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Kolophonium

Kolophonium ist ein Baumharz (neue Rechtschreibung: Kolofonium). Der Name ist von der lydischen Stadt Kolophon abgeleitet, die als antikes Handelszentrum für Kolophonium gilt. Es ist ein natürliches Harz, das aus dem Rohharz von Koniferen (Kieferngewächse) gewonnen wird. Als Kolophonium werden die festen Bestandteile dieser Baumharze bezeichnet, die nach der Abtrennung der flüchtigen Bestandteile (Terpentin) mittels Destillation zurückbleiben.

Kolophonium ist bräunlich-durchsichtig und splittert im kalten Zustand leicht. Als Hauptbestandteil findet sich Abietinsäure und deren Isomere. Der Schmelzpunkt dieses, je nach Jahreszeit und Baumart recht unterschiedlichen Naturharzes, liegt im allgemein zwischen 80-110°C. Es ist in Wasser unlöslich, aber gut löslich in Alkohol. Verwendung findet es in verschiedenen Bereichen: In der Elektronik als Aktivator und Isolator in Flussmitteln zum Weichlöten, sowohl in der Flussmittelseele im Lötdraht, im Flussmittel zum Wellenlöten und auch in Lotpasten für die SMD-Technik.

Kolophonium wird auch als Bogenharz bezeichnet, da die Roßhaarbögen von Streichinstrumenten damit gelegentlich behandelt werden müssen, um dem Instrument überhaupt einen Ton entlocken zu können. Dabei wird das Harz einfach von einem größeren Klumpen auf das Roßhaar abgerieben. Das Haar wird dadurch sehr stumpf, beinahe kleberig, und kann so die Saiten beim Streichen besser mitziehen.

Kolophonium wird auch als zerriebener Staub auf Radierplatten aufgestäubt und danach kurz erhitzt. So entsteht ein feines Raster von Kolophonium-Kügelchen, mit deren Hilfe im künstlerischen Tiefdruck flächige Einfärbungen möglich sind. Man nennt diese Technik Aquatinta.

Kolophonium ist auch als aromatisches Räucherwerk geeignet, es wirkt dabei antiseptisch und durchblutungsfördernd.


Der folgende Text basiert auf einem Artikel aus Merck's Warenlexikon


Kolophonium (Colophonium, Geigenharz, frz. Colophone, engl. Colophony), das gereinigte, von ätherischem Öl (Terpentinöl) und Wasser befreite Harz von Fichten und anderen Nadelhölzern, hinterbleibt bei dem völligen Abtreiben des Terpentinöls aus dem Terpentin durch Destillation mit oder ohne Wasserdampf. Der Rückstand wird in offenen Kesseln unter beständigem Umrühren so lange geschmolzen, bis alles Wasser verdampft ist, dann der Ruhe überlassen, und das klare Harz vom Bodensatz abgeschöpft. Das meist bräunlichgelbe bis gelbbraune, bei den französischen Sorten auch hellgelbe Harz ist spröde und von glänzendem Bruch, erweicht bei 70°, schmilzt bei etwa 100° und verbrennt mit rußender Flamme. Das spez. Gew. beträgt 1,070. K. ist in Wasser unlöslich, in Petroläther teilweise, in fast allen übrigen organischen Lösungsmitteln aber völlig löslich. Seine Hauptbestandteile sind Harzsäuren, besonders Abietinsäure oder bei französischem Harz Pimarsäure. Bei der trockenen Destillation entstehen neben Essigsäure und Pinolin, welches unter dem Namen Harzessenz als Terpentinölersatz benutzt wird, besonders Harzöle, die als Schmiermittel dienen, und Pech. K. findet vielfach Anwendung zur Darstellung von Seife (s. d.) und Sprengstoffen, zum Leimen von Papier (s. d.), zum Pichen der Fässer, zum Löten, zur Herstellung von Siegellack, Firnissen und Pflaster. Neuerdings werden aus K. durch Kochen mit Blei- oder Manganoxyden auch schnell trocknende Resinate (Sikkative) hergestellt. Die etwa 100.000 t betragende amerikanische Einfuhr, von der 80.000 t im Lande verbraucht wurden, hoffen unsere Forstleute durch bessere Ausnutzung unserer Nadelwälder (9½ Millionen Hektar), Einführung des Flaschen- oder Becherverfahrens, Extraktion des Holzes mit Äthylentrichlorid völlig ersetzen zu können.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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