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1 Geographie und Klima 2 Städte 3 Geschichte 4 Weiteres |
Geographie und Klima
Die Herzegowina ist ein bergiges Land. Sie liegt im wesentlichen im dinarischen Gebirge. Typisch sind ausgedehnte Karstlandschaften mit oasenartigen fruchtbaren Niederungen (Polja, Einz. Polje, Feld). Das Klima ist mediterran beeinflusst, aber mit ausgiebigeren Niederschlägen als in anderen Regionen. Die Winter sind mild, im Gegensatz etwa zu Bosnien schneit es in Mostar nur selten.
Eine genaue Grenze zwischen der Herzegowina und Bosnien ist schwer zu bestimmen, da diese Gebiete heute keine separaten politischen Einheiten bilden. Das Gebiet um Livno gehörte zu osmanischer Zeit nicht zum damaligen Sandschak Herzegowina, sondern zu Bosnien, was sich heute noch in den Grenzen der Bistümer und Ordensprovinzen der katholischen Kirche widerspiegelt. Bei einer rein geographischen Betrachtungsweise bietet es sich hingegen an, die Hauptwasserscheide zwischen Donauzuflüssen einerseits und Adriazuflüssen sowie abflusslosen polja andererseits als Grenze zu nehmen, womit auch Livno zur Herzegowina gehören würde.
Städte
Wichtige Städte in der Herzegowina:
Geschichte
Im Mittelalter gab es auf dem Gebiet der östlichen. Herzegowina und des nördlichen Montenegro die Herzogtümer Hum (Zahumlje) und Travunien, die sich meist in Abhängigkeit von Byzanz, Bosnien oder Serbien befanden. Der westlichste Teil der Herzegowina gehörte meist zum Königreich Kroatien.
Im 15. Jahrhundert beherrschte bis zur Eroberung durch die Osmanen Stjepan Vukčić Kosača die heutige Herzegowina, der den Titel eines Herzogs des Heiligen Sava, Herrn von Hum und Primorje und Großherzogs des Königreiches Bosnien führte. Auf die Bezeichnung Länder des Herzogs Stjepan für sein unter osmanische Herrschaft gefallenes ehemaliges Territorium geht der heutige Name des Landes zurück.
1482 kam die Herzegowina endgültig unter osmanische Herrschaft. Sie bildete den Sandschak (türk. Provinz) Herzegowina (türk. Hersek) mit der Hauptstadt Mostar innerhalb des Paschaluks Bosnien (später Bosnien-Herzegowina).
Städte wie Mostar und Stolac bildeten wichtige Handelsposten zwischen Dubrovnik und dem Landesinneren.
Durch den Berliner Kongress kam 1878 der größte Teil der Herzegowina als Teil von Bosnien-Herzegowina unter österreichisch-ungarische Verwaltung, der östlichste Teil der vormaligen osmanischen Herzegowina hingegen zu Montenegro, zu dem dieses Gebiet (die so genannte Montenegrinische Herzegowina/Crnogorska Hercegovina) auch heute gehört.
Seit 1918 gehörte die Herzegowina zu Jugoslawien.
Im Balkankonflikt war die Herzegowina einer der Hauptkriegsschauplätze. Vom Süden des Landes aus wurde 1991 Dubrovnik von serbischen Truppen bombardiert. Als 1992 auch in Bosnien der Krieg ausbrach, kam es zu blutigen Zusammenstößen, zuerst nur zwischen Serben auf der einen und Bosniaken und Kroaten auf der anderen Seite. Als jedoch kroatische Nationalisten die Republik Herceg-Bosna ausriefen, kam es auch zu Kämpfen zwischen Bosniaken/Muslimen und Kroaten, wobei zum Beispiel Stolac fast zur Gänze zerstört und "ethnisch gereinigt" wurde. Mostar wurde zur geteilten Stadt, und die Kommunikation zwischen dem bosniakischen Ost- und dem kroatischen Westteil brach fast komplett ab. Erst im Januar 2004 wurde auf Drängen Paddy Ashdowns eine Regelung getroffen, durch die es wieder zu einer einzigen Verwaltungseinheit wird, allerdings mit Sonderstatus und strengen Schutzbedingungen.
Die Herzegowina ist heute politisch dreigeteilt: Der Osten um Trebinje ist Teil der Republika Srpska. Westen, Mitte und Norden gehören zur Föderation Bosnien-Herzegowina, wobei der Westen den kroatischen Kanton West-Herzegowina (Zapadno-hercegovački kanton) und Norden und Mitte um Mostar den binationalen (bosniakisch-kroatischen) Kanton Herzegowina-Neretva (Hercegovačko-neretvanski kanton) bildet.
Weiteres
Siehe auch: Bosnien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien, Balkankonflikt
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