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Heilige Allianz

Der Ausdruck Heilige Allianz bezeichnet das Bündnis, das die drei Monarchen Russlands, Österreichs und Preußens während ihres Aufenthaltes in Paris anlässlich der Unterzeichnung des zweiten Pariser Friedens mit dem besiegten Frankreich am 26. September 1815 schlossen. Verkündet wurde die Allianz dann auf dem Wiener_Kongress(1814/15).

Die Gründung der Heiligen Allianz geschah auf Anregung Zars Alexander I. (Russland), dessen Religiosität eine besondere Ausprägung aufwies. Er war es auch, der den Vertrag entworfen hatte.

Den Bündnis traten nach und nach alle europäischen christlichen Fürsten bei, mit Ausnahme Englands, des Kirchenstaats und des Osmanischen Reiches (diesem blieb wegen der christlichen Ausrichtung der Allianz der Beitritt verwehrt). Ziel des Bündnisses war die Aufrechterhaltug der monarchischen Ordnung und des auf dem Wiener Kongress geschaffenen politischen und staatlichen Systems in Europa, was den Gegensatz zu nationalen und sozialen Bewegungen in der Bevölkerung verschärfte.

Besonders die reaktionäre Politik Metternichs trieb die Unterdrückungspolitk (z. B. Zensur) der Restauration voran.

Die Heilige Allianz begann in den 1820ern auf Grund von Differenzen zwischen den europäischen Herrschern über den Freiheitskampf Griechenlands und Belgiens zu zerbrechen. Gleichwohl blieb das solidarisierende Element der Fürstenhäuser bis zum 1. Weltkrieg erhalten.

Inhalt
1 Zum Bündnisinhalt und zur Organisation der Heiligen Allianz
2 Interventionen gegen bürgerliche und nationale Bestrebungen
3 Zur Neuorganisation der Heiligen Allianz nach dem Austritt Englands
4 Zur den letzten Momenten der Entwicklung und Abdankung der Heiligen Allianz

Zum Bündnisinhalt und zur Organisation der Heiligen Allianz

Die Unterzeichner des Bündnisses bekannten sich zum Gottesgnadentum der Herrscher und bezeichneten die christliche Religion als Fundament der herrschenden politischen Ordnung. Sie verpflichteten sich zu gegenseitigem Beistand zum Schutz dieser Ordnung gegen alle bürgerlichen und nationalstaatlichen Umwälzungen. Dem Vertrag traten in den folgenden Jahren fast alle europäischen Monarchen bei.

Als Vollzugsorgan diente der Heiligen Allianz die am 20. November 1815 zwischen Rußland, England, Österreich und Preußen geschlossene Quadrupelallianz, die u.a. regelmäßige Zusammenkünfte der Vertragsmächte vorsah und durch Aufnahme Frankreichs am 15. November 1818 zur Pentarchie erweitert wurde. Mit Hilfe dieses Bündnisses errichteten die fünf Großmächte zeitweise eine Gewaltherrschaft der Heiligen Allianz über ganz Europa.

Interventionen gegen bürgerliche und nationale Bestrebungen

Auf dem Aachner Kongress 1818 beriet die Heilige Allianz Unterdrückungsmaßnahmen gegen die bürgerlich-nationale Opposition in Deutschland (siehe Karlsbader Beschlüsse). Auf den Kongressen in Troppau und Laibach (siehe Monarchenkongresse) wurden militärische Interventionen gegen die bürgerlichen Umwälzungen in Italien und die indirekte Unterstützung der Türkei gegen den nationalen Befreiungskampf der Griechen beschlossen. Der letzte Kongress der Heiligen Allianz, der Veroneser Kongress 1822, beauftragte Frankreich mit der Niederschlagung der bürgerlichen Revolution in Spanien.

Zur Neuorganisation der Heiligen Allianz nach dem Austritt Englands

Nachdem sich schon in Verona England endgültig von der feudalreaktionären Interventionspolitik distanziert hatte, verlor die Heilige Allianz seit der bürgerlichen Revolution von 1830 in Frankreich ihren gesamteuropäischen Charakter und Einfluß. Im Herbst 1833 reaktivierten Rußland, Österreich und Preußen die Heilige Allianz und bildeten von nun an das wenn auch nicht immer einheitlich auftretende feudalreaktionäre Lager in Europa, welches von Rußland, der stärksten Feudalmacht des Kontinents, geführt und durch die gemeinsame Teilung und Unterdrückung Polens zusammengehalten wurde.

Zur den letzten Momenten der Entwicklung und Abdankung der Heiligen Allianz

Karl Marx und Friedrich Engels betrachteten die Auflösung der Heiligen Allianz durch den gemeinsamen Kampf der revolutionären Völker als die entscheidende Voraussetzung für die Durchsetzung der bürgerlichen Demokratie in Europa. Nach der Niederwerfung der bürgerlichen Revolutionen von 1848/1849 erlebte die Heilige Allianz in der Reaktionsperiode der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts eine Neuauflage und wurde zum Instrument der Hegemonie des Zarismus über Deutschland.

Mit der Niederlage Rußlands im Krimkrieg, letztendlich aber infolge der Durchsetzung bürgerlicher und nationalstaatlicher Interessen in der Außenpolitik aller europäischen Staaten fand die Heilige Allianz ihr Ende.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
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