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Interpolationsprobleme
Das allgemeine Interpolationsproblem
Gegeben seien Paare von reellen oder komplexen Zahlen , die man als Stützstellen bezeichet. Man wählt nun eine Ansatzfunktion , die sowohl von als auch von weiteren Parametern abhängt. Als Interpolationsproblem bezeichnet man die Aufgabe, die so zu wählen, dass
ist.
.
Insbesondere die Polynominterpolation ist ein solches lineares Interpolationsproblem. Für die Polynominterpolation gilt
.
Spezialfälle für , und nennt man lineare, quadratische und kubische Interpolation. In zwei Dimensionen spricht man entsprechend von bilinear, biquadratisch und bikubisch.
. Dies entspricht einer Konvexkombination der Endpunkte und .
Weitere Verfahren zur Polynominterpolation siehe dort.
entspricht einer Fourier-Entwicklung der unbekannten Interpolanten. Die Fourier-Koeffizienten und berechnen sich zu
In gängigen Bildverarbeitungssystemen wird häufig bilineare oder bikubische Interpolation verwendet. Die Interpolationsverfahren sind meist in Form von digitalen Filtern implementiert (Gauß-Filter, Lanczos-Filter).
Nichtlineare Interpolationsprobleme
Zu den wichtigsten nichtlinearen Interpolationsproblemen zähltInterpolationsverfahren
Lineare Interpolation
Am einfachsten und wohl auch in der Praxis am häufigsten benutzt wird die lineare Interpolation, bei der zwei gegebene Datenpunkte und durch eine Strecke verbunden werden. Als Faustregel merkt man sichHöhergradige Polynome
Der Fundamentalsatz der Algebra garantiert, dass man zu Datenpunkten genau ein Interpolationspolynom -ten Grades finden kann. Die Bestimmung der Koeffizienten erfordert die Lösung eines linearen Gleichungssystems. Man erhält das Interpolationspolynom z.B. mit Hilfe der Formel von Lagrange:Stückweise Interpolation
Da Polynome mit zunehmendem Grad immer instabiler werden (d.h. sie schwingen stark zwischen den Interpolationspunkten), werden in der Praxis Polynome mit Grad > 5 kaum eingesetzt. Stattdessen interpoliert man einen großen Datensatz stückweise. Im Fall der linearen Interpolation wäre das ein Polygonzug, bei Polynomen vom Grad 2 oder 3 spricht man üblicherweise von Spline-Interpolation. Bei abschnittsweise definierten Interpolanten ist die Frage der Stetigkeit und Differenzierbarkeit an den Stützstellen von großer Bedeutung.Hermite-Interpolation
Sind zusätzlich zu den Stützstellen auch noch die -Ableitungen zu interpolieren, so spricht man von einem Hermite-Interpolationsproblem. Die Lösung dieses Problems lässt sich analog zum Lagrange-Verfahren ebenfalls in geschlossener Form angeben.Trigonometrische Interpolation
Wählt man als Ansatzfunktion ein trigonometrisches Polynom, so erhält man eine trigonometrischer Interpolation. Die Interpolationsformelund .
Dabei wird angenommen, dass die Stützstellen im Intervall äquidistant verteilt sowie außerhalb dieses Intervalls periodisch sind. Die Koeffizienten können effizient mit Hilfe der diskreten Fourier-Transformation berechnet werden.Anwendungen
In vielen Anwendungen von Interpolationsverfahren wird behauptet, dass durch Interpolation neue Daten aus bestehenden Daten hinzugewonnen werden. Dies ist aber falsch. Durch Interpolation kann nur der Verlauf einer kontinuierlichen Funktion zwischen bekannten Abtastpunkten abgeschätzt werden. Diese Abschätzung basiert meist auf der Annahme, dass der Verlauf einigermaßen "glatt" ist, was in den meisten Fällen zu plausiblen Resultaten führt. Die Annahme muss aber nicht notwendigerweise zutreffen.Bildverarbeitung
In der Bildverarbeitung verwendet man Interpolationsverfahren, um gerasterte Bilder zu vergrößern ("digitaler Zoom"). Da diese Bilder aber nur eine begrenzte Bildauflösung haben, führt die Wiederholung von Bildpunkten zu dem bekannten "Treppchen-Effekt". Das Phänomen ist allgemein auch als Aliasing bekannt. Interpoliert man stattdessen die hinzugefügten Bildpunkte aus den bekannten Nachbarpunkten (Antialiasing), so werden die Kanten glatter, was aber zu Lasten der Bildschärfe geht. Die optische Auflösung des Bildes wird durch die Interpolation nicht vergrößert.
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