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Judenverfolgung

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Der Doppeleintrag befindet sich unter: Judenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antijudaismus -- 21:11, 13. Mai 2004 (CEST)

Judenverfolgung ist die Unterdrückung oder Bekämpfung von Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Religion oder einer vermeintlichen "jüdischen Rasse".

Inhalt
1 Zusammenfassung
2 Allgemeine Ursachen
3 Mittelalter
4 Aufklärung
5 Industrialisierung
6 Nationalsozialismus
7 Holocaust
8 Israel

Zusammenfassung

Juden waren während der letzten 2.000 Jahre fast durchgehend Opfer von Verfolgungen und antisemitischen Pogromen. Den Höhepunkt stellte ihre teilweise industriell vollzogene Massenvernichtung in den von Deutschen während des Zweiten Weltkriegs besetzten Gebieten dar (siehe auch: Holocaust).

Allgemeine Ursachen

Ein Unterschied zu vielen anderen Kulturen bestand darin, dass viele Juden nach der Auflösung ihres Staates durch die Römer sich als Händler und ähnliches in großen Teilen des damaligen Römischen Reichs ansiedelten. Ein weiterer Unterschied war, dass sie es geschafft haben, ihre religiöse Identität gegen viele Bemühungen von Römern, Christen und Mohammedanern zu erhalten. Außerdem haben sie es vom Untergang Israels durch die Römer bis zur Neugründung Israels 1948 nie geschafft, erfolgreich einen Staat zu gründen, in dem sie die Mehrheit stellten. Nach ihren Vorstellungen war dies nur in Israel möglich. Sie haben ihre Religion auch nicht durch Aufnahme neuer Mitglieder irgendwo zur Mehrheitsreligion gemacht, wie es Christen oder Mohammedaner getan haben, da das Judentum nicht auf die Konvertierung Andersgläubiger ausgerichtet ist.

Alleine die Tatsache, dass sie dadurch immer und überall eine Minderheit waren, führte zu regelmäßiger Verfolgung - wie bei praktisch allen anderen Minderheiten auch.

Zu einer religiösen Minderheit zu gehören, gilt paradoxerweise für viele Zugehörige der Mehrheit auch als ein Beleg für Überheblichkeit, da man sich ja der Mehrheit anschließen würde, wenn man seine Überzeugungen nicht für besser halten würde. Dass in dieser Logik selbst eine Form von Überheblichkeit steckt, wird Mitgliedern der Mehrheit oft nicht klar, da ihre Meinungen von den meisten Leuten bestätigt werden, während jeder Versuch eines Zugehörigen einer Minderheit, seine Position zu verteidigen, meist nur die Vorurteile bestätigt.

Dass religiöse Hetzer den Juden die Schuld am Tod Jesu gaben, trug ebenfalls zu vielen Verfolgungen durch Christen bei, ungeachtet der Tatsache, daß Jesus selber Jude war, und Rabbi genannt wurde; und dass die Tötung von den Römern angeordnet und durchgeführt wurde.

Mittelalter

Die komplizierten Riten und Aufnahmerituale der jüdischen Religion haben sicher auch zu den mangelnden Verbreitungsschancen auf der einen Seite, und einem stabilisierenden Zusammengehörigkeitsgefühl auf der anderen Seite geführt. Dazu haben sie wohl auch zu vielen Zugehörigen der jüdischen Bevölkerungsteile geführt, die ihrer Religion gegenüber eher neutral gegenüber eingestellt waren, was besonders im konservativen frühen Mittelalter und in den harten Auseinandersetzungen der Renaissance und der Aufklärung zu Konflikten mit Konservativen beigetragen haben dürfte, und damit zu Vorurteilen gegenüber dem Judentum, die sich immer wieder in Pogromen entluden.

Die Bildungsorientiertheit der jüdischen Religion und Kultur hat den Juden auf der einen Seite gute Möglichkeiten in von Christen aus religiösen Gründen nicht besetzten Gebieten wie der Kreditwirtschaft, sowie in Beraterpositionen und in anderen Bereichen verschafft, auf der anderen Seite aber auch Neid auf den damit verbundenen Reichtum der einflussreicheren Juden geweckt, obwohl die Juden in der Gesamtheit relativ arm blieben. Juden waren ebenfalls in ihrer Berufsausübung stark eingeschränkt. So war ihnen der Zugang zu den Zünften grundsätzlich verwehrt. Dies führte unter Anderem zu einem hohen Anteil von Juden, die im Handel tätig waren. Die dabei und bei der Kreditvergabe entstehenden Schulden von Christen bei Juden haben ebenfalls ihren Anteil an der Motivation für Pogrome gehabt, neben dem Neid auf reichere Juden. Dabei gab es unter den Christen noch viel reichere Minderheiten - Hochadel, Kirchenobere, später Großbürgertum usw., und Zahlungen an diese Gruppen hatten ähnliche Ausmaße, waren aber oft ohne Gegenleistungen zu entrichten.

Aufklärung

Der aufgrund religiöser Traditionen und der von der Unterdrückung durch die Christen verstärkte Zusammenhalt der Juden hat auch dabei geholfen, dass sie trotz geringerem Reichtum oft weniger von Hungersnöten betroffen waren, als Christen, wodurch ihr Bevölkerungsanteil in Europa von nicht messbar auf einige Prozent anwuchs. Das dürfte besonders in der Zeit, als die ersten Bevölkerungsstatistiken geführt wurden, die Spannungen verschärft haben.

Industrialisierung

Weitere Probleme entstanden dadurch, dass es Juden im Ständestaat nahezu unmöglich gemacht wurde, in angesehenen Berufen wie z. B. dem Handwerk aktiv zu werden. Als mit der industriellen Revolution das Handwerk weitgehend arbeitslos wurde, waren die Juden dadurch schon in vielen anderen Bereichen vertreten, wie z. B. Kunst und Kultur, sodass vermehrt Christen mit vormals mittlerem sozialen Status in die nicht sehr angesehene Fabrikarbeit wechseln mussten.

Als dann noch mit dem Untergang des Kaiserreichs die Unterdrückung der Juden weitgehend beendet wurde, und die Juden entsprechend ihren Fähigkeiten vom Boden der Gesellschaft in alle möglichen Bereiche aufstiegen, wurden sie endgültig von vielen Christen als Bedrohung empfunden, was die vielen Stimmen für nationale und rassistische Parteien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise erklärt. Dies wurde durch die Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik noch verstärkt.

Nationalsozialismus

Was von den Nationalsozialisten auch für ihre Propaganda ausgenutzt wurde, war, dass es aufgrund dieser Probleme bei den Juden viele politische und gesellschaftliche Exzentriker gab (nicht mehr als bei unter ähnlichen Bedingungen lebenden Nichtjuden, aber genug, um Vorurteile zu wecken).

Holocaust

Das alles führte dann zu der extremen Judenverfolgung durch die Nazis, mit dem unfassbaren Höhepunkt des Holocaust, der planmäßigen versuchten Ausrottung der Juden mit ca. 6 Millionen Opfern alleine in dieser Bevölkerungsgruppe (auch sog. Juden 2. oder 3. "Grades"). Der in diesem Zusammenhang immer wieder auftretende Begriff Rasse war dabei nur eine pseudowissenschaftliche Ausrede für unmenschliches Verbrechertum. Dabei spielte auch die religiös, wirtschaftlich und politisch bedingte Aufwiegelung der Menschen eine Rolle. Ein nicht unwesentliches Motiv des Holocaust war auch die Enteignung und Versklavung einer großen Gesellschaftsgruppe für die Finanzierung des erwarteten Kriegs. Die historische "Tradition" des Antisemitismus bot den Nationalsozialisten die Möglichkeit der Ausgrenzung jüdischer Menschen, mit teilweise sogar hoher Akzeptanz und ansonsten geringem Widerstand in der nichtjüdischen Bevölkerung. Nicht unmaßgeblich an der Verfolgung war Adolf Hitler, der in seinen Reden und Schriften regelmäßig gegen die Juden hetzte.

Israel

Nach dem Untergang des Nationalsozialismus führte die Erfahrung des Holocaust zu einem verstärkten Wunsch der verbliebenen Juden nach einem eigenen Staat, was zu Massenauswanderungen nach Palästina führte. Die dort lebenden Araber waren mit dieser Einwanderungswelle nicht einverstanden , wodurch ein Konflikt unvermeidbar wurde, aus dem schließlich Israel hervorging. Die anhaltenden Spannungen zwischen Israelis und Arabern tragen auch in anderen Ländern wieder zu Stimmung gegen Juden bei.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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