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Sie war die Tochter eines Prokuristen und einer Spielwarenhändlerin, beide mosaischen Glaubens. Nach der Schauspielausbildung in Wien ging sie nach Frankfurt am Main, später nach Berlin. Hier studierte sie Dramaturgie bei Max Reinhardt, trat an der Volksbühne und am Deutschen Theater auf, wo sich ihr Ruhm begründete. Über ein Jahrzehnt lang spielte sie große Rollen in großen Dramen: Meroe in Kleists “Penthesilea“, die Marie in Büchners „Woyzeck“, Pauline Piperkarcka in Hauptmanns „Die Ratten“, Lucinde in Molières „Arzt wider Willen“ und viele andere mehr. William Shakespeare, Henrik Ibsen, Georg Kaiser, Ernst Toller, Johann Nepomuk Nestroy, Sophokles gehörten zum Repertoire.
In den frühen 20er Jahren schon lernte sie Bertolt Brecht kennen. Der gemeinsame Sohn Stefan wurde 1924 geboren, 1929 heirateten sie, 1930 kam die Tochter Barbara zur Welt.
Die Frauengestalten im Werk des Dichters sind von ihr beeinflusst, fast alle hat sie verkörpert. In der Uraufführung des Stückes „Die Mutter“ spielte sie 1932 ebenso die Titelrolle wie in Brechts „Die Gewehre der Frau Carrar“ fünf Jahre später in Paris. Die Brechts lebten seit 1933 in der dänischen Emigration. 1938 spielte die Weigel das erste und letzte Mal auf einer dänischen Bühne, die Carrar in einer Inszenierung mit Laienspielern aus der deutschen Emigrantenkolonie. Emigration führte sie weiter über Schweden und Finnland nach Amerika. „Helli“, wie sie von allen genannt wurde, wechselte in die Rolle einer „Nur“-Ehefrau, der „Nur“-Mutter und des Dienstmädchens, die sie mit Leib und Seele ausfüllte.
Nach der Rückkehr aus den USA spielte Helene Weigel 1948 die Titelrolle in der Uraufführung von Brechts „ Antigone“ in der Schweiz. Im gleichen Jahr ging das Künstlerpaar nach Ostberlin, wo mit der Premiere von „Mutter Courage und ihre Kinder“ (Deutsches Theater) eine neue Theaterära begann: 1949 wurde Helene Weigel Intendantin des neu gegründeten „Berliner Ensembles“, dessen unumstrittene Herrin sie bis zum Tode blieb, künstlerischer Leiter wurde Brecht. Mit ihm gemeinsam führte sie das Theater zu Weltruf und - ruhm, der 1954 mit einem Gastspiel in Paris begann: Für die drei Vorstellungen der „Mutter Courage“ im „Théâtre Sarah Bernhardt“ erhielt das Ensemble des 1. Preis im „Theaterfestival der Nationen“.
1950 war Helene Weigel Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin, für die SED trat sie 1954 als Kandidatin für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus an, dreimal wurde sie von der DDR mit dem Nationalpreis ausgezeichnet, 1960 zur Professorin ernannt, 1965 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.
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