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Katholische Kirche in den USA

Die Katholische Kirche in den USA ist eine Kirche in der Spanne zwischen Tradition und Moderne.

Ihren Ursprung findet sie bereits mit der Kolonialisierung Amerikas. Doch entwickelte sie sich in den folgenden Jahrhunderten sehr langsam und war in ihrer Organisation und Hierarchie stets an Europa angekoppelt. Erst im Verlauf der großen Zuwanderungswellen des 19. Jahrhunderts gelang ihr eine zunehmende Verselbständigung. Zwar blieb sie bis etwa 1900 noch immer stark auf europäische Missionare angewiesen, doch entwickelte sie sich zunehmend in ihrer Struktur.

Die verschiedenen ethnischen Gruppen brachten ihre Glaubenstraditionen mit in ihre Neue Heimat, welche sie bis heute pflegen, doch kam es zunehmend zu einer eigenständigen Kirchenkultur und zunehmenden Abnabelung von Europa durch geistliche Berufungen in den USA selbst. Immer neue Bistümer entstanden und die in den USA anwesenden Männerorden und Frauenorden bekamen als eigenständige Provinzen innere Autonomie. Auch neue Ordensgemeinschaften entstanden in den USA, welche jedoch niemals internationalen Charakter entwickelten. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Entwicklung durch einen eigenen Kardinal für die USA gewürdigt.

Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelten sich moderne Strömungen in der Kirche der USA, welche man in Europa kritisch betrachtete, doch tatsächlich auf der Grundlage der religiös-weltanschaulichen Mischung dieser jungen Nation zu sehen sind. So war es bereits im 19. Jahrhundert für Ordensleute nicht üblich auf der Straße ihre Ordenstracht zu tragen, sondern einen schwarzen Anzug mit geistlichem Hemd. Im Europa dieser Zeit undenkbar. Zugleich erstarrte man aber innerhalb der eigenen Gesellschaft an Konservativität. Während diese sich im äußeren ergehende Konservativität im Europa der Nachkriegszeit sich recht bald milderte und verschwand, hielt sie sich in den USA noch bis zum Ende der 1960er Jahre.

Diese 60er Jahre sind es auch, die der Katholischen Kirche der USA einen enormen Entwicklungsschub gaben. So entstanden immer neue Bistümer und die verschiedenen Nationalgruppierungen vermischten sich. Zugleich bekam sie jedoch einen starken Nationalcharakter. Fahne und Nationalhymne in einem Kirchengebäude der USA wurden zur Normalität. In Europa oder Afrika - undenkbar. Gleichzeitig verstand man es hier auch Medien wie Fernsehen, Radio oder Internet frühzeitig zu nutzen.

Die Spendenfreudigkeit der US-Amerikaner brachte die Kirche der USA schnell zu Wohlstand. Einen Wohlstand, den man durch Spekulationen zu mehren verstand. Gleichzeitig startete die Kirche der USA, welche nie sonderlich in der Weltkirche zutage trat, internationale caritative Tätigkeiten, welche besonders Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zustatten kamen. Von Lebensmitteln, über Geld, bis zu ganzen Kirchbauten und Paramenten schwappten über den Ozean.

Die geringe Sesshaftigkeit der US-Amerikaner lässt diese bis heute wesentlich schneller ein Ordenshaus aufheben und andernorts ein neues begründen. Ebenso ist es mit anderen kirchlichen Gebäuden, die man schneller als in Europa abgerissen und neu gebaut hat. Wirtschaftlichkeit einer Einrichtung ist eine hohe Maxime, hat man doch nicht das Fettpolster einer Kirchensteuer, sondern muss alles eigenständig finanzieren. Das Problem der Pädophilieskandale hat die Kirche der USA nicht nur viel an Ansehen gekostet, sondern zahlreiche Diözesen auch in den Bankrott getrieben. Der Erzbischof von Boston sitzt seit 2004 nicht mehr in seiner Residenz, sondern in einer Mietwohnung.

Die Katholische Kirche in den USA besteht heute aus 31 (lateinische) Kirchenprovinzen mit zusammen 178 Bistümern. Hierzu kommen noch 16 Bistümer der verschiedenen unierten Kirchen, welche ebenfalls stark sind (Ukrainisch-Katholische Kirche, Ruthenisch-Katholische Kirche, Armenisch-Katholische Kirche, Melkitische Griechisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Katholische Kirche u.a.). In diesen 194 Bistümern leben 63.188.000 Katholiken, 22,45 % der Bevölkerung. Die 19.309 Pfarreien des Landes werden durch 31.210 Weltpriester betreut, welche von 15.237 Ordenspriestern, 7.522 Ordensbrüdern und 75.078 Ordensschwestern in Gebet und Arbeit unterstützt werden.

Liste der Bistümer nach Kirchenprovinzen

  1. Anchorage: Fairbanks, Juneau
  2. Atlanta: Charleston, Charlotte, Raleigh, Savannah
  3. Baltimore: Arlington, Richmond, Wheeling-Charleston, Wilmington
  4. Boston: Burlington, Fall River, Manchester, Portland, Springfield, Worcester
  5. Chicago: Belleville, Joliet in Illinois, Peoria, Rockford, Springfield in Illinois
  6. Cincinnati: Cleveland, Columbus, Steubenville, Toledo, Youngstown
  7. Denver: Cheyenne, Colorado Springs, Pueblo
  8. Detroit: Gaylord, Grand Rapids, Kalamazoo, Lansing, Marquette, Saginaw
  9. Dubuque: Davenport, Des Moines, Sioux City
  10. Hartford: Bridgeport, Norwich, Providence
  11. Indianapolis: Evansville, Fort Wayne-South Bend, Gary, Lafayette in Indiana
  12. Kansas City in Kansas: Dodge City, Salina, Wichita
  13. Los Angeles: Fresno, Monterey in California, Orange in California, San Bernardino, San Diego
  14. Louisville: Covington, Knoxville, Lexington, Memphis, Nashville, Owensboro
  15. Miami: Orlando, Palm Beach, Pensacola-Tallahassee, Saint Augustine, Saint Petersburg, Venice
  16. Milwaukee: Green Bay, La Crosse, Madison, Superior
  17. Mobile: Biloxi, Birmingham, Jackson
  18. Newark: Camden, Metuchen, Paterson, Trenton
  19. New Orleans: Alexandria, Baton Rouge, Houma-Thibodaux, Lafayette, Lake Charles, Shreveport
  20. New York: Albany, Brooklyn, Buffalo, Ogdensburg, Rochester, Rockville Centre, Syracuse
  21. Oklahoma City: Little Rock, Tulsa
  22. Omaha: Grand Island, Lincoln
  23. Philadelphia: Allentown, Altoona-Johnstown, Erie, Greensburg, Harrisburg, Pittsburgh, Scranton
  24. Philadelphia (Ukrainer): Saint Josaphat in Parma (Ukrainer) (Eparchy), Saint Nicolas of Chicago (Ukrainer) (Eparchy), Stamford (Ukrainer) (Eparchy)
  25. Pittsburgh (Ruthenen): Parma (Ruthenen) (Eparchy), Passaic (Ruthenen) (Eparchy), Van Nuys (Ruthenen) (Eparchy)
  26. Portland in Oregon: Baker, Boise City, Great Falls-Billings, Helena
  27. Saint Louis: Jefferson City, Kansas City-Saint Joseph, Springfield-Cape Girardeau
  28. Saint Paul and Minneapolis: Bismarck, Crookston, Duluth, Fargo, New Ulm, Rapid City, Saint Cloud, Sioux Falls, Winona
  29. San Antonio: Amarillo, Austin, Beaumont, Brownsville, Corpus Christi, Dallas, El Paso, Fort Worth, Galveston-Houston, Laredo, Lubbock, San Angelo, Tyler, Victoria in Texas
  30. San Francisco: Honolulu, Las Vegas, Oakland, Reno, Sacramento, Salt Lake City, San Jose in California, Santa Rosa in California, Stockton
  31. Santa Fe: Gallup, Las Cruces, Phoenix, Tucson
  32. Seattle: Spokane, Yakima
  33. Washington: Saint Thomas
Link: www.usccb.org/ Die US-Amerikanische Bischofskonferenz
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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