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In dem kleinen Sprachraum südlich des Rennsteigs existiert das "Fränkische" (genauer das Ostfränkische) noch in einer sehr ursprünglichen Form. Auf Grund der isolierten Randlage der Sonneberger Gegend bis Ende des 19. Jahrhunderts und später während der deutschen Teilung haben sich insbesondere auf dem Lande und in den Städten Sonneberg, Neustadt und Eisfeld bis heute viele sprachliche Eigenheiten erhalten. Wissenschaftliche Beachtung erfuhr das Itzgründische erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Sprachforscher August Schleicher.
| Inhalt |
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1 Besonderheiten 2 Zahlen und Wochentage in Sonneberger Mundart 3 Variationen im Vergleich mit dem Oberfränkischen 4 Itzgründische Spezialwörter 5 Dialektatlas 6 7 |
Sätze werden sehr oft mit den Hilfsverben "tun" oder "können" mit Partizip Perfekt formuliert. (Das Kind schreit. - "Des Kindla tut schrein." oder "Des Kindla ka fei g´schrei.") Eine Besonderheit ist, dass die Vergangenheitsformen immer in Partizip-Konstruktionen mit den Hilfsverben "sein" oder "haben" gebildet werden. (Da gingen wir hinein: Da sind wir hinein gegangen. - "Dou si´me nei (ge)ganga.") Wie im Ostfränkischen üblich wird die Verkleinerungsform -la- (oberfränkisch -le-) sehr gern und häufig verwendet.
Wenn ungehemmt in Mundart geplaudert wird sind auch Satzkonstruktionen mit doppelter Verneinung zu hören, z.B.: "Wenn da kää Gald niä host, kaas da de fei nex gekeaf." (Wenn du kein Geld (nicht) hast, kannst du dir nichts kaufen.") oder "Doumit kaas da kää Ehr niä eigelech." (Damit kannst du keine Ehre (nicht) einlegen.).
(Anmerkung: Da es keine standardisierte Schriftform gibt, wird der Text durch "normale" Buchstaben angenähert, von verschiedenen Autoren unterschiedlich. Im vorliegenden Artikel wird auf die (genauere) Bezeichnung nach dem internationalen phonetischen Alphabet (IPA) aber verzichtet.)Besonderheiten
Um Sonneberg und Neustadt fallen die Diphthonge iä, ue und üä (nicht - niä, Beet - Biäd, Ofen - Uefm, Vögel - Vüächl) und die hintergaumige Aussprache von -ch wie in durch auf, z.B. in Sonneberg - Sumbarch, ärgern - archern und morgen - morchng. Andere Diphthongierungen liegen z.B. in den Wörtern Brot - Bruad, Hosen - Huasn, Hasen - Housn, heißen - heaßn oder schön - schööä vor.
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| Hochdeutsch | Itzgründisch | Oberfränkisch |
| Mädchen | Meadla (Mädla) | Mädle (Madle) |
| Heinersdorf | Heaneschdaff | Haaneschdaff |
| zwei Zwetschen | zweji Gwatschge | zwa Gwetschgen |
| Sperling | Schperk | Schpotz |
| angekommen | akumma | akemma |
| Hase, Hasen | Hous, Housn | Hos, Hosn (Has, Hasn) |
| Nase, Nasen | Nous, Nousn | Nos, Nosn (Nas, Nasn) |
| Hose, Hosen | Huas, Huasn | Hos, Hosn |
| eins; heiß | eas (ääs); heas (hääs) | ans (ääs); haas (hääs) |
| nicht | niä (niät, net) | net (niät) |
| Salzstreuer (auf dem Tisch) | Soulznapfla (Salznäpfla) | Salzbüchsle (Salznäpfle) |
| Kloß, Klöße | Klueß, Klüeß | Kloß, Klöß |
| daheim | deheam (dehämm) | deham (dehämm) |
| Ich kann dir helfen. | Ich kaa de ghalf (gehelf). | Ich kaa de (dir) helf. |
| ein breites Brett | a breats Braat | a brats Breet |
Itzgründische Spezialwörter
Märbel (Murmel), Krätze (Handkorb), Gruserich (Schnittlauch), Öwaschicharuhm (Kohlrabi), Zahmet (Kartoffelbrei), Hebbela (Zicklein), Moggela (Kalb), Petz (Schaf) u. a. m.Dialektatlas
Beispiel aus dem Dialektatlas für Schnittlauch, Seite: ThDA 36
(Friedrich-Schiller-Universität Jena)
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |