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Greifswald

Die Hansestadt Greifswald ist eine Stadt im Landesteil Vorpommern des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, geografisch zwischen den Inseln Rügen und Usedom gelegen. Sie liegt am Fluss Ryck, der in den Greifswalder Bodden mündet. Die Hansestadt Greifswald ist Sitz der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Kreis: kreisfreie Hansestadt
Fläche: 50,2 km²
Einwohner: 52 255 (01.04.2004)
Bevölkerungsdichte: 1041 Einwohner/km²
Höhe: 17 m ü. NN
Postleitzahl: 17489 (Altstadt)
Vorwahl: 03834
Geografische Lage: 54° 5' n. Br. 13° 23' ö. L.
KFZ-Kennzeichen: HGW
Amtliche Gemeindekennzahl: 13 0 59 001
Stadtverwaltung: Markt 17489 Hansestadt Greifswald
Website: www.greifswald.de www.greifswald.de
E-Mail-Adresse: info@greifswald.de info@greifswald.de
Politik
Oberbürgermeister: Dr. Arthur König (CDU)

Inhalt
1 Geschichte
2 Bildung und Wissenschaft
3 Kultur
4 Bauwerke
5 Persönlichkeiten aus Greifswald

Geschichte

Greifswalds Gründung in Pommern geht auf das Kloster Eldena zurück, dessen Ruinen ein berühmtes Motiv Caspar David Friedrichs sind. Bereits 1248 als Oppidum Gripheswaldis beschrieben, erhielt die Siedlung 1250 das Lübische Stadtrecht.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde 1456 vom Bürgermeister Heinrich Rubenow gegründet. Sie gehört neben Heidelberg, Köln, Leipzig und Rostock zu den ältesten Universitäten Deutschlands und ist selbst die zweitälteste in Nordeuropa.

Im Dreißigjährigen Krieg starb das pommersche Herzogsgeschlecht aus und Greifswald wurde 1648 mit großen Teilen Pommerns den schwedischen Königen unterstellt, welche als HRR Reichsfürsten fungierten (Schwedisch-Pommern). Dies führte in der Folge zu den brandenburgisch-schwedischen Erbfolgekriegen, in denen Schweden die pommerschen Gebiete bis zur Peene an Brandenburg abtreten musste. (Noch heute finden sich vom Bombardement Kanonenkugeln in der Südostfassade der Kirche St. Marien). Obgleich das Gebiet Schweden unterstand, verblieb es im wesentlichen in der alten feudalistischen Gesellschaftsordnung, schwedische Gesetzgebungen u. ä. m. wurden kaum eingeführt. Die Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde dadurch Schwedens älteste Universität (Gründung der Universität Uppsala 1477). Während der napoleonischen Kriege wurden die Schweden vertrieben, erhielten aber die Gebiete kurzzeitig 1806 zurück. Nach dem Wiener Kongress 1815 mussten sie Schwedisch-Pommern an Preußen abtreten.

Greifswald gehörte nunmehr zum gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Stralsund in der Provinz Pommern. Am 1. April 1913 schied die Stadt aus dem Kreis Greifswald aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 1. Oktober 1932 wurde der Regierungsbezirk Stralsund aufgelöst; Greifswald trat zum Regierungsbezirk Stettin. Am 1. April 1939 wurden die Gemeinden Eldena und Wieck aus dem Landkreis Greifswald in den Stadtkreis eingemeindet.

Am 30. April 1945 zum Ende des 2. Weltkriegs wurde Greifswald durch den Stadtkommandanten Oberst Rudolf Petershagen kampflos an die Rote Armee übergeben, weshalb die Altstadt mit ihren historischen Bauten (z.B. Rathaus, Häuser am Markt, Uni-Gebäude) weitgehend unzerstört blieb.

Nachfolgende Schädigungen und z.T. Verluste wichtiger Teile der Bausubstanz der attraktiven Altstadt sind auf zunächst unterlassene Restaurierungen und Instandhaltungen der sozialistischen DDR-Regierungen zurückzuführen. Abriss und historisierender Neubau verschmlimmerten die Situation nur (siehe auch in Gotha oder Cottbus). Insbesondere der komplette Abriss der nördlichen Hälfte der Altstadt anläßlich eines Honecker Besuches zur Einweihung des renovierten Domes hat unwiederbringliche Schäden verursacht. Ohne die Deutsche Einheit wäre die Altstadt weiter vernachlässigt worden. Die Wende kam allerdings eigentlich für Greifswald 3 Jahre zu spät. Liebevolle und aufwendige Sanierungen haben mittlerweile die trotzdem noch umfangreichen erhaltenen Teile der Altstadt wieder zu Glanz gebracht.

Greifswalder Daten (Quelle www.corps-guestfalia.de

nach 1193 Dänische Zisterziensermönche aus Esrom auf Seeland, die 1172 in Dargun bei Demmin ein Kloster gegründet hatten, bekommen

        eine Salzpfanne am  nördlichen Ryckufer geschenkt.
1199 Dänische Mönche gründen an der Ryckmündung das Kloster Eldena. 1209 Fürst Jaromarn I. von Rügen gestattet dem Kloster, deutsche, dänische und slawische Kolonisten auf seinem Landbesitz anzusiedeln. 1248 Erste urkundliche Erwähnung des "oppidum Gripheswald" 1249 Wartislaw III. veranlaßt das Kloster, das Städtchen an ihn abzutreten. 14.05.1250 Urkunde zur Verleihung des Lübischen Rechts (Stadtrecht nach dem Vorbild der Hansestadt Lübeck) an Greifswald. Das Original
        befindet sich im Stadtarchiv der Hansestadt Greifswald.
1264 Alt- und Neustadt werden unter einem Rat vereinigt, gleichzeitig erhält die Stadt das Verteidigungs- und Befestigungsrecht. 1278 Kontaktaufnahme zu Nachbarstädten. Daraus geht die Mitgliedschaft in der  Hanse hervor. 1299 Greifswald gehört zu den Mitbegründern des Städtebundes der Hanse. 1327 Die Stadt hat großen Anteil am Sieg der Pommernherzöge im Rügischen  Erbfolgekrieg gegen Mecklenburg, der das Land des
        ausgestorbenen rügischen Fürstenhauses für Pommern sichert. Die Altstadt ist in ihrer Grundstruktur mit  Straßen, Plätzen und der 
        Befestigung fertig.
17.10.1456 Stiftung der Universität durch Bürgermeister Heinrich Rubenow. Die  Universität ist nach Rostock die zweitälteste in Nordeuropa. 1462 Am Silvestermorgen fällt der Bürgermeister, Universitätsgründer und deren  erster Rektor, Dr. Heinrich Rubenow, einem Mordanschlag
        seiner politischen  Gegner zum Opfer.
1515 Der achteckige gotische Turmhelm des Doms (Kollegiatskirche) St. Nikolai stürzt bei schwerem Nordweststurm ein, wird aber in gleicher
        Form wieder aufgebaut.
1524 Aufruhr der Bürger gegen den Rat wegen dessen Mißwirtschaft. Herzog Georg I. schlichtete den Streit und ordnete die Einrichtung eines
        Bürgerkollegiums an,  des ersten Stadtparlaments.
1534 Nach dem Landtag von Treptow setzt sich auch in Greifswald die Reformation durch. 1539 Wiedereröffnung der Universität als evangelische Hochschule 1631 Die Schweden belagern Greifswald und nehmen die Stadt kampflos ein. 1634 Der letzte Pommernherzog Bogislaw XIV. schenkt der Universität den ihm  gehörigen Grundbesitz des 1535 säkularisierten Klosters
        Eldena.
1648 Im Friedensschluss von Osnabrück (westfälischer Frieden) erhält Schweden mit Vorpommern und Rügen auch Greifswald. 1650 Der Turmhelm der Nikolaikirche stürzt ein zweites Mal ein. Bis 1653 erhält er seine heutige Gestalt. 1678 Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg belagert, beschießt und erobert  diesmal die Stadt. 30 Häuser sind völlig zerstört. Der
        beschädigte  Marienkirchturm wird verkürzt und erhält den heutigen Helm.
1713 Ein Stadtbrand zerstört 36 Häuser oder beschädigt sie schwer, darunter auch  das Rathaus. 1736 Einem zweiten Stadtbrand fallen 28 Häuser zum Opfer, 32 weitere sind schwer  beschädigt. Das Rathaus brennt bis zum Erdgeschoss ab. 1745 Nach zweihundertjähriger Pause wird wieder eine Siedeerlaubnis erteilt und eine Saline gebaut, die bis 1869 Salz produziert. 1774 Am 5. September wird Caspar David Friedrich, der bedeutendste Vertreter der romantischen Landschaftsmalerei, in Greifswald geboren. 1792 Die Franziskanerkirche St. Peter und Paul in der Mühlenstraße wird  abgebrochen, auf einem Teil ihrer Fundamente wird danach die
        "Große Stadtschule" errichtet.
1806 Französische Truppen besetzten die Stadt. Marien- und Jakobikirche werden  durch sie zweckentfremdet genutzt und verlieren fast ihre
        gesamte alte Innenausstattung.
1815 Schwedisch-Vorpommern gelangt durch Verkauf an Preußen. um 1830-1870 Segelschifffahrt und Schiffbau erleben eine letzte Blüte, der Hafen wird  mehrfach ausgebaut. 1840 Gründung der Maschinenfabrik Labahn an der Anklamer Straße. Unter der Familie Kesseler entwickelt sie sich zum ersten größeren 
        Industriebetrieb.
1842 Der Neubau des Hospitals "Graues Kloster" wird seiner Bestimmung  übergeben. 1856 Beginn der großzügigen Erweiterung und Vertiefung des Hafens Greifswald und  des Vorhafens Wieck. Die nördliche Stadtmauer und die
       Reste der Tore und Türme  bis auf den "Vangenturm" und das 1832/33 erbaute Steinbeckertor werden  abgebrochen, es entsteht ein 
       völlig neues und verbreitertes Bollwerk, in Wieck die Nord- und Südmole. Handel, Schiffbau und Schifffahrt gelangen zu einer  letzten
       Blüte.
1856 Anläßlich der 400-Jahrfeier der Universität Enthüllung des Rubenowdenkmals und Grundsteinlegung für die Medizinische Klinik durch
        König Friedrich Wilhelm  IV.
1863 Greifswald erhält Anschluss an die Berlin-Stettiner Eisenbahn. Gleichzeitig  entsteht die Eisenbahnhauptwerkstatt, ein größerer
        Industriebetrieb.
1869 Die Saline, die mit längeren Unterbrechungen seit 1193 gearbeitet hat, wird  endgültig stillgelegt. 1872 Das mit der ersten Warmwasserheizung in Greifswald ausgestattete Lyzeum wird seiner Bestimmung übergeben. 1881 Baubeginn für die Universitätsbibliothek an der neu angelegten Rubenowstraße. In den Folgejahren wird der Hof hinter dem
        Hauptgebäude der  Universität vollständig umbaut.
1886 Baubeginn für das Wasserwerk und die Wasserleitung, die die Wasserversorgung  aus z.T. noch mittelalterlichen Brunnen ablösen. 1893 Der große Erzähler Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen, wird  am 21. Juli als Sohn eines Landrichters geboren. 1903 Das ab 1901 erbaute Elektrizitätswerk liefert den ersten Strom. 1906 In ärmlichen Verhältnissen wird am 23. Juni Wolfgang Koeppen geboren. Er gehört zu den herausragenden Autoren der Moderne. 1913 Greifswald, dessen Einwohnerzahl 25 000 überschritten hat, erhält die  Kreisfreiheit. 1914 Der Charakter der Stadt wird fast ausschließlich durch die Universität mit  ihren etwa 1300 Studenten bestimmt. 1913/15 Der Neubau der Stadthalle und des Stadttheaters wird eingeweiht. 1913 Baubeginn für die Kanalisation, die die hygienischen Zustände in der Stadt  wesentlich verbessert. 1920 Die Obstbausiedlungsgenossenschaft wird gegründet. Auf einem Gelände südöstlich, fernab der damaligen Stadt entwickelt sich eine
        schmucke  Eigenheimsiedlung.
1925 Großzügiger Plan für einen Neubaukomplex der Universität. Gebaut werden allerdings nur die Hautklinik, die Hals-Nasen-Ohren-Klinik
        sowie das  Aboretum.
1939/1945 Die Stadt bleibt von Luftangriffen weitgehend verschont und ist deshalb im April 1945 mit Verwundeten und Flüchtlingen überfüllt 30.04.1945 Kampflose übergabe der Stadt an die Rote Armee durch eine Gruppe um den Stadtkommandanten Oberst Rudolf Petershagen.
        Menschenleben werden gerettet und die Stadt bleibt unzerstört. Die Einwohnerzahl steigt auf über 50 000.
05.02.1946 Wiedereröffnung der Universität 1950 Der Landkreis wird verkleinert und die Stadt wieder in ihn eingegliedert. 17.10.1956 Die 500-Jahrfeier der Universitätsgründung wird festlich begangen. In den  Folgejahren entstehen auf dem bereits 1926 dafür
        vorgesehenen Gelände neue Institutsgebäude.
28.04.1967 Beginn der Ansiedlung von Großindustrie und Nachrichtenelektronik 1968 Beginn der Erschließungsarbeiten für ein Kernkraftwerk in der Lubminer  Heide, 20 km von der Stadt entfernt. 01.04.1969 Grundsteinlegung für neue Stadtteile. Durch ausschließliche Anwendung der  Plattenbauweise entsteht in den Folgejahren eine
       Teilstadt für etwa  35 000 Bewohner, überwiegend Neubürger.
01.01.1974 Wiedererlangung der Kreisfreiheit für die Stadt durch gewachsene wirtschaftliche Bedeutung und explosiv ansteigende
       Einwohnerzahlen.
1976 Beginn der teilweisen Altstadtsanierung mit Flächenabriss und Ersatzneubau in industrieller Bauweise. Nur wenige historisch wertvolle
        Häuser werden saniert. Der Wohnkomfort verbessert sich zwar, aber der nördliche Teil der  Altstadt verliert sein historisch gewachsenes 
        Gesicht.
1984 Feier des 450. Jahrestages der Reformation in Pommern in der seit 1975 sanierten und restaurierten Marienkirche. 1986 Nach rigorosem Flächenabbruch beginnt der Wiederaufbau im  Umgestaltungsgebiet ausschließlich in industrieller Plattenbauweise.
        Auch  historische und architektonisch sehr wertvolle Häuser sind vorher abgebrochen worden. Daran entzündet sich der Widerstand bei 
        historisch und denkmalpflegerisch interessierten Bürgern, der im Herbst 1989 zur Gründung der Bürgerbewegung "Altstadtinitiative" 
        führt.
11.06.1989 Wiedereinweihung des seit 1977 sanierten und restaurierten Domes  St. Nikolai. 09.05.1990 Demokratische Wahl eines neuen Stadtparlaments 1990 Die Stilllegung des Kernkraftwerkes und die personelle Reduzierung im  ehemaligen Werk für Nachrichtenelektronik leiten einen
        Strukturwandel der  wirtschaftlichen Entwicklung ein. Die Universität rückt stärker in das Blickfeld. Statt durch den Ersatzneubau beginnt
        die Altstadtsanierung durch Restaurierung und Wiederaufbau.
1991 Feierliche Wiedereröffnung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät 1993 Greifswald entwickelt sich mit dem Baubeginn eines Biotechnikums nach dem bereits 1991 eingerichteten Technolgiezentrum zum
        regionalen  Technologiestandort. Durch die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie soll die Ansiedlung von Unternehmen mit 
        innovativen Ideen gefördert werden.
1995 Greifswald wird Sitz des Landesverfassungsgerichtes Mecklenburg- Vorpommern.  Daneben arbeiten in der Stadt das Amtsgericht und
        das Verwaltungsgericht Greifswald, sowie das Finanzgericht und das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg- Vorpommern.
1995 Mit der Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes im Gewerbegebiet Helmshäger Berg  ist Greifswald die erste Kommune in Mecklenburg-
        Vorpommern, deren Stadtwerke Elektroenergie erzeugen.

Bildung und Wissenschaft

Hochschulen

Einrichtungen, Institute, Kooperationen

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat, neben Essen, ihren Förderschwerpunkt in Greifswald.

Wissenschaftliche Einrichtungen:

Gymnasien

Kultur

Gemessen an der Größe der Stadt steht in Greifswald ein reichhaltiges Kulturangebot zur Verfügung:

Siehe auch: www.kulturmodul.de Veranstaltungskalender für die Hansestadt Greifswald

Bauwerke

Persönlichkeiten aus Greifswald

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