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Wie bei allen anderen Beteiligten dieser Subkultur war es auch für Grunge-Bands selbstverständlich, ihre Lebenssituation und ihre Haltung zu vermitteln, eine Melange aus nichtkommerzieller Underdog-Attitüde und euphorischer Jugendtristesse. Mit ihrem bodenständigen, unprätentiösen Auftreten versuchten Grunge-Bands sich musikalisch und optisch von den großen Rockbands der 1980er abzusetzen, die mit ihren überzogenen, glamourösen Shows eine andere Intention verfolgten als die Grunger. Diese gaben sich durch bewusste Einfachheit weitaus bescheidener, was sich etwa in dem schlichten Flanellhemden-Dresscode widerspiegelte. Dieser war bereits in den frühen 80er Jahren das Erkennungszeichen fortschrittlicher Hardcore-Musiker, wurde aber im Zuge des großen Grunge-Booms rund um Nirvana vom Massenpublikum fälschlicher Weise als "Grunge-Look" bezeichnet.
Aus den Anfängen als einer Subkultur verbreitete sich Grunge ab 1991 weltweit, dokumentiert etwa in Nirvanas Tourvideo 1991: The Year Punk Broke, veröffentlicht 1992. Grunge wurde aufgrund seines hohen Identifikationspotentials schnell durch den sog. Mainstream absorbiert und in die Populärkultur integriert, bspw. durch den Grungefilm Singles aus dem Jahr 1992. Grunge verlor schnell seinen Anspruch und seine Glaubwürdigkeit, möglicherweise ist die Behauptung, es gäbe eine eigenständige "Grunge"kultur, auch nur ein reines Produkt der Musikindustrie. Spätestens mit dem Selbstmord Kurt Cobains im April 1994 hatte sich Grunge ausverkauft und überlebt. Wie fast sämtliche Neuerungen der anderen Hardcore-(Crossover-)Richtungen sind auch die Grunge-Sounds von vielen Musikern der sog. Nu Metal- oder Alternative-Szene absorbiert worden, so dass die Elemente des Grunge mittlerweile zum selbstverständlichen Instrumentarium aktueller Rockmusik zu zählen sind.
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