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Imamiten

Die Imamiten oder zwölfer-Schiiten (von arabisch Schi'at Ali = "Partei Alis") sind die größte Gruppe der Schiiten, die eine der drei ursprünglichen Glaubensrichtungen des Islams darstellen. (Siehe auch Sunniten und Charidschiten). Ihre Anhänger, die Imamiten, betrachten Ali ibn Abi Talib, den Schwiegersohn des Propheten als dessen rechtmäßigen Nachfolger (Kalifen).

Inhalt
1 Verbreitung
2 Glaubenslehre
3 Geschichte
4 Andere schiitische Gruppierungen
5 Mit den Schiiten verwandte Gruppen
6 Weblinks:

Verbreitung

Die Schiiten haben ihr ursprüngliches Zentrum im Irak. Mehr als die Hälfte der Iraker, vor allem im Süden des Landes, sind Schiiten. Mit Gründung der arabischen Kolonie Qom im 8. Jahrhundert breitete die Schia sich auch in den Iran aus, der heute mit 91% seiner Bevölkerung den höchsten Anteil an Schiiten hat. Imamitische Schiiten gibt es u.a. auch im Libanon, in Saudi-Arabien, Aserbaidschan, Indien und Pakistan, weltweit sind es ca. 110 Millionen.

Glaubenslehre

Kerngedanke der schiitischen Religion ist der Glaube an die zwölf Imame. Die zwölf Imame der Imamiten, auch Zwölfer-Schiiten genannt sind:
  1. Ali ibn Abi Talib (Hazrat Ali) (gest. 661)
  2. Hassan ibn-Ali (Al-Hasan)
  3. Hussein ibn-Ali (Al-Husain) (gest. 680)
  4. Ali Zain al-Abidin (gest. um 713)
  5. Muhammad al-Baqir (gest. um 733)
  6. Dschafar al-Sadiq (gest. 765), Begründer der Dschafaritischen Rechtsschule
  7. Musa al-Kazim (gest. 799)
  8. Ali al-Rida (gest. 818)
  9. Muhammad al-Taqi (gest. 835)
  10. Ali al-Hadi (gest. 865)
  11. al-Hasan al-Askari (gest. 873)
  12. Muhammad al-Mahdi
Der zwölfte, verborgene Imam Muhammad al-Mahdi ist nach Ansicht der Zwölfer-Schiiten nicht gestorben, sondern wurde entrückt und wird dereinst wiederkehren, um die Mission des Propheten zu vollenden. Dieser zwölfte Imam ist im Glauben der Imamitischen Schiiten das einzig legitime Oberhaupt der Muslime (in der heutigen Verfassung des Staats Iran ist er deshalb auch eigentliches Staatsoberhaupt). Der Klerus herrscht nach dieser Auffassung nur in Stellvertretung des zwölften Imans (Wilayat-e Faqih) bis zu dessen Wiederkehr aus der Verborgenheit.

Charakteristisch für die Schia ist der Gedanke des Büßertums, der sich vor allem in den Aschura-Riten zum Gedenken an die Ermordung des dritten Imams Hussein in der Schlacht von Kerbela ausdrückt.

Geschichte

Nach dem Tode des Propheten Mohammed wurde Ali, den nach Ansicht seiner Anhänger Mohammed persönlich als Nachfolger designiert hatte, übergangen und erst Abu Bakr, dann Omar und schließlich Uthman zum Kalifen gewählt. Nach der Ermordung des dritten Kalifen Uthman eskalierte schließlich der Konflikt. Seine Anhänger erhoben Ali 656 zum Kalifen, er wurde jedoch nicht allgemein anerkannt.

Ein Schiedsgericht im Ort Adhruh sollte zwischen Ali und seinem Gegenspieler Mu'awija aus dem Klan der Omajaden entscheiden. Was das Gericht entschied, ist heute nicht mehr festzustellen, jedenfalls ließ sich Mu'awija 660 ebenfalls zum Kalifen proklamieren. Ein halbes Jahr später fiel Ali der Blutrache zum Opfer. Damit war die Herrschaftsfrage zugunsten der Omajaden entschieden.

Hassan, einer von Alis Söhnen aus der Ehe mit Fatima, der Prophetentochter, der von den Schiiten als der zweite Imam angesehen wird, verzichtete auf eine Konfrontation mit Mu'awija. 680 erhob hingegen sein Bruder Hussein Anspruch auf das Kalifat, das mittlerweile Mu'awijas Sohn Jesid innehatte. In Kerbela, einem kleinen Flecken in der Nähe des Euphrat, kam es am 10. Muharram 680) zu der von den Schiiten als Massaker angesehen Schlacht von Kerbela, in der die Truppen Jesids, angeblich ca. 4000 Mann, Hussein und seine kleine Truppe mit fast alle seinen Begleitern töteten. Dieses Ereignisses gedenken die Zwölfer-Schiiten an Aschura, was soviel wie "zehn" heißt.

(Fortsetzung folgt)

Andere schiitische Gruppierungen

Mit den Schiiten verwandte Gruppen

Siehe auch: Aschura -- Ayatollah Khomeini -- Sunniten

Weblinks:


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.



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