigkeit heißt.

Parallelschaltung

Wenn man Kondensatoren parallel schaltet, liegt an allen die gleiche Spannung bzw. Potentialdifferenz an.

Für die Gesamtkapazität gilt:

Zur Veranschaulichung betrachte man eine Parallelschaltung aus zwei Kondensatoren, die sich nur in ihrer Plattengröße unterscheiden.

Durch die Verbindung entsteht ein Kondensator mit der Plattengröße A1+A2. Seine Kapazität ist also:

Reihenschaltung

Wenn man Kondensatoren in Reihe schaltet, fließt durch alle der gleiche Strom.

Für die Gesamtkapazität gilt:

Zur Veranschaulichung kann man eine Reihenschaltung aus zwei Kondensatoren betrachten, die sich nur im Plattenabstand unterscheiden. Die Verbindung ergibt einen Kondensator mit dem Plattenabstand d1+d2.

Die Kapazität ist dann

also

Spannungsfestigkeit

Reale Kondensatoren können nicht bis zu einer beliebigen Spannung aufgeladen werden. Überschreitet man die zulässige Spannung bis zur Durchschlagspannung, so schlägt der Kondensator durch, das heißt, es fließt plötzlich ein erheblich größerer Strom über eine Funkenstrecke oder auf eine ähnliche Art ab. Meist führt das zur Zerstörung des Kondensators (z. B. durch Explosion oder Hitzewirkung) und zu weitergehenden Zerstörungen an den Geräten. Manche Kondensatoren besitzen in gewissen Grenzen die Fähigkeit zur Selbstheilung, wenn der Schaden nicht allzu groß ist.

Polarität

Kondensatoren sind normalerweise symmetrisch aufgebaut. In Spezialfällen muss man jedoch die Polarität beachten:
  1. Der Elektrolytkondensator benötigt zum Aufbau seiner Isolierschicht (des Dielektrikums) eine polarisierte Spannung. Er darf nicht mit negativer Polarität betrieben werden, da er sonst zerstört werden kann. Beim Betrieb mit Wechselspannung benötigt er eine geeignete Vorspannung.
  2. Gewickelte Kondensatoren sind unsymmetrisch in bezug auf die Außenfläche. Gegebenenfalls ist zu beachten, welche Seite des Kondensatores außen liegt. An diese Schicht wird gewöhnlich, wenn zutreffend, die Masse angeschlossen, und die Größe von Verstimmungen des Kondensators zu verringern.

Temperaturabhängigkeit

Die Kapazität eines Kondensators kann temperaturabhängig sein.

Bauformen

Kondensatoren werden häufig nach der Art des Dielektrikums oder der Elektroden unterschieden.

Kondensatoren mit fester Kapazität

Kondensatoren mit veränderlicher Kapazität und Sonderformen

Anwendungen

  1. Die Energiespeicherung wird in Stromversorgungsgeräten verwendet, um kurzzeitige Spannungsausfälle zu überbrücken.
  2. Die Frequenzabhängigkeit des Blindwiderstandes dient dazu, Signale zu filtern (Hochpass, Tiefpass, Bandpass).
Auch zum Sperren eines bestimmten Frequenzbereiches können Filter verwendet werden.
  1. Zusammen mit einer Spule (Induktivität) wird ein Kondensator in einem Schwingkreis verwendet, der eine bestimmte Resonanzfrequenz besitzt.
  2. Durch die isolierenden Eigenschaften des Kondensators kann der Gleichspannungsanteil vom Wechselspannungsanteil getrennt werden.
  3. Meßverfahren. Durch die Kapazitätsänderung eines mechanisch realisierten Kondensators können Druck, Abstand und Dicke gemessen werden.
  4. Da das Laden bzw. Entladen eines Kondensators Zeit in Anspruch nimmt, werden auch einfache Zeitschaltungen mit einem Kondensator realisiert (Bsp.: abfallverzögertes Relais).

Kennzeichnung von Kondensatoren

Bei den Kondensatoren gibt es keine so einheitliche Kennzeichnung wie bei
Widerständen. Einige der Möglichkeiten sind unten aufgelistet. Weitere Informationen sind auch über die Weblinks unten zu finden. Da Elektrolykondensatoren in Abhängigkeit von der Zeit Ihre Kapazität veringern können. z. B. 2313 2 = 2002 3 = März 13 = 13. Die Codes sind aber immer unterschiedlich von Hersteller zu Hersteller, da leider nur wenige nach der einheitlichen DIN-Norm gehen.

Verwandte Themen

Siehe auch: Elektrische Kapazität - Kapazitiv - Spule (Elektrotechnik) - Induktivität - Induktiv



Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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