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An verschiedenen Stellen der Erde fand die Jungsteinzeit zu verschiedenen Zeiten statt. Während im Orient (Mesopotamien) bereits um 8500 v. Chr die Menschen Ackerbau betrieben, kann man für Mitteleuropa etwa die Zeit zwischen 5500 (Linearbandkeramik) und 1800 v. Chr angeben, und in Japan hielt die Jungsteinzeit sogar erst um 300 v. Chr Einzug, als sie woanders schon längst vorbei war. Ureinwohner entlegener Inseln, des Amazonas - Regenwaldes oder der Kalahari befinden sich zum Teil bis in unsere Zeit technologisch gesehen in der Jungsteinzeit.
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1 Bäuerliche Lebensweise 2 Kulturen 3 Metalle 4 Varia |
Bäuerliche Lebensweise
Zu Beginn der modernen Archäologie wurde der Übergang in die Jungsteinzeit meist mit dem Auftreten von geschliffenen (nicht nur behauenen) Steinartefakten festgelegt, später mit dem Auftreten von Keramik. Heutzutage wird der Beginn der Jungsteinzeit im allgemeinen in dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu den Ackerbauern und Viehzüchtern gesehen(Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise/G.Childe). Dies gilt deshalb als entscheidendes relevantes Kriterium, als damit die Sesshaftigkeit und mit ihr die Ausbildung größerer Siedlungen beginnen konnte. Denn diese Abgrenzung ist sinnvoller als z.B. die schwierige aufgrund von Artefakten , da beispielsweise bäuerliche Kulturen auch aus vor-keramischer Zeit bekannt sind.
Der Umwälzungsprozess von einer aneignenden zu einer produzierenden Lebensweise ("Neolithische Revolution") vollzog sich zum erstem Mal etwa 8500 v. Chr. im Vorderen Orient, von dort breitete sich die Neolithisierung langsam zum Bosporus, dann sehr schnell über Europa aus. Ca. 6000 v. Chr. erreichte sie die griechische Halbinsel, 300 Jahre später den Balkan , von dort aus wird Ost- und Mitteleuropa beeinflusst, wo die Bevölkerung bis 4700 v. Chr. zumindest teilweise auf eine neolithische Lebensweise umstellt, um 4300 v. Chr. ist Ost- und Mitteleuropa mit der dann vorherrschenden Trichterbecherkultur durchgängig als neolithisch zu bezeichnen. Offenbar in einer zweiten Schiene entlang der Mittelmeerküsten wird Südeuropa neolithisiert, 5000 v.Chr. Süditalien, 4500 v. Chr. dann die südlichen Küsten Frankreichs und Spaniens.
Weitere: Megalithkultur, Michelsberger Kultur
Wichtige archäologische Stätten sind Stonehenge, Skara Brae, Sonnenobservatorium von Goseck, Göbekli Tepe
Siehe auch: Neolithische RevolutionKulturen
Innerhalb der Jungsteinzeit lassen sich (weit deutlicher als in der Altsteinzeit) bestimmte "typische" Kulturen erkennen; innerhalb eines zeitlich und regional bestimmbaren Raumes weisen die archäologischen Funde und Fundsituationen starke Ähnlichkeiten auf und deuten damit auf einen einheitlichen Kulturraum hin.Mitteleuropa
Die früheste neolithische Kultur Mitteleuropas ist die bandkeramische Kultur (5700-4900 v. Chr. verbreitet von Nord-Ungarn bis in das Pariser Becken, nördlich der Donau bis zum Nordrand der Mittelgebirge ). Parallel zu dieser vorwiegend die Löß-Landschaften besetzenden Kultur dürften sich mesolithische Jäger- und Sammlerkulturen weiter gehalten haben. Sie wird im westlichen Verbreitungsgebiet von der Rössener Kultur abgelöst, im Osten von der Stichbandkeramik, in Bayern vom SOB.Metalle
In der Jungsteinzeit wurde auch die Metallbearbeitung entwickelt. Zunächst beschränkte sie sich auf gediegene (elementar vorkommende) Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Die ältesten Kupferfunde datieren aus dem 8. Jahrtausend v. Chr und stammen aus Anatolien. Aufgrund der Metallbearbeitung wird der letzte Abschnitt der Jungsteinzeit auch als Kupferzeit bezeichnet.Varia
Einer der bekanntesten Menschen der Jungsteinzeit ist Ötzi, der ca. 3300 v. Chr lebte. Seine Leiche ist als gefriergetrocknete Mumie erhalten. Er hatte typische Gerätschaften der Jungsteinzeit bei sich und trug bereits ein Kupferbeil.
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