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Färöisch ist damit die kleinste der lebenden germanischen Sprachen (indoeuropäische Sprachfamilie).
Färöisch gehört gleichzeitig zu den kleinsten Sprachen in Europa neben Saami (finno-ugrische Sprachfamilie) und Ladinisch (romanisch < indoeuropäisch) mit jeweils unter 100.000 nachgewiesenen Sprechern.
Das Färöische gilt als diejenige Sprache auf der Welt, in der jährlich die meisten Bücher pro Muttersprachler herauskommen.
Gegenseitige Verständlichkeit Färöisch-Isländisch
Färöisch ist mit Isländisch in der Schriftsprache gegenseitig verständlich. Beide modernen Sprachformen gehen besonders eng auf das Altnordische zurück, welches heute in Form des Altisländischen in der Älteren Skandinavistik erforscht wird.
Die gegenseitige Verständlichkeit der gesprochenen Sprachen Färöisch und Isländisch ist hingegen eingeschränkt. Färöisch ist im Vergleich zum Isländischen härter, und beide Sprachen weichen von der Schriftsprache deutlich ab. Wie sich Isländer und Färinger im Gespräch verständigen, hängt davon ab, welche weitere skandinavische Sprache der isländische Gesprächspartner beherrscht, oder ob er nur Englisch als Fremdsprache kann. Nahezu alle Färinger sprechen fließend Dänisch als Zweitsprache, und so ergibt sich oft ein interskandinavischer Sprachmix, häufig auch mit englischen Einflüssen. Anders ist es bei Färingern und Isländern, die längere Zeit im jeweils anderen Land leben. Sie lernen die Nachbarsprache in der Regel schnell.
Geschichte
dem Altwestnordischen (Altnorwegisch) entwickelte sich mit der nordischen Besiedlung der Färöer im 9. Jahrhundert das Altfäröische. Diese Sprachform existierte als Schriftsprache bis 1380, als dänisch alleinige Schriftsprache wurde und sich mit der Reformation um 1530 endgültig durchsetzte. Das Färöische konnte aber in Balladen, Liedern und der gesprochenen Alltagssprache überleben. Bis Ende des 18. Jahrhunderts liegen nur sporadische Schriftzeugnisse vor.
Mit dem Aufkommen der Romantik besannen sich viele europäische Schriftsteller der alten Sagen und Traditionen ihrer Völker, so zum Beispiel im dänischen "Mutterland" (Färinger sind keine Dänen) der Romantiker Adam Oehlenschläger und der später bedeutende dänische Philologe N.F.S. Grundtvig. Gerade jener war es, der, neben allen seinen anderen Leistungen für die Nachwelt, als einer der Geburtshelfer der Renaissance des Färöischen gilt. Denn er reiste persönlich zu den Färöern, wo er den einheimischen Philologen V.U. Hammershaimb (1819-1909) kennen lernte und mit ihm eine lebenslange Freundschaft schloss. Hammershaimb stellte, so ermutigt, 1846 seine Färöische Orthographie vor, die, 1891 vollständig überarbeitet, bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat. Dies ist die Geburtsstunde des Neufäröischen, das auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 von der sich bildenden Nationalbewegung als künftige Hauptsprache proklamiert wurde. Grundtvigs Sohn Svend Grundtvig reiste dann auf die Färöer, um bei der Übersetzung vieler alter Sprachdenkmäler zu helfen. Es entstand die färöische Literatur.
Erst 1937 wurde die färöische Sprache offiziell (als Schulsprache) anerkannt, und seit dem Autonomie-Statut von 1948 ist sie Hauptsprache auf der Inselgruppe. Dänisch ist heute offizielle Zweitsprache und Sprache der dänischen Minderheit (schätzungsweise 5 %) auf den Färöern.
1961 schließlich, kam die erste offizielle färöische Bibel heraus (vorher gab es schon eine baptistische Ausgabe); das Färöische wurde aber bereits vorher von der Kanzel gepredigt.
| Graphem | Name | Phonem | Aussprache (vereinfachte "eingedeutschte Lautschrift") |
|---|---|---|---|
| A, a | fyrra a [firra äa] ("vorderes a") | /a, æ/ | [ea:], (In Fremdwörtern auch: [a:]), [a] |
| Á, á | á [åa] | /å/ | [åa:], [å] |
| B, b | be [bee] | /b/ | [b] |
| D, d | de [dee] | /d/ | [d] |
| edd [ädd] | | stumm oder Gleitvokal [j], [v], [w] zwischen bestimmten Vokalen; bei | |
| E, e | e [ee] | /e/ | [e:], [e] |
| F, f | eff [äff] | /f/ | [f], -ft- wird meist zu [tt] |
| G, g | ge [gee] | /g/ | [g]; im Anlaut vor i, y ,e, ø und vor allen anderen Vokalen als gj-: [dsch]; zwischen Vokalen wie |
| H, h | há [håa] | /h/ | [h], in der Kombination hj [tsch] und als hv [kv] |
| I, i | fyrra i [firra ii] ("vorderes i") | /i/ | [i:], [i] |
| Í, í | fyrra í [firra ui] ("vorderes í") | /ui/ | [ui:], [ui], in der Verschärfung [u] |
| J, j | jodd [jodd] | /j/ | [j], nach /g,k,h,s/ bildet es ein [sch] |
| K, k | ká [koa] | /k/ | [k], [k(h)] (aspiriert), vor hellen Vokalen meist [tsch] (vor allen anderen als kj) |
| L, l | ell [äll] | /l/ | [l] (vier Qualitäten), als ll meist [dl] |
| M, m | emm [ämm] | /m/ | [m] |
| N, n | enn [änn] | /n/ | [n], -nn- wird oft zu [dn] |
| O, o | o [oo] | /o/ | [o:], [å] |
| Ó, ó | ó [ou] | /ou/ | [ou:], [ö]; auf Nólsoy [au]; in der Verschärfung [e] auf Su |
| P, p | pe [pee] | /p/ | [p], [p(h)] aspiriert |
| R, r | err [ärr] | /r/ | [r] (im Anlaut gerollt), rn wird meist zu [dn], rs meist zu [(r)sch] |
| S, s | ess [äss] | /s/ | [s] immer stimmlos, zusammen als sj [sch], oft auch als sk(j) |
| T, t | te [tee] | /t/ | [t], [t(h)] aspiriert, zusammen als tj [tsch] |
| U, u | u [uu] | /u/ | [u:], [u] |
| Ú, ú | ú [üu] | /uu/ | [üu:], [ü], in der Verschärfung [i] |
| V, v | ve [vee] | /v/ | [v] |
| Y, y | seinna i [saidna ii] ("hinteres i") | /i, y/ | [i:], [i]; in Fremdwörtern auch: [ü:], [ü] |
| Y´, y´ | seinna í [saidna ui] ("hinteres í") | /ui/ (identisch mit í) | identisch mit í: [ui:], [ui] |
| Æ, æ | seinna a [saidna äa] ("hinteres a") | /æ/ | [ea:], [a] |
| Ø, ø | ø [öö] | /ø/ | [ö:], [ö] |
| Weitere Diphtonge | |||
| ey | | /ei/ | [ei:], [e] (wie in "hey"), auch in der Verschärfung [e] |
| ei | | /ai/ | [ai:], [ai] (wie im deutschen "ei"), in der Verschärfung [a] |
| oy | | /oi/ | [oi:], [oi] (wie im deutschen "eu"), in der Verschärfung [å] |
Anmerkungen:
Nominal flektierte Wörter
Das Färöische ist im Gegensatz zu anderen germanischen Sprachen wie Dänisch oder Englisch reicher an Formen. Zum Beispiel ist das Genus-System dem deutschen sehr ähnlich, es wird also bei Nomen, Pronomen, Adjektiven, etc. zwischen drei Geschlechtern unterschieden. Auffallend - und unter den germanischen Sprachen alleine stehend - ist im Färöischen die Pluralform des Zahlworts und unbestimmten Artikels ein, der genauso geschrieben, gesprochen und (im Singular) verwendet wird, wie im Deutschen, aber anders gebeugt wird.
Charakteristisch für die nominal flektierten Wörter im Färöischen ist deren häufige Endung -ur. Dabei ist das (aus dem Kontext gerissen) keineswegs ein Indikator für eine bestimmte Wortart, noch für ein Geschlecht oder einen Numerus oder Kasus. Ebenso verhält es sich mit den typischen Endungen -ir und -ar. Wie oben bereits erwähnt, können unbetonte Silben (und das sind im Färöischen allgemein die Endsilben) keine anderen, als diese drei Vokale a, i, u tragen. Damit ist es freilich komplizierter als im Deutschen (und anderen Sprachen), wo in diesem Fall meist das e verwendet wird, falls eine Flektionsendung einen Vokal trägt. Dieses System ist auch für Muttersprachler manchmal schwer durchschaubar, zumal erschwerend hinzu kommt, dass die gesprochene Sprache bestimmte Endungsvokale anders realisiert und manchmal auch in der Rechtschreibung zwei Varianten einer Form zulässig sind.
Andererseits kann gesagt werden, dass sich sowohl bestimmte Paradigmen in der gesprochenen Sprache kaum oder gar nicht von dem altnordischen Ursprung entfernt haben, als auch selbst unregelmäßige Formen in bestimmten Fällen Parallelen zum Deutschen aufweisen.
Nomen
Die färöischen Nomen werden, wie im Deutschen, in drei Gruppen eingeteilt: Männlich, weiblich und sächlich. Die ersten beiden untergliedern sich in jeweils 6 verschiedene Beugungsmuster (Klassen mit teilweise weiteren Unterklassen), und die Nomen des Neutrums bilden 3 Klassen, die manchen des Maskulinums ähneln. Stellvertretend für die drei Geschlechter seien hier zur Veranschaulichung drei "einfache" Klassen genannt, deren Stammvokale sich nicht ändern.
| maskulinum | femininum | neutrum | |
|---|---|---|---|
| Singular | |||
| Nominativ | træl-ur | oyggj | horn |
| Akkusativ | træl | oyggj | horn |
| Dativ | træl-i | oyggj | horn-i |
| (Genitiv) | træl-s | oyggj-ar | horn-s |
| Plural | |||
| Nominativ | træl-ir | oyggj-ar | horn |
| Akkusativ | træl-ir | oyggj-ar | horn |
| Dativ | træl-um | oyggj-um | horn-um |
| (Genitiv) | træl-a | oyggj-a | horn-a |
| Bedeutung | |||
| Sklave | Insel | Horn |
Anmerkungen:
Artikel
Allgemein unterscheiden sich die skandinavischen Sprachen von den anderen germanischen Sprachen dadurch, dass der bestimmte Artikel dem Nomen angehängt wird, also ein Präfix ist. Dies ist im Färöischen nicht anders, und es bildet in dieser Hinsicht eine Gemeinsamkeit mit dem Norwegischen und Schwedischen indem es in atributiven Stellungen eine doppelte Determination gibt - im Gegensatz zum Dänischen und Isländischen. Das heißt: Wenn ein determiniertes Substantiv durch ein Adjektiv näher beschrieben wird, taucht in dem Satz nicht nur der Artikel als einzelnes Lexem auf, sondern zusätzlich noch als Präfix an dem betreffenden Nomen.
Beispiel:
| Wikipedia, | tann | frælsa/fría | alfrø |
| Wikipedia, | die | freie | Enzyklopädie-die |
Anmerkung:
| maskulinum | femininum | neutrum | |
|---|---|---|---|
| Singular | |||
| Nominativ | ein | ein | eitt |
| Akkusativ | ein | ein-a | eitt |
| Dativ | ein-um | ein-i/ein-ari | ein-um |
| (Genitiv) | ein-s | ein-ar | ein-s |
| Plural | |||
| Nominativ | ein-ir | ein-ar | ein-i |
| Akkusativ | ein-ar | ein-ar | ein-i |
| Dativ | ein-um | ein-um | ein-um |
| (Genitiv) | ein-a | ein-a | ein-a |
Anmerkungen:
Färöische Begriffe
In den folgenden Artikeln werden einzelne färöische Begriffe erklärt:
Einführungen
Wörterbücher
Färöisch-Dänisch-Färöisch
Die beiden hier aufgeführten Titel sind färöisch-dänische bzw. dänisch-färöische Wörterbücher. Das Føroysk-Donsk Or
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |