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Jena

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 114,22 km²
Einwohner: 100.542 (31.12.2002)
Bevölkerungsdichte: 880 Einwohner/km²
Höhe: 155 m ü. NN
Postleitzahl: 07701-07751 (alt: 69xx)
Vorwahlen: 03641
Geografische Lage: 50° 56' n. Br. 11° 35' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: J
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 16 0 53 000
Gliederung des Stadtgebiets: 41 statist. Bezirke
bzw. 23 Ortschaften mit je
einem Ortschaftsrat
Website: www.jena.de/ www.jena.de
E-Mail-Adresse: buergerservice@jena.de buergerservice@jena.de
Politik
Oberbürgermeister: Dr. habil. Peter Röhlinger (FDP)
Regierende Partei: CDU/SPD/FDP Koalition

Jena ist eine Universitätsstadt in Mitteldeutschland. Sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt und der Stadt Gera die drittgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Bundeslandes Thüringen und hat den Status einer Kreisfreien Stadt. Nächst größere Städte sind Gera, ca. 35 km östlich, Erfurt, ca. 40 km westlich, Halle (Saale), ca. 70 km nordöstlich, Leipzig, ca. 75 km nordöstlich und Chemnitz, ca. 94 km östlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Jena überschritt ca. 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Während der DDR-Zeit gehörte die Stadt zum Bezirk Gera.

Inhalt
1 Geografie
2 Geschichte
3 Politik
4 Wirtschaft und Infrastruktur
5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
6 Persönlichkeiten
7
8

Geografie

Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten Muschelkalkhängen. Auf ihnen kommen zahlreiche z. T. seltene Orchideenarten vor. Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 km und von Ost nach West 12,2 km.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Jena. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Jenas ist in insgesamt 41 statistische Bezirke eingeteilt. Verwaltungsmäßig gibt es die Kernstadt und 23 Ortschaften im Sinne von § 45 der Thüringer Kommunalordnung. Diese Ortschaften wurden durch die
Hauptsatzung der Stadt Jena eingerichtet. Dabei handelt es sich meist um räumlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbständige Gemeinden waren. Für jede Ortschaft gibt es einen vom Volk anlässlich einer Bürgerversammlung gewählten Ortschaftsrat. Vorsitzender ist der ebenfalls vom Volk gewählte Ortsbürgermeister. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Die statistischen Bezirke der Stadt Jena mit ihren amtlichen Nummern:

Die 23 Ortschaften der Stadt Jena:

Geschichte

Jena wird erstmals
1236 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem 9. Jahrhundert genannten Siedlung Jani ist nach neueren Untersuchungen wenig wahrscheinlich. Um 1230 erhält Jena von den Herren von Lobdeburg die Stadtrechte. Bis 1331 gelangt das Thüringer Landgrafenhaus in den Vollbesitz der Stadt und 1332 erteilen sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1672 wird Jena Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums Sachsen-Jena. 1692 kommt die Stadt an die Linie Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das im 19. Jahrhundert zum Großherzog erhoben wird (Großherzogtum Sachsen). Am 14. Oktober 1806 bekämpft Napoleon siegreich die preußischen Armeen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Jena Teil des Landes Thüringen. Hier wird die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entsteht der Landkreis Jena, der bei der Kreisreform zum 1. Juli 1994 Teil des Saale-Holzland-Kreises wird.

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Jena eingemeindet. Im Jahr 1900 betrug der Gebietsstand der Stadt 1.323,2 ha. Seit den letzten Eingemeindungen von 1994 umfasst das Stadtgebiet 11.421,6 ha.

Jahr Orte Zuwachs in ha
1909 Wenigenjena mit dem 1891 eingegliederten Camsdorf 603,3
01.01.1913 Lichtenhain (Stadt) 245,0
01.01.1913 Ziegenhain 448,8
01.01.1913 Lichtenhain (Stadt) 245,0
01.10.1922 Ammerbach 599,6
01.10.1922 Burgau 190,4
01.10.1922 Löbstedt 262,5
01.10.1922 Winzerla 500,0
01.10.1922 Zwätzen 546,0
01.10.1922 Gröschwitz 226,1
01.10.1922 Lobeda 655,1
01.10.1922 Wöllnitz 262,3
01.10.1922 Kunitz 593,7
01.10.1924 Göschwitz ¹ - 226,1
01.10.1924 Lobeda ¹ - 655,1
01.10.1924 Wöllnitz ¹ - 262,3
01.10.1924 Kunitz ¹ - 593,7
01.08.1946 Lobeda 655,1
01.08.1946 Wöllnitz 262,3
01.04.1969 Göschwitz 226,1
01.07.1994 Drackendorf 446,2
01.07.1994 Ilmitz 163,7
01.07.1994 Maua 334,2
01.07.1994 Leutra 467,4
01.07.1994 Münchenroda 411,7
01.07.1994 Remderoda 94,9
01.07.1994 Krippendorf 315,1
01.07.1994 Vierzehnheiligen 197,7
01.07.1994 Isserstedt 685,4
01.07.1994 Cospeda 335,4
01.07.1994 Lützeroda 143,8
01.07.1994 Closewitz 410,2
01.07.1994 Kunitz 593,7
01.07.1994 Laasan 207,6
01.07.1994 Jenaprießnitz 583,1
01.07.1994 Wogau 168,7
¹ Ausgemeindungen (die Orte wurden später jedoch wieder eingegliedert)

Die letzten Eingemeindungen 1994 erfolgten aufgrund von § 23 des Neugliederungsgesetzes in Thüringen. Bei den seinerzeit eingegliederten Orten handelt es sich nur teilweise um selbständige Gemeinden. Alle eingegliederten Orte (außer Isserstedt) hatten zuvor schon ein oder mehrere Nachbargemeinden aufgenommen., und zwar Cospeda die Gemeinden Lützeroda und Closewitz, Drackendorf die Gemeinde Ilmnitz, Krippendorf die Gemeinde Vierzehnheiligen, Kunitz die Gemeinde Laasan, Münchenroda die Gemeinde Remderoda, Maua die Gemeinde Leutra und Jenaprießnitz die Gemeinde Wogau.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

Jahr Einwohnerzahlen
1490 ca. 3.800
1542 ¹ 4.277
1784 4.366
1820 4.758

1852 6.505
1871 8.260
1. Dezember 1890 ¹ 13.449
1. Dezember 1900 ¹ 20.677
1. Dezember 1910 ¹ 38.487
16. Juni 1925 ¹ 52.649
16. Juni 1933 ¹ 58.357
17. Mai 1939 ¹ 70.573
29. Oktober 1946 82.722
31. August 1950 80.309
31. Dezember 1960 81.190
31. Dezember 1972 94.060
31. Dezember 1976 100.800
30. Juni 1981 104.300
31. Dezember 1986 107.600
30. Juni 1991 101.900
30. Juni 1997 100.900
31. Dezember 2002 100.542
31. Dezember 2003 102.634
¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Die Bevölkerung der Stadt Jena gehörte anfangs zum Bistum Mainz. Hier war die Stadt dem Archidiakonat Beatae Mariae virginis in Erfurt zugeordnet. Das Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum Naumburg. 1523 wurde die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten, infolgedessen die Reformation schnell Fuß fasste und Jena über lange Zeit eine überwiegend protestantische Stadt war. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, zumal Martin Luther mehrmals persönlich in Jena weilte. Danach teile die Kirche in Jena die Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die "Evangelisch-Lutherische Kirche des Großherzogtums Sachsen", zum dem Jena seit dem 18. Jahrhundert gehörte (damals noch Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich 1920 mit 6 anderen Landeskirchen Thüringens zur "Thüringer Evangelischen Kirche" zusammen. 1934 schloss sich die "Evangelisch-Lutherische Kirche des ehemaligen Fürstentums Reuß ältere Linie" als 8. Landeskirche an und 1948 nannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Innerhalb dieser Landeskirche ist Jena Sitz einer Superintendentur innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden evangelisch-lutherischen Pfarrämter Jenas gehören somit alle zur Superintendentur Jena.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche "St. Johannes Baptist", die älteste Kirche Jenas, die bis zur Reformation die Pfarrkirche der Stadt war, dann aber verfiel. Die kleine katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder errichtet. Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde, wie die meisten Teile des späteren Landes Thüringen zum Bistum Paderborn. Mit der Neuordnung der katholischen Kirche 1929/30 kam die Gemeinde in Jena zum Bistum Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Bischof immer schwerer, seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Bistums wahrzunehmen. Ebenso erging es dem Bischof von Würzburg, dem die südlichen Pfarrgemeinden Thüringens zugeordnet waren. 1946 wurde daher in Erfurt für die östlichen Gebiete der Bistümer Fulda und Würzburg ein Generalvikar eingesetzt, der 1953 zum Weihbischof und 1968 zum Bischöflichen Kommissar ernannt wurde. Durch die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete per Dekret am 20. Juli 1973 zum Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen erhoben und damit formell von ihren bisherigen Bistümern abgetrennt. Leiter dieses Bischöflichen Amtes wurde ein Apostolischer Administrator, der den Titel Bischof erhielt. Am 14. Juni 1994 wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen zum Bistum erhoben und der Kirchenprovinz Paderborn zugeordnet. Die Rechtswirksamkeit erfolgte zum 7. Juli 1994.
Die Pfarrgemeinde in Jena gehört somit heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Die Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten), die Adventgemeinde, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda.

Politik

Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunächst den Beamten der Lobdeburgischen Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317 von 2 Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat dreigeteilt. 1540 führte der Kurfürst von Sachsen eine neue Städteordnung ein. Es gab mehrere Bürgermeister doch ab 1604 nur noch einen Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Ab 1892 trägt das Stadtoberhaut den Titel Oberbürgermeister. Der Rat wurde von der Bevölkerung gewählt. Ab 1933 wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und dach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der "Stadtratsvorsitzende". Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 2000 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.

Oberbürgermeister seit 1922

Vorsitzender des Stadtrats Sitzverteilung im Stadtrat

Wappen

Das
Wappen der Stadt Jena zeigt in Silber einen silbern-blau gekleideten Engel mit langen goldenen Haaren sowie goldenem Nimbus, Harnisch, Helm und Flügel; mit der Rechten einem grünen Drachen eine Lanze in den Rachen stoßend, in der Linken einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen haltend; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube. Die Stadtflagge ist längsgestreift in den Farben Blau-Gelb-Weiß, belegt mit dem Stadtwappen.

Die Wappenfigur stellt den Erzengel Michael dar. Die Weintraube symbolisiert den einst blühenden Weinbau in Jena. Der Löwe wurde als Wappenfigur der Herren von Meißen aufgenommen, als die Stadt an die Landgrafen von Thüringen überging. Die Wappenfiguren wurden aus dem historischen Siegel der Stadt übernommen, das schon sehr alt ist. In seiner heutigen Form wurde das Wappen zuletzt durch die Hauptsatzung der Stadt im Jahre 1999 festgelegt.

Städtepartnerschaften

Jena unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die
Bundesautobahn A 4 Erfurt-Dresden . Die Stadt hat Anschlussstellen in Schorba, Jena-Göschwitz und Jena-Lobeda. Ferner führen die Bundesstraßen B 7 und B 88 durch Jena.

Die Stadt ist auch ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Fernstrecken Nürnberg-Halle-Berlin und Kassel-Erfurt-Dresden. Jena verfügt über 3 Bahnhöfe: Alle Verbindungen in West-Ost-Richtung laufen über den Bahnhof Jena West, Verbindungen in Nord-Süd-Richtung verlaufen über Jena Paradies (den einzigen ICE-Haltepunkt Deutschlands) und Jena Saalbahnhof (nur Regionalverkehr). Zurzeit wird neben dem provisorischen Haltepunkt Jena Paradies der neue moderne ICE-Bahnhof gebaut.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahn- und Buslinien der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft mbH (JeNah).

Ansässige Unternehmen

Medien

In Jena befindet sich eine Geschäftsstelle der
Tageszeitung Thüringer Landeszeitung (TLZ), die in Weimar erscheint. Weiterhin gibt es einen TV-Sender JenaTV (www.jenatv.de/ Weblink), der seit 1998 Bewegtbild-Nachrichten im und aus Jena ins lokale Kabelnetz einspeist.

Öffentliche Einrichtungen

In Jena befindet sich eine Dienststelle des Deutschen Patent- und Markenamts, dessen Hauptsitz in München ist. Ferner sind in Jena folgende Institute ansässig:

Bildung

Besondere Schulen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Orchester

Die "Jenaer Philharmonie" wurde 1934 als Konzertorchester gegründet und 1969 auf ihre heutige Größe erweitert.

Museen

Archive

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Nicht in Jena geboren sind die folgenden Personen. Sie haben aber in Jena gewirkt:
Landkreise und kreisfreie Städte in Thüringen
Altenburger Land | Eichsfeld | Eisenach (Stadt) | Erfurt (Stadt) | Gera (Stadt) | Gotha | Greiz | Hildburghausen | Ilm-Kreis | Jena (Stadt) | Kyffhäuserkreis | Nordhausen | Saale-Holzland-Kreis | Saale-Orla-Kreis | Saalfeld-Rudolstadt | Schmalkalden-Meiningen | Sömmerda | Sonneberg | Suhl (Stadt) | Unstrut-Hainich-Kreis | Wartburgkreis | Weimar (Stadt) | Weimarer Land


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