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1 Biographie 2 Werke 3 Literatur- und Quellenhinweise 4 |
Biographie
Bodin wurde wahrscheinlich im Jahre 1529 in Angers als Sohn einer bürgerlichen Familie geboren. In seiner Jugend erhielt er eine Ausbildung in den Karmeliterklöstern von Angers und Paris, war jedoch spätestens seit 1549 seinem dort ursprünglich abgelegten Mönchsgelübde entbunden. In Paris musste der wohl hochbegabte Bodin nicht nur mit der üblichen orthodoxen Scholastik in Berührung gekommen sein, sondern auch mit der ramistischen Philosophie. Ein unbewiesenes Detail in seiner Biographie ist eine mögliche Verwicklung in Häresieprozesse 1547/48 und ein Aufenthalt im calvinistischen Genf. Sicher scheint dagegen, dass er an der Toulouser Universität das Studium der römischen Rechts aufnahm und hier später als akademischer Lehrer tätig wurde. Seit 1561 ging er dann zur praktischen juristischen Arbeit über und war als Advokat am Pariser Parlament tätig. Hier kommt er mit der damals herrschenden allgemeinen Hexenfeindlichkeit in unmittelbaren Kontakt, was sich bei ihm später auch im schriftstellerischen Bereich niederschlagen sollte. Er tritt in der Folgezeit auch als Berater König Karls IX. von Frankreich auf und nimmt verschiedene öffentliche Aufgaben wie etwa die eines königlichen Ratgebers bei den 1569 versammelten Generalständen von Narbonne wahr. Seine konkreten Forderungen für Toleranz auch den Hugenotten gegenüber hätten ihm beinahe das Leben gekostet - wahrscheinlich im Zuge der Hugenottenverfolgung in der berühmten Bartholomäusnacht 1572. Nachdem er sich zeitweilig im Dienst des Herzogs von Alencon-Anjou und in dem des frz. Königs Heinrich III befand, geht er nach Laon und wird dort 1577 Staatsanwalt am Präsidialgericht von Laon. In dieser Zeit veröffentlicht er eine Reihe von Werken, darunter auch sein Hexentraktat Daemonomania. 1590 muss er sich dann jedoch selbst vor Gericht wegen des Verdachts auf Magie verantworten. Die Pest beendet 1596 dann das Leben dieses durchaus widersprüchlichen Gelehrten.
Werke
Politische Philosophie
Solange Bodin sich im politischen Leben befand, schrieb er staatstheoretische, politische Schriften wie z.B. das 1568 erschienene Werk Les paradoxe du seigneur de malestroit, in dem er eine Erklärung der Inflation gibt, oder seine wohl bekannteste Schrift Les six livres de la Republique, wobei es sich empfiehlt republique mit Staat zu übersetzen, da er hier für den Absolutismus und keineswegs für eine Republik im modernen Sinne eintritt. Für seine Zeit waren hierin jedoch erstaunlich fortschrittliche Anschauungen festgehalten.
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