Infos Home | Impressum | Original Artikel & Autoren Liste


Hyposensibilisierung

Bei einer Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung genannt) wird die Wirkung von Allergenen herabgesetzt. Zu diesem Zweck gibt man einem Patienten, der unter Allergie leidet, zunächst in sehr geringer Menge die Allergene, auf die er reagiert. Die Dosis wird mit der Zeit gesteigert, damit sich das Immunsystem daran gewöhnen und Antikörper in immer größeren Mengen herstellen kann.

Inhalt
1 Anwendung
2 Risiken
3 Behandlungsdauer
4 Behandlungszeitraum

Anwendung

Die fein in einer Lösung verteilten Allergene werden beispielsweise in das Fettgewebe der Haut gespritzt oder über die Schleimhäute unter der Zunge aufgenommen. Es ist auch möglich, sie zu essen, hierbei muss aber beachtet werden, dass die Allergene nicht durch die Zubereitung zerstört werden. Wenn es sich bei den Allergenen um hitzeempfindliche Eiweiße handelt, wie dies beispielsweise bei Blütenpollen der Fall ist, muss darauf Rücksicht genommen werden.

Risiken

Die Hyposensibilisierung birgt prinzipiell ein nicht unerhebliches Behandlungsrisiko, da die Behandlung darin besteht, den Patienten bewußt der allergieauslösenden Substanz auszusetzen. Bei einer versehentlichen Überdosierung besteht daher die Gefahr eines allergischen Schocks. Um dieser Gefahr vorzubeugen, erfolgt die ambulante Hyposensibilisierung in der Weise, dass der Patient nach der Injektion des Allergens für eine gewisse Zeit in der ärztlichen Praxis unter Aufsicht verbleibt. Im Falle einer Überreaktion können dann entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Behandlungsdauer

Da die Dosis des bei der Hyposensibilisierung verabreichten Allergens aus Sicherheitsgründen nur sehr langsam gesteigert werden darf, handelt es sich immer um eine Behandlung, die über einen sehr langen Zeitraum erfolgt. Bei Pollenallergien geht man meist von etwa zwei bis vier Behandlungszyklen aus, so dass sich die gesamte Behandlungszeit über ebenso viele Jahre erstreckt. Ist nach dieser Zeit keine Besserung eingetreten, wird die Behandlung normalerweise nicht mehr weitergeführt, da erfahrungsgemäß mit einem verspätet einsetzenden Ansprechen auf die Therapie nicht gerechnet werden kann.

Behandlungszeitraum

Eine Hyposensibilisierung wird -sofern möglich- dann durchgeführt, wenn die natürliche Belastung durch das Allergen möglichst niedrig ist. Im Falle von Pollenallergien bedeutet dies beispielsweise, dass die Behandlungszyklen der Hyposensibilisierung in den Herbst und Winter gelegt werden, da in dieser Zeit kein Pollenflug stattfindet. Bei Allergien ohne saisonale Prägung (z.B. Hausstauballergien) ist diese Art der Verminderung des Behandlungsrisikos natürlich nicht möglich.


Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz.