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John Coltrane

John William Coltrane (* 23. September 1926 in Hamlet/North Carolina; † 16. Juli 1967 in New York City) war ein US-amerikanischer Jazz-Saxophonist (Flöte, Tenor- und Sopran-Sax).

Coltranes Stil entwickelte sich in und aus der Post-Bop Zeit; in den frühen 1960ern entwickelte er seine völlig eigene Spielweise ('sheets of sound') hin zu freiem, aber nach eigenen Aussagen immer auf den Blues bezogenen Spiel und gilt damit als einer der Urheber des Free Jazz.

Mit 12 Jahren bekam von den Eltern er seine erste Klarinette geschenkt und bekam eine klassische Ausbildung. In der Highschool-Zeit lernte er Altsaxophon und machte erste Gehversuche im Jazz. Nachdem er Mitte der 1940er Jahre Mitglied der Dizzy Gillespie Big Band war, spielte er in den 1950er Jahren in Miles Davis' Band Tenor-Saxophon. Dabei behielt er die Intonation des Alt bei und entwickelte seinen charakteristischen Klang. Die beiden herausragenden Alben Milestones und Kind Of Blue entstanden. 1956 trennt sich Coltrane von Davis, profilierte sich auch mit der wegweisenden Platte Giant Steps selbst als Bandleader und arbeitete mit Thelonious Monk. Von 1958 bis 1960 spielte er dann wieder im Davis-Quintett. Aus dem Zusammenspiel mit Monk brachte er die an den Kirchentonarten orientierten Skalen ein. Diese modale Spielweise überwindet die herkömmliche an Harmoniefolgen gebundene Improvisation. In der Folge werden Coltranes Soli immer länger und ekstatischer.

1960 erschien dann My Favourite Things, auf dessen Titelstück Coltrane Sopransaxophon spielte und damit dieses relativ selten gespielte Instrument auf einen Schlag im Jazz etablierte. Diese Platte wurde auf Anhieb ein großer Erfolg und machte das John Coltrane Quartet neben dem Quintett von Miles Davis zu einer der einflussreichsten Jazz-Gruppen der Sechzigerjahre. Neben John Coltrane [ts,ss] bestand die Besetzung aus McCoy Tyner [p], Jimmy Garrison [b] sowie Elvin Ray Jones [dr]. Bei einigen Live-Aufnahmen im "Village Vanguard" spielte auch der schwarze Avantgarde-Saxophonist Eric Dolphy [as, bs-cl, flute] mit, der unter anderem bereits mit Charles Mingus [b, p, leader, comp, arr] zusammengespielt hatte. Musikalisch sprengte Coltrane die Fesseln des herkömmlichen Jazz und nahm in sein Spiel beispielsweise afrikanische und orientalische Einflüsse auf.

In der Folgezeit nahm Coltrane in dieser Besetzung noch eine Reihe weiterer Platten auf, darunter auch Live-Aufnahmen aus dem "Village Vanguard" in New York, auf denen sein energetisches Spiel sehr gut dokumentiert ist. Eine der herausragenden Platten ist auch sein A Love Supreme, in dem Coltranes spirituelle Ausrichtung deutlich wird.

Mitte der 1960er Jahre orientierte sich John Coltrane immer mehr am Free Jazz. Elvin Ray Jones wurde durch den Schlagzeuger Rashied Ali ersetzt; außerdem kam Coltranes Frau Alice in die Gruppe (sie spielte Klavier und Harfe). An Aufnahmen wäre hier eine zweite im "Village Vanguard" aufgenommene Live-Platte sowie das Album Ascension zu nennen.

Musikalisch war Coltrane immer auf der Suche nach allen möglichen Einflüssen - er hat den Jazz traditioneller oder moderner Musik bis hin zu Bela Bartok und Arnold Schönberg geöffnet. Dabei blieb sein Stil immer eigenständig, und in seiner Geschwindigkeit und Komplexität auch unvergleichlich. Er veröffentlichte ca. 50 Aufnahmen in 12 Jahren mit seiner eigenen Band und ein Duzend in anderen Bands.

John Coltrane starb 1967 an Leberkrebs.

Siehe auch: Eric Dolphy, Miles Davis, Thelonious Monk


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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