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Grippeimpfung (Studien)

Hier sollen wissenschaftliche Studien dargeboten werden, die in international anerkannten Fachzeitschriften zum Thema Influenzaimpfung veröffentlicht wurden.

Inhalt
1 Influenzaimpfung bei Kindern

Influenzaimpfung bei Kindern

Die Impfung gegen Influenza hat gegenüber anderen Impfungen eine Besonderheit: sie muß jedes Jahr neu erfolgen. Die wiederholte parenterale Applikation körperfremder Substanzen ist allerdings das klassische Verfahren, um eine Hypersensibilisierung hervorzurufen. Influenza-Impfstoff enthält herstellungsbedingt nicht nur Teile des Oberflächen-Antigens diverser Influenza-Viren, sondern (s. Beipackzettel) unbeabsichtigt auch Hühnereiweiß sowie beabsichtigt Stabilisatoren, Konservierungsmittel und je nach Produkt auch Wirkungsverstärker (Adjuvantien).

So lange man im Wesentlichen über 60 Jahre alte Personen jährlich neu impft, mag die langfristige Immunantwort gegen diese Antigen-Mischung eine Frage sein, welche biographisch nur noch begrenzte Konsequenzen hat. Bei der Influenza-Impfung von Kindern sieht dies nicht nur wegen ihrer längeren Lebenserwartung und höheren Impffrequenz anders aus, sondern auch, da ihr Immunsystem deutlich reagibler ist als das von Älteren.

contra

Studenten ohne bekannte Allergie gegen Hühnereiweiß wurden ein Mal gegen Influenza geimpft. Schon nach dieser einen Impfung kam es bei einer beträchtlichen Anzahl der Geimpften zu einem signifikanten Anstieg der für allergische Notfall-Reaktionen zuständigen IgE-Antikörper gegen Hühnereiweiß.

Yamane N; Uemura H: Serological examination of IgE- and IgG-specific antibodies to egg protein during influenza virus immunization. Epidemiol Infect; VOL 100, ISS 2, 1988, P291-9.

  

pro

In Japan bestand von 1962-1987 für Kinder Impf-Pflicht gegen Influenza in der Absicht, hierdurch das Übergreifen der Influenza-Infektion auf Risiko-Personen (Ältere und chronisch Kranke) und damit deren Sterblichkeit zu verringern. Tatsächlich kam es anders als vor und nach dieser Zeit während dieser Jahre in der kalten Jahreszeit zu einer Abnahme der Sterblichkeit in der japanischen Bevölkerung. Nach 1987 stieg die Sterblichkeit wieder deutlich an. Seit 1997 wird in Japan ähnlich wie in Deutschland die gezielte Impfung von Älteren und chronisch Kranken, nicht aber von gesunden Kindern, gegen Influenza empfohlen. Die Autoren schätzen, dass die umfassende Impfung dieses Personenkreises zu einer ähnlichen Absenkung ihrer Sterblichkeit führt wie die von 1962-1987 durchgeführte Impfung gesunder Kinder.

Reichert T A, Sugaya N, Fedson D S, Glezen W P, Simonsen L, Tashiro M: The Japanese Experience with Vaccinating Schoolchildren against Influenza. NEJM; Vol. 344, 2001, 889-896

contra

Dass es sich bei dem vorgenannten Zusammenhang zwischen Impfung der Kinder und Sterblichkeit der Risiko-Personen um einen ursächlichen handelt, ist suggestiv, aber nicht bewiesen. Jedenfalls überrascht, dass in der Studie von Reichert et al. nicht überprüft wurde, ob und ggf. welche unerwünschte Langzeitfolgen bei den Kindern auftraten, die ohne die Möglichkeit persönlicher Mitbestimmung Jahre lang geimpft wurden, obwohl sie keine Risiko-Personen waren. Tatsächlich kommt in 2003 eine US-Studie unter Bezug auf die Publikation von Reichert et al. ausdrücklich nicht zu dem Schluss, dass gesunde Kinder deswegen geimpft werden sollten, damit Risiko-Personen einen Vorteil haben. Die Autoren empfehlen vielmehr, dass Ältere konsequenter selbst gegen Influenza geimpft werden sollten.

Weintraub E, Brammer L, Cox N, Anderson L J, Fukuda K: Mortality Associated With Influenza and Respiratory Syncytial Virus in the United States. JAMA. 2003;289:179-186.
Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste").
Der Text steht unter der GNU Free Documentation License.



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