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Jean-Pierre Blanchard

Jean-Pierre Blanchard (* 4. Juli 1753 in Les Andelys; † 7. März 1809 beiParis; war ein französischer Ballonfahrer.

Leben

Blanchard experimentierte zunächst erfolglos mit eigenen Flugapparaten, die auf der Grundlage von Schlagflügeln beruhten. Nach der Entwicklung des Heißluftballons durch die Brüder Montgolfier im Jahre 1783 wandte er sich der Ballonfahrt zu; am 2. März 1784 startete er vom Marsfeld in Paris zu seiner ersten Ballonfahrt mit einem wasserstoffgefüllten Ballon; er fuhr über die Seine und wieder zurück.

Bereits am 7. Januar 1785 überquerte er als Erster zusammen mit dem Arzt Dr. John Jeffries den Ärmelkanal von Dover nach Calais in knapp zwei Stunden in einer abenteuerlichen Fahrt. Die Ballonfahrer mußten schließlich allen Ballast abwerfen und von der Gondel in die Halteseile klettern, um nicht abzustürzen.

In Calais erwartete sie ein begeisterter Empfang. Blanchard wurde zum Ehrenbürger von Calais ernannt und erhielt vom französischen König eine lebenslängliche Zahlung in Höhe von 1200 Livres jährlich.

Danach trat er öffentlich als Ballonschausteller auf. Am 3. Oktober 1785 startete er in Frankfurt anläßlich der Herbstmesse zur ersten Luftreise in Deutschland und fuhr von der Bornheimer Heide nach Weilburg an der Lahn. Blanchard nahm für sich die Erfindung des Fallschirms in Anspruch und ließ bei diesem Aufstieg erstmals seinen Hund mit dem Fallschirm zur Erde herunterschweben, der auch wohlbehalten sein Ziel erreichte.

Dieser Fallschirm rettete Blanchard am 21. November 1785 das Leben. Blanchards Ballon drohte wegen Überdrucks zu platzen; Blanchard stieß einige Löcher in die Hülle, um dies zu verhindern. Das Gas strömte jetzt aber so schnell aus, daß sich ein Absturz unmittelbar bevorstand und er sich nur noch mit seinem Fallschirm retten konnte. Das war zugleich der erste verbürgte - wenn auch unfreiwillige - Fallschirmabsprung eines Menschen und die erste Luftrettung in der Geschichte der Luftfahrt.

Am 23. Juli 1786 startete er ein weiteres Mal in Deutschland und stieg in Hamburg auf. Zwei Jahre später, am 27. September 1788, stieg er in Berlin vom Exerzierplatz im Tiergarten auf und landete im Gebiet des heutigen Stadtteils Karow-Nord, wo heute der Ballonplatz an dieses Ereignis erinnert.

Blanchard startete auch den ersten Ballonflug in der Neuen Welt. Er stieg in Philadelphia am 9. Januar 1793 in der Gegenwart George Washingtons in die Lüfte und landete in Deptford.

Im Jahre 1804 heiratet er die sechsundzwanzigjäjrige Marie Madeleine Sophie Armant, die sich ebenfalls zur begeisterten Ballonfahrerin entwickelt. So überquert Sophie Blanchard gemeinsam mit ihrem Gatten den Ärmelkanal in der Gegenrichtung (von Calais nach Dover).

Nachdem Blanchard am 7. März 1809 während einer Ballonfahrt an einem Schlaganfall verstirbt, setzt seine Frau als erste Ballonfahrerin die Reihe von Schauvorführungen fort.

Nach Jean-Pierre Blanchard ist ein etwa 40 km durchmessender Mondkrater benannt

www.frankfurt-nordend.de/geschichten_am_rande.htm In der Luft mit Wein und Milchbrötchen


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